Weltwirtschaftsforum: Trump fordert Grönland-Verhandlungen

Weltwirtschaftsforum in Davos:Trump fordert sofortige Verhandlungen über Grönland

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Er habe nicht vor, sich Grönland mit Gewalt einzuverleiben, sagt Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Stattdessen solle Dänemark in Verhandlungen treten.

US-Präsident Donald Trump spricht während der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Das von Friedrich Merz erhoffte Treffen fand wegen der Verspätung Trumps nicht statt. In seiner Rede bekräftigte Trump seinen Anspruch auf Grönland, will aber keine Gewalt anwenden.

21.01.2026 | 1:40 min

Sie wurde mit Spannung erwartet: die Rede von US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Wie würde sich der US-Präsident zu Handelskonflikten, seinen Forderungen in Bezug auf Grönland und den kürzlich von ihm angekündigten Zusatzzöllen gegen acht europäische Länder äußern?

Trump lobt Erfolge seiner bisherigen Amtszeit

Zunächst ging es jedoch in erster Linie um eins, als Trump ans Rednerpult trat. Er begann die Rede mit einer Aufzählung seiner vermeintlichen Erfolge in den ersten zwölf Monaten seiner Amtszeit: Der Wirtschaft gehe es blendend, den Menschen in den USA ebenfalls, die Grenzen seien sicher.

US-Präsident Donald Trump bekräftigt in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos seine Gebietsansprüche auf Grönland. Ulf Röller mit einer Einordnung.

US-Präsident Donald Trump will weiter Grönland erwerben und erklärte in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos nur die USA könnten die Insel schützen. Ulf Röller berichtet.

21.01.2026 | 0:58 min

"Wir waren vor einem Jahr ein totes Land, jetzt sind wir das angesagteste Land der Welt", lobte Trump sein eigenes Werk.

Anders sehe es in Europa aus, das unter anderem durch Migration und den Fokus auf erneuerbare Energien zerstört worden sei und sich "nicht in die richtige Richtung" bewege. Welche europäischen Länder Trump konkret meinte, sagte er nicht.

Donald Trump drohte bei seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum erneut mit US-Zöllen, sollte die NATO den US-Gebietsansprüchen auf Grönland im Weg stehen. Verena Garrett berichtet.

Donald Trump drohte bei seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum erneut mit US-Zöllen, sollte die NATO den US-Gebietsansprüchen auf Grönland im Weg stehen. Verena Garrett berichtet.

21.01.2026 | 0:56 min

Trump: Nur die USA können Grönland beschützen

Zu den US-Ansprüchen auf Grönland wiederholte er seine Begründung, dass kein anderes Nato-Land in der Lage sei, die Arktisinsel zu beschützen. Nur die USA seien dazu fähig, so Trump. "Wir sind eine Großmacht. (...) Ich glaube, sie haben das vor zwei Wochen in Venezuela herausgefunden", so der Präsident mit Blick auf den Sturz von Nicolás Maduro.

Florence Gaub Standbild

Die diplomatischen Bemühungen, die Konflikte mit den USA zu lösen, seien groß, so Zukunftsforscherin Gaub. Es sei ein Fehler, sich vollständig auf die USA zu verlassen.

21.01.2026 | 6:22 min

Die USA beabsichtigten allerdings nicht, militärische Gewalt gegen Grönland einzusetzen. Stattdessen sollte es "sofortige Verhandlungen" zur Übernahme Grönlands, das er mehrmals als "nur ein Stück Eis" bezeichnete, durch die USA geben.

Seinem Appell an die Nato, Washington die Übernahme Grönlands von Dänemark zu ermöglichen, fügte er eine bemerkenswerte Warnung hinzu: Die Bündnispartner könnten Ja sagen und man werde sich erkenntlich zeigen.

Oder Sie können 'Nein' sagen und wir werden uns daran erinnern.

Donald Trump, US-Präsident

Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, steht vor der Bundesbank-Zentrale in Frankfurt am Main.

US-Präsident Trump hat Zölle gegen EU-Staaten angekündigt. ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann spricht in Davos mit Bundesbankpräsident Joachim Nagel über mögliche Reaktionen auf diese Drohung.

21.01.2026 | 4:01 min

Trump sagt Venezuela rosige Zukunft voraus

"Venezuela wird in den nächsten sechs Monaten mehr Geld verdienen als in den vergangenen 20 Jahren, alle großen Ölkonzerne kommen ins Land. Es ist unglaublich", sagte Trump. Dem Land werde es großartig gehen.

Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine forderte er ein erneutes Kriegsende. Zu viele Menschen seien bereits gestorben.

Zimmermann Standbild

Der Kanzler zeige sich gegenüber Trump distanzierter als zu Beginn seiner Amtszeit, so ZDF-Korrespondentin Zimmermann. Streitpunkte blieben Handel und Verteidigung.

21.01.2026 | 3:25 min

Etwas mehr als 60 Minuten lang sprach Donald Trump vor dem Publikum in Davos. Über weite Teile der Rede war es schwer, dem US-Präsidenten zu folgen, häufig sprang er zwischen Themen wie Aktienkursen, US-Innenpolitik, Joe Bidens Präsidentschaft und der vermeintlichen Undankbarkeit anderer Länder gegenüber den USA hin und her.

ZDF-Korrespondent: Amerikanischer Wirtschaft geht es schlechter als behauptet

Dieses "Verweben" verschiedener Themen, wie Trump selbst seinen Redestil nennt, sei typisch für ihn, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen im Anschluss an die Rede bei ZDFheute live. "Wir würden das vielleicht auch als Mäandern empfinden."

Für die Manager, die Trump in Davos zuhörten und die für ihre Geschäfte auf Verlässlichkeit setzen, seien vor allem die Lobeshymnen Trumps auf die amerikanische Wirtschaft relevant gewesen. "Davon stimmte ein Gutteil schlicht und ergreifend nicht", so Theveßen und verweist etwa auf Strafzölle, Arbeitslosigkeit und Inflation.

ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen

Der US-Präsident verwebe verschiedene Themen, erklärt ZDF-Korrespondent Theveßen. Trump mache deutlich, dass er sein Wohlgefallen auf Länder richte, die in seinem Sinne handeln.

21.01.2026 | 10:09 min

Trump habe zudem erneut gezeigt, dass er es "mit demokratischen Grundprinzipien nicht so genau nehme", sagt Theveßen, etwa bei der Meinungs- oder Pressefreiheit oder freien Wahlen.

Und auch in Sachen Grönland "sollten wir ihn extrem ernst nehmen", sagt Theveßen. Mit seiner Warnung in Richtung Dänemark und Europa drohe er Gewalt nicht klar an, lasse die Bereitschaft dazu jedoch durchblicken. Und das käme durchaus als Androhung von Gewalt zwischen Bündnispartnern an.

Politikwissenschaftlerin Florence Gaub sieht darin im Gespräch mit ZDFheute live hingegen eher eine leichte Deeskalation, jedenfalls nach "Trump-Standards".

Quelle: AP, dpa, AFP, Reuters, ZDF
Über dieses Thema berichtete zdfheute live am 21.01.2026 ab 14:15 Uhr.

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