Zölle beeinflussen deutsche Wirtschaft:Ein Jahr Trump: Exporte in die USA deutlich gesunken
von Mario Shabaviz
Seit einem Jahr ist Donald Trump US-Präsident. Seine Handelspolitik hat die deutschen Exporte in die USA gebremst. Positiv für Deutschland: Andere Ausfuhren machten das wett.
Welche Auswirkungen hat Trumps Politik auf die Wirtschaft und den Handel? Eine Analyse zu Zöllen, Energiepolitik, den Auswirkungen auf das US-Wachstum, deutsche Exporte und die globalen Märkte.
12.01.2026 | 4:20 minDie Kuhn GmbH in Höpfingen produziert Technik für die Wasserwirtschaft und Kläranlagen. Ein Viertel aller Exporte der Firma geht in die USA. Doch auf Stahl- und Alu-Erzeugnisse dorthin liegen 50 Prozent Zoll. Die hatte Donald Trump eingeführt, nachdem er am 20. Januar 2025 sein Amt als US-Präsident angetreten hatte.
Für die Firma sei das eine Belastung, sagt Mit-Inhaber Michael Kuhn. "Wir haben höhere Preise für unsere Produkte beziehungsweise müssen höhere Preise verlangen für unsere Produkte."
Insgesamt habe die Firma Mehrkosten von 25 bis 30 Prozent, sagt Kuhn. Doch dank Partnerfirma in den USA, langlaufender Aufträge und teils günstigerer Einkäufe an anderer Stelle seien sie ohne Einbußen durchs Jahr gekommen.
Präsident Trump hat vor seiner Reise zum Weltwirtschaftsforum den Anspruch auf Grönland bekräftigt. Von der Leyen forderte erneut, die Souveränität Grönlands und Dänemarks zu achten.
20.01.2026 | 1:41 minChina könnte USA als wichtigster Handelspartner ablösen
Die Exporte der deutschen Wirtschaft in die USA haben nach dem Amtsantritt von Trump insgesamt einen Dämpfer bekommen. Sie fielen zurück auf den Stand von 2022.
Deutsche Exporte in die USA verzeichnen Verluste von rund einer Milliarde Euro pro Monat.
Volker Treier, DIHK-Außenwirtschaftschef
Das bedeute, dass die Ausfuhren in Deutschlands größten Exportmarkt um fast zehn Prozent gesunken sind, erklärt Volker Treier, Außenwirtschaftschef bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Gleichzeitig sei China wieder auf dem Weg, der wichtigste Handelspartner Deutschlands zu werden, sagt Treier.
Nach zwei Jahren Rezession ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt wieder gewachsen - aber nur um 0,2 Prozent. Wie das Mini-Plus einzuordnen ist, erklärt ZDF-Experte Frank Bethmann.
15.01.2026 | 1:41 minDrei Kern-Industrien besonders betroffen
Den stärksten Rückgang gab es beim Export von Autos und Fahrzeugteilen in die USA: Er schrumpfte um rund 14 Prozent. Der Grund dafür: Zwischen April und August 2025 hatte hier ein erhöhter Zollsatz von 27,5 Prozent gegolten. Erst mit dem Zoll-Deal zwischen den USA und der EU sank er auf 15 Prozent, die pauschal auch für andere Branchen gelten.
ZDFheute Infografik
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Gerade die deutsche Autoindustrie - mitten in der Transformation zur E-Mobilität, bedrängt zudem von schrumpfenden Exporten nach China - traf es also heftig. Deutliche Einbußen im US-Geschäft gab es auch beim Maschinen- und Anlagenbau und der Chemischen Industrie. Beide verloren je 9,5 Prozent an Umsatzvolumen zum Zeitraum im Vorjahr.
Die deutsche Wirtschaft könnte in diesem Jahr stärker wachsen als bislang angenommen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem Plus von 1,1 Prozent.
19.01.2026 | 0:33 minDrei Wege aus der Krise für Deutschland
Für Unternehmen wie Politik stellen sich drängende Fragen: Gibt es Wege aus der Misere, und wenn ja welche? Was müssen die Unternehmen selbst tun, und wo muss die Politik liefern?
"Innovativer und besser werden, das Preis-Leistungs-Verhältnis erhöhen, das ist natürlich immer wichtig", meint Jürgen Matthes, Außenhandelsexperte beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW), mit Blick darauf, was Firmen selbst tun könnten und müssten. Wer etwa hochtechnische Spezialprodukte anbiete, müsse dann weniger eine ebenbürtige Konkurrenz in den USA fürchten, trotz der Zölle.
Zu viel Konsum, zu wenig Investitionen: Ökonom Stelter wirft der Politik vor, die Wirtschaftskrise mitverursacht zu haben. Sie habe zu lange "weggeschaut", sagt er im ZDF.
18.01.2026 | 1:26 minWichtig sei es auch, proaktiv neue Märkte zu suchen und dafür die vorhandenen Strukturen zu nutzen: "Von Außenhandelskammern über Messen bis hin zu Exportkrediten oder der Außenwirtschaftsförderung gibt es vieles an Infrastruktur", erklärt Matthes. Auch Volker Treier von der DIHK bestätigt: "Viele Unternehmen suchen neue Märkte."
Die Politik müsse im Inland mit Reformen bei der Bürokratie, den Energiepreisen und Arbeitskosten die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken, sagen beide Experten. Und in der Außen- und Außenwirtschaftspolitik dem Protektionismus entgegenwirken:
Freihandelsabkommen müssen mit großem Nachdruck verfolgt und möglichst zügig umgesetzt werden.
Jürgen Matthes, IW-Außenhandelsexperte
Sicherheit, Digitalisierung und Wirtschaft: Mirko Drotschmann analysiert die wachsende Abhängigkeit Deutschlands von den USA seit Donald Trumps erneuter Amtszeit.
15.01.2026 | 13:05 minMehr Exporte in die EU gleichen US-Rückgang aus
Die gute Nachricht zum Schluss: Obwohl in den ersten drei Quartalen 2025 die Exporte in die USA und nach China um acht beziehungsweise zwölf Prozent schrumpften, hat der Anstieg von Ausfuhren deutscher Waren und Dienstleistungen allein in die EU dies vollständig ausgeglichen. Vielleicht das beste Beispiel für den Sinn und Erfolg von freiem Handel.
Mario Shabaviz ist Redakteur im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.
Wirtschaftsexperte Florian Neuhann erklärt, warum die Wirtschaftskrise mehr als eine konjunkturelle Schwächephase ist, welche Probleme dahinterstecken und ob es Hoffnung gibt.
09.01.2026 | 8:50 minMehr zur Wirtschaft
Hoffnung auf wirtschaftliche Trendwende:Produktion in Auto- und Maschinenbau steigt erneut
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