Sondergipfel in Brüssel:Trotz Trump-Rückzieher: EU berät über Beziehung zu den USA
Trotz Trumps Rücknahme der Zolldrohungen im Grönland-Streit kommt die EU zu einem Sondergipfel. Laut ZDF-Korrespondent Röller soll auch die Verlässlichkeit Trumps Thema sein.
Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten werden beim Sondergipfel über die jüngsten Entwicklungen über die jüngsten Entwicklungen in den transatlantischen Beziehungen sprechen.
Quelle: dpaDie Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten werden an diesem Donnerstag (19:00 Uhr) trotz der wieder einkassierten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump zu ihrem geplanten Sondergipfel in Brüssel zusammenkommen.
Aus dem Team von EU-Ratspräsident António Costa hieß es, man wolle wie vorgesehen über die jüngsten Entwicklungen in den transatlantischen Beziehungen und deren Auswirkungen auf die EU sprechen. Dazu gehöre weiterhin auch der Grönland-Konflikt.
"Trump hat nicht bekommen, was er wollte", so ZDF Reporterin Bates zur Grönland-Wende Trumps. Demokraten und Republikaner beurteilen Trumps Wende in den USA unterschiedlich.
22.01.2026 | 2:26 minNato-Chef Rutte: "Es gibt noch viel zu tun"
Ursprünglich sollte es bei dem Gipfel vor allem um die Frage gehen, wie die EU auf Erpressungsversuche von Trump reagieren kann. Dieser hatte am vergangenen Wochenende Strafzölle auf Waren aus Dänemark und alliierten Ländern wie Deutschland angekündigt, weil diese seine offensiv vorgetragenen Besitzansprüche auf Grönland nicht akzeptieren wollen.
Am Mittwochabend entschärfte Trump den Konflikt dann überraschend und nahm seine Strafzollankündigung zurück. Zur Begründung verwies er darauf, dass während eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei.
In Davos vollzieht Trump eine Wende, was Grönland betrifft. Er hofft auf einen Deal zur Abwehr von Russland und China und die Strafzölle gegen EU-Staaten lässt er auch fallen.
22.01.2026 | 2:48 minRutte sagte dem US-Sender Fox News, man sei am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos am Mittwoch übereingekommen, dass die Arktisregion gemeinsam geschützt werden müsse. Er halte das für ein "sehr gutes Ergebnis" und schob nach: "Es gibt noch viel zu tun." Weitere Details zu dem Rahmenvertrag blieben zunächst unklar.
Grönland rückt ins geopolitische Zentrum: Trump droht Europa mit Zöllen und einem Militäreinsatz, falls die USA Grönland nicht kaufen können. Wie reagiert die EU im Streit um Grönland?
19.01.2026 | 2:03 minZweifel an Trumps Verlässlichkeit
Nach Einschätzung von Ulf Röller, ZDF-Korrespondent vor Ort in Davos, werde man bei dem Sondergipfel schon darüber sprechen, "was passiert, wenn Trump diesen Rahmenvertrag, den er gerade beschlossen hat, dann wieder hinterfragt". "Man weiß bei Trump nicht", so Röller. Und weiter:
Aber es wird jetzt erstmal keine Gegenzölle geben, ganz einfach, weil wenn Trump sich an die Absprachen hält, es eben auch keine Strafzölle seitens der Amerikaner gibt.
Ulf Röller, ZDF-Korrespondent
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuletzt deutlich gemacht, dass er eine Eskalation in dem Grönland-Konflikt vermeiden will. Der CDU-Politiker wird direkt vom Weltwirtschaftsforum in Davos zu dem EU-Sondergipfel nach Brüssel reisen.
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