USA-Rückzug: Was Trumps neue Strategie für Europa bedeutet

Neue Sicherheitsstrategie:USA-Rückzug: Was Trumps neue Strategie für Europa bedeutet

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Europa ja, aber nicht mehr im Fokus: Eine neue Strategie der USA sieht weniger Unterstützung für Verbündete und mehr Konzentration auf den Pazifik vor - und damit vor allem China.

Donald Trump in Davos

Trumps Vorstoß in Richtung Grönland stellt den Westen und die NATO vor eine große Belastungsprobe. Ziehen sich die USA damit endgültig aus ihrer Rolle als führende Macht des Westens zurück?

21.01.2026 | 7:50 min

Für die USA hat künftig die Verteidigung ihrer Verbündeten keine Priorität mehr. "Da sich die US-Streitkräfte auf die Verteidigung ihres eigenen Gebiets und den indopazifischen Raum konzentrieren, werden unsere Verbündeten und Partner in anderen Regionen die Hauptverantwortung für ihre eigene Verteidigung übernehmen", heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Strategiepapier des Verteidigungsministeriums.

Man werde den Verbündeten wie Europa nur noch "entscheidende, aber begrenztere Unterstützung" geben.

SGS Bates

US-Präsident Trump hat den sogenannten Friedensrat gegründet. Welche Ziele verfolgt er damit und welche Strategie steckt dahinter? Dazu ZDF-Korrespondentin Claudia Bates.

22.01.2026 | 0:56 min

Bedrohung durch Russland "beherrschbar"

In dem Dokument werden die US-Verbündeten dafür kritisiert, dass sie ihre eigene Sicherheit nicht ausreichend selbst in die Hand nehmen. Die Botschaft an Europa: Die konventionelle Verteidigung für eure Probleme obliegt in erster Linie euch selbst.

Die USA wollen weiter eine zentrale Rolle innerhalb der Nato spielen - auch wenn sie ihre Präsenz in Europa neu justieren. Verbündete sollten in Europa die Führung gegen Bedrohungen übernehmen, die für sie schwerwiegender seien als für die USA. Dazu gehören auch die vereinbarten höheren Verteidigungsausgaben der Nato-Partner.

Die USA bezeichnen Russland als eine "beherrschbare Bedrohung" für die östlichen Nato-Mitglieder. Die Hauptverantwortung für die Unterstützung der ukrainischen Verteidigung sehen die USA bei den Europäern. Der russische Krieg gegen die Ukraine müsse enden, die Hauptverantwortung liege aber auch hier bei den Europäern.

Kopf von Donald Trump vor grönländischer Landschaft

Das hat es in 77 Jahren NATO nicht gegeben – Europa gegen Amerika. Wir erleben eine Kraftprobe, die die westliche Wertegemeinschaft vor scheinbar unlösbare Probleme stellt.

22.01.2026 | 28:39 min

Zugang zu Grönland, Panamakanal und Golf von Mexiko

Im Sinne von Donald Trumps Leitsatz "America First" soll der Verteidigungsfokus der USA auf dem eigenen Land liegen. Grenzen sollen gesichert und der Luftraum durch das Raketenabwehrsystem "Golden Dome" geschützt werden. "Gleichzeitig werden wir die Interessen Amerikas in der gesamten westlichen Hemisphäre aktiv und furchtlos verteidigen", heißt es.

Man werde sich militärischen und wirtschaftlichen Zugang zu wichtigen Gebieten sichern, insbesondere zum Panamakanal, zu Grönland und zum Golf von Mexiko.

SGS-Slomka-Rough

Die Fähigkeit der Europäer, selbstständig militärisch zu agieren, sei noch nicht gegeben, sagt Peter Rough vom Hudson Institute. Europa bleibe wichtigster Partner der USA.

22.01.2026 | 6:54 min

China steht im Fokus der USA

Die USA verfolgen einen Kurs, der nicht auf direkte Konfrontation mit China setzt. Das hatte schon das Treffen zwischen dem US-Präsidenten und Chinas Staatschef Xi Jinping in Südkorea Ende Oktober gezeigt, bei dem Donald Trump sein gutes Verhältnis zu Peking hervorhob und es mildere Töne im Handelskonflikt gab.

Zugleich macht die US-Regierung in der Verteidigungsstrategie klar: Man wolle China im Indo-Pazifik durch Stärke, nicht durch Konfrontation abschrecken.

Quelle: AFP, AP, dpa
Über die sicherheitspolitische Ausrichtung der USA sowie die Beziehung der USA zu Europa berichteten unter anderem ZDF spezial am 21.01.2026 um 19:25 Uhr, das auslandsjournal am 22.01.2026 um 22:30 Uhr, das heute journal am 22.01.2026 um 21:45 Uhr und heute am 22.01.2026 um 19:00 Uhr.
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