Militärexpertin zu Trump-Grönland-Rede:Expertin: "Verhalten optimistisch, dass gute Lösung kommt"
"Langweilig" findet Expertin Gaub Trumps Rede in Davos. Aber: Man müsse immer darauf schauen, "was er tut". Da sei vieles, "was doch gut läuft". Das Ende der Nato sieht sie nicht.
Die diplomatischen Bemühungen, die Konflikte mit den USA zu lösen, seien groß, so Zukunftsforscherin Gaub. Es sei ein Fehler, sich vollständig auf die USA zu verlassen.
21.01.2026 | 6:22 minIn seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum hat US-Präsident Donald Trump ausgeschlossen, im Streit um Grönland Gewalt anzuwenden. "Ich muss keine Gewalt anwenden, ich will keine Gewalt anwenden, ich werde keine Gewalt anwenden", sagte Trump in Davos mit Blick auf Grönland.
Stattdessen sollte es "sofortige Verhandlungen" zur Übernahme durch die USA geben. Im Interview mit ZDFheute live zeigte sich Militärexpertin Florence Gaub im Anschluss an die Rede zuversichtlich, dass eine militärische Eskalation um Grönland noch abgewendet werden kann. "Ich glaube, dass es da wirklich noch zu einer diplomatischen Lösung kommen kann", betonte Gaub.
US-Präsident Trump hat bei seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos den Anspruch der USA auf Grönland bekräftigt – militärische Gewalt wolle er aber nicht anwenden.
21.01.2026 | 43:50 minKonflikt um Grönland bedroht Fortbestand der Nato
Dass im Nato-Hauptquartier auf diplomatischer Ebene derzeit viele Gespräche geführt würden, stimme sie zuversichtlich, so die Zukunftsforscherin. Trumps Aussagen in Davos ordnete Gaub als verbales Abrüsten ein:
Das war für Trump-Standards eine leichte Deeskalation.
Florence Gaub, Politikwissenschaftlerin
In den vergangenen Wochen hatte der US-Präsident im Gegensatz zu seiner heutigen Rede nicht ausgeschlossen, sich Grönland notfalls mit Gewalt "zu nehmen". Die Arktisinsel gehört zu Dänemark, ist aber weitgehend autonom. Sowohl die USA als auch Dänemark gehören der Nato an.
Es ist nicht angenehm, aber das Ende der Nato sehe ich nicht.
Florence Gaub, Politikwissenschaftlerin
Gaub: "Angriff auf Grönland wäre Ende der Nato"
Sollte es tatsächlich zu einem Angriff auf Grönland kommen, sieht Militärexpertin Gaub die Zukunft des westlichen Verteidigungsbündnisses bedroht: "Wenn es zu einer militärischen Eskalation um Grönland käme, wäre es natürlich das Ende der Nato, denn man kann nicht alliiert sein und sich dann gegenseitig angreifen", so Gaub.
Der große Verlierer der Diskussionen um Grönland sei, so die Militärexpertin, die Ukraine die sich gegen Russland wehren muss. Die gesamte mediale Berichterstattung sei von Grönland dominiert, so Gaub, "und dabei vergessen wir, dass in der Ukraine natürlich auch noch viel passiert."
Trump sieht Chancen für baldiges Ende des Ukraine-Krieges
US-Präsident Trump bekräftigte unterdessen erneut, dass er Chancen für ein baldiges Ende des Krieges Russlands gegen die Ukraine sieht. Ein Abkommen sei "ziemlich nah", sagte Trump in Davos und kündigte an, den ukrainischen Präsidenten Selenskyj am Donnerstag in der Schweiz treffen zu wollen.
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