Wirtschaft: Autobauer vor Trendwende? Industrie-Produktion steigt

Hoffnung auf wirtschaftliche Trendwende:Produktion in Auto- und Maschinenbau steigt erneut

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Die Produktion steigt im November zum dritten Mal in Folge, vor allem im Auto- und Maschinenbau. Exporte fallen, besonders in die USA. Ökonomen bleiben vorsichtig optimistisch.

07.03.2025, Niedersachsen, Wolfsburg: Neuwagen Volkswagen Tayron, Tiguan und Touran schweben durch das VW Stammwerk.

Wirtschaftsexperte Florian Neuhann erklärt, warum die Wirtschaftskrise mehr als eine konjunkturelle Schwächephase ist, welche Probleme dahinterstecken und ob es Hoffnung gibt.

09.01.2026 | 8:50 min

Kommt die deutsche Wirtschaft im neuen Jahr wieder in Fahrt? Ökonomen sehen Anlass zur Hoffnung. Denn im November produzierte die Industrie zum dritten Mal in Folge wieder mehr. Einen empfindlichen Dämpfer gab es dagegen für die Exporteure, die im wichtigen Geschäft mit den USA starke Rückgänge hinnehmen mussten.

Autobranche stellt mehr her

In der Industrie allein legte die Produktion im November zu - angetrieben nicht nur von der Autobranche, sondern auch vom Maschinenbau, einer weiteren Schlüsselbranche.

Die Energieerzeugung sank dagegen kräftig. Auch die Produktion im Baugewerbe außerhalb der Industrie war rückläufig.

Industrieproduktion auf niedrigem Niveau

Zwar habe sich die Industrieproduktion gefangen, meint auch Nils Jannsen, Leiter Konjunktur Deutschland am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW). Doch insgesamt dürfte die Herstellung 2025 rund 14 Prozent niedriger liegen als 2018.

Eine Baustelle im Sonnenuntergang

Erstmals seit Jahren zeigt sich in der deutschen Wirtschaft vorsichtige Zuversicht. Das Institut der deutschen Wirtschaft spricht von einer Stabilisierung "auf niedrigerem Niveau".

29.12.2025 | 1:30 min

In den vergangenen sieben Jahren sei die Industrieproduktion nur 2021 gestiegen, damals mit einer Teil-Erholung von der Corona-Pandemie.

Vor allem US-Exporte rückläufig

Gegenwind bekommt die deutsche Wirtschaft aber vom Export, der im November gegenüber dem Vormonat deutlich um 2,5 Prozent auf rund 128 Milliarden Euro nachgab. Vor allem die wichtigen Exporte in die USA schrumpften angesichts der Zölle von Präsident Donald Trump kräftig um 4,2 Prozent zu Oktober auf 10,8 Milliarden Euro. Im Vorjahresvergleich lagen die Ausfuhren in die USA sogar fast ein Viertel niedriger.

Ein Container mit amerikanischer Flagge vor dem Hintergrund der EU-Sterne

Trumps Zollpolitik hat Auswirkungen: Viele Unternehmen wollen daher verstärkt auf den EU-Binnenmarkt setzen, aber auch auf die Märkte in Asien und Lateinamerika.

07.08.2025 | 3:36 min

Industriebetriebe planen daher vielfach, sich auf neue Abnehmermärkte zu konzentrieren. Am Freitag stimmten die 27 EU-Staaten für das lang verhandelte Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten. Auch mit Indonesien, Indien und weiteren Ländern aus dem asiatischen Raum hat die EU bereits Abkommen für leichteren Handel geschlossen.

So haben sich die Exporte entwickelt

ZDFheute Infografik

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Mehr Ausfuhren nach China

Auch in die EU-Staaten wurde deutlich weniger exportiert, während die Ausfuhren nach China um 3,4 Prozent zulegten. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier sieht ein geteiltes Bild. Problematisch bleibe die Beziehung zum wichtigsten Exportland, den USA.

Da ist es nur ein schwacher Trost, dass China die Rolle unseres wichtigsten Handelspartners wieder übernimmt.

Volker Treier, Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer

Ein Arbeiter in China bei der Produktion

China galt lange als Wachstumsmotor für die deutsche Wirtschaft, nun gilt es als Risiko. ZDFheute hat nachgefragt: Wie steht es um die Abhängigkeit der Konzerne von China?

18.12.2025 | 2:50 min

Ökonomen: Es geht langsam aufwärts

Gestiegene Importe nach Deutschland und die höhere Industrieproduktion wertete Treier als "erste Anzeichen für eine nachhaltige Stabilisierung der Industrie zum Jahresende".

Die positiven Signale aus der Industrie würden zwar von schwachen Exporten und einem geringen privaten Konsum überschattet, meint Carsten Brzeski, Chefvolkswirt bei der ING Bank.

Die ersten Anzeichen einer industriellen Wende, zusammen mit der vollständigen Umsetzung der Konjunkturprogramme, bestärken jedoch unsere Einschätzung, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr endlich wieder wachsen wird.

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt bei der ING Bank

Die Krise der Industrie, die im großen Stil Jobs streicht, ist ein wesentlicher Grund für die Flaute der deutschen Wirtschaft, die zwei Jahre in Folge geschrumpft ist und 2025 stagnieren dürfte.

Prognose: Wirtschaftswachstum in Deutschland

ZDFheute Infografik

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Ökonom: Anlaufende Produktion wird Exporte mitziehen

Füllten sich die Auftragsbücher, werde die Produktion und in Folge auch die Exporte davon profitieren, sagt Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der Liechtensteiner VP Bank. "Es gibt also begründeten Anlass zur Hoffnung, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2026 um einiges stärker wachsen sollte", so Gitzel.

In diesem Jahr erwarten Ökonomen wieder Wachstum - nicht zuletzt, weil die milliardenschweren Staatsausgaben für Rüstung und Infrastruktur die Konjunktur anschieben.

Quelle: AP, dpa
Über dieses Thema berichtete WISO in dem Beitrag "Dauerkrise Wirtschaft: Was läuft schief?" am 09.01.2026 um 05:58 Uhr.

Nachrichten aus der deutschen Wirtschaft

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