Trump: Ex-Notenbankdirektor Warsh soll Fed-Chef werden

Vorschlag von US-Präsident Trump:Ex-Notenbankdirektor Warsh soll Fed-Chef werden

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US-Präsident Trump hat Ex-US-Notenbank-Direktor Warsh als Nachfolger von Fed-Chef Powell vorgeschlagen. Warsh - anders als Powell - befürwortet Trumps Forderung nach Zinssenkung.

Kevin Warsh spricht in London zu den Journalisten über seinen Bericht zur Transparenz bei der Bank of England am 11.12.2014.

Ex-Notenbank-Direktor Kevin Warsh soll die Nachfolge von Fed-Chef Powell antreten - das verkündete US-Präsident Donald Trump.

Quelle: dpa

US-Präsident Donald Trump hat das ehemalige Mitglied des US-Zentralbankrates, Kevin Warsh, als neuen obersten Notenbanker der USA vorgeschlagen. Er kenne Warsh schon seit Langem und gehe davon aus, dass er einen "großartigen" Chef der Federal Reserve abgeben werde, erklärte Trump am Freitag im Kurznachrichtendienst Truth Social.

ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann in einer Folge von "Wirtschaft erklärt"

US-Präsident Trump drängt auf Zinssenkungen, die Notenbank hält dagegen: Es ist ein Kampf um die Unabhängigkeit der Fed. Was steckt dahinter? Warum ist das für uns ein Problem?

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Zwist zwischen Trump und Powell

Das Mandat von Fed-Chef Jerome Powell läuft am 15. Mai nach rund acht Jahren aus. Trump hatte den Republikaner Powell 2017 selbst nominiert, ihn wegen seiner Geldpolitik aber immer wieder kritisiert. Seit seiner erneuten Vereidigung vor gut einem Jahr verschärfte Trump seine Angriffe und stellte damit die Unabhängigkeit der Fed in Frage.

Vor Kurzem teilte Powell mit, die US-Justiz drohe ihm mit Ermittlungen, nachdem Trump ihm angeblichen "Betrug" bei der Renovierung des Zentralbankgebäudes unterstellt hatte. Powell bezeichnete die Ermittlungen als Vorwand, um ihn zinspolitisch unter Druck zu setzen.

Trump und Powell

Beim Besuch von Donald Trump am Sitz der US-Notenbank geht der Streit zwischen dem US-Präsidenten und Fed-Chef Jerome Powell weiter. Vordergründig geht um die Höhe von Umbaukosten. Die Szene im Video.

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Der Präsident will um jeden Preis einen besonders niedrigen Leitzins durchgesetzt sehen und macht den Notenbankchef höchstpersönlich dafür verantwortlich, dass die Fed den Zins nur zögerlich lockerte – und in ihrer letzten Entscheidung am Mittwoch gar nicht mehr.

Zinssenkung: Warsh unterstützt Trump-Forderung

Der 55-jährige Ökonom Warsh hat sich in jüngster Zeit hinter die Forderungen des Präsidenten gestellt. Traditionell gilt die Unabhängigkeit der Zentralbank von politischem Druck als entscheidend für ihre Aufgabe im Kampf gegen die Inflation.

Der US-Notenbankchef Jerome Powell ist auf einer Pressekonferenz

US-Notenbankchef Powell nennt die Ermittlungen des Justizministeriums einen "Vorwand". Politiker beider Parteien üben Kritik, Präsident Trump weist die Verantwortung zurück.

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Der zuletzt an der Eliteuniversität Stanford tätige Warsh saß bereits von 2006 bis 2011 im Direktorium der US-Notenbank. Er arbeitete unter anderem für die US-Großbank Morgan Stanley und später auch im wirtschaftlichen Beratergremium von Präsident George W. Bush, bevor er zur Fed wechselte.

US-Senat muss Personalie zustimmen

Ob Trumps Wunschkandidat tatsächlich neuer Fed-Chef wird, ist unklar. Der Senat muss der Personalie noch zustimmen, wobei dies noch nicht ausgemacht zu sein scheint. Die aktuellen Ermittlungen gegen Powell hatten dem Präsidenten Kritik auch aus den eigenen Reihen eingebrockt. So kündigte der einflussreiche Senator Thom Tillis an, er werde keinem Kandidaten für Notenbank-Posten zustimmen, bis die Angelegenheit geklärt sei.

Weder der Präsident noch die Republikaner dürfen sich in den eigenen Reihen im Wahljahr 2026 interne Zerwürfnisse erlauben: Anfang November stehen die wichtigen Kongresswahlen an. Verliert Trump die Mehrheit, dürften die Demokraten im US-Parlament ihm die Arbeit in der restlichen Amtszeit deutlich erschweren.

Quelle: Reuters, AFP
Über dieses Thema berichtete die ZDF-Sendung WISO in dem Beitrag "Warum Trumps Angriff auf die Fed uns alle betrifft" am 30.01.2026 um 08:25 Uhr.

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