US-Sondergesandter trifft Putin:Ukraine-Gespräche in Moskau wohl ohne konkrete Ergebnisse
Die Ukraine-Gespräche zwischen Russlands Präsidenten Putin und US-Vertretern haben offenbar keinen Durchbruch gebracht. Beide Seiten vereinbarten, die Details nicht offenzulegen.
Eine US-Delegation spricht im Kreml mit Putin über ein Ende des Angriffskriegs auf die Ukraine. ZDF-Korrespondent Armin Coerper berichtet.
02.12.2025 | 3:37 minRussland und die USA sind einem Kriegsende in der Ukraine bei einem langen Treffen im Kreml anscheinend nicht näher gekommen. Die fünfstündigen Verhandlungen seien "produktiv" gewesen, sagte Juri Uschakow, außenpolitischer Berater von Russlands Präsident Wladimir Putin. Dennoch gebe es noch viel zu tun.
Uschakow fügte hinzu, dass eher der Rahmen des US-"Friedensvorschlags" besprochen worden sei als dessen "konkrete Formulierungen". Auf die Frage, ob der Frieden nach diesen Gesprächen näher oder weiter entfernt sei, sagte Uschakow: "Nicht weiter, das ist sicher."
Russland und die USA haben bei einem Treffen keine Einigung über eine Friedenslösung für die Ukraine erzielt. Die Gespräche seien konstruktiv gewesen, so Putins Berater Uschakow.
03.12.2025 | 0:26 minUkraine-Gespräche in Moskau: Keine Einigung bei Territorien
Allerdings sei bisher kein Kompromiss in der Frage der Territorien gefunden worden - ohne den sehe der Kreml "keine Lösung der Krise", sagte Uschakow. Auch mit bestimmten Formulierungen sei die russische Seite nicht einverstanden. Es habe weitere Streitpunkte gegeben, dazu nannte Uschakow jedoch keine Details. "Bei einigen Dingen konnten wir uns einigen, und der Präsident hat dies seinen Gesprächspartnern bestätigt", sagte er.
Andere Punkte stießen auf Kritik, und der Präsident hat unsere kritische und sogar negative Haltung gegenüber einer Reihe von Vorschlägen ebenfalls nicht verborgen.
Juri Uschakow, außenpolitischer Berater von Wladimir Putin
US-Außenminister Rubio strebt eine Lösung im Krieg an, die die Zukunft der Ukraine schützt. Die Entscheidungen aus Russland hängen von Putin ab. Rubio zeigt sich zuversichtlich.
03.12.2025 | 0:42 minDer Putin-Berater erklärte, es sei vereinbart worden, die Verhandlungslinie nicht öffentlich zu machen. Die amerikanischen Unterhändler wollten zunächst US-Präsident Donald Trump über die Ergebnisse informieren - und danach wieder mit Russland Kontakt aufnehmen. Von Kontakten Richtung Ukraine war nicht die Rede, auch wenn der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Besuch in Dublin sagte, er warte auf Ergebnisse des russisch-amerikanischen Treffens in Moskau.
Rubio sieht Fortschritte nach Ukraine-Gesprächen
Putin traf sich im Kreml mit dem Sondergesandten von Trump, Steve Witkoff, sowie Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner. Am Verhandlungstisch saß zudem auf russischer Seite neben Uschakow ein weiterer Kreml-Berater, Kirill Dmitrijew. Die Gespräche hatten spät am Dienstag begonnen.
03.12.2025 Schaltgespräch mit Ulf Röller (Leiter ZDF-Studio Brüssel) u.a. zur EU-Kommission, der NATO und Trumps Ukraine-Politik
03.12.2025 | 9:14 minUS-Außenminister Marco Rubio gab sich im Anschluss zuversichtlich: "Was wir also versucht haben - und ich denke, wir haben dabei einige Fortschritte erzielt - ist herauszufinden, womit die Ukrainer leben könnten, das ihnen Sicherheitsgarantien für die Zukunft gibt", sagte Rubio in einem am Dienstag (Ortszeit) ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox News.
Jeder wie auch immer geartete Frieden würde die Möglichkeit eröffnen, dass Russland und die USA wieder miteinander Geschäfte machen, so USA-Korrespondent David Sauer.
03.12.2025 | 1:26 minZDF-Korrespondent: Treffen "Teil einer einzigen großen Inszenierung"
Nach Einschätzung von ZDF-Korrespondent Armin Coerper sei das Treffen dagegen "Teil einer einzigen großen Inszenierung".
Man habe im Kreml schnell verstanden, dass es sich bei Trump und seiner Entourage nicht um Diplomaten handle, "sondern um amerikanische Geschäftsleute", so Coerper. "Und das Spiel spielen sie mit." So habe auch Kirill Dmitrijew teilgenommen - ein Investmentbanker mit Beziehungen in die USA, der Chef des staatlichen Investmentfonds Russlands war: "Der spricht die Sprache von Witkoff."
Der US-Sondergesandte Witkoff traf in Moskau Russlands Machthaber Putin zu Verhandlungen.
02.12.2025 | 2:25 minGespräche über die Ukraine hinweg
Er könne sich zudem kaum vorstellen, dass bei den Unterredungen in Moskau auch ein Waffenstillstand eine Rolle gespielt habe, so Coerper. "Da finden jetzt Gespräche zwischen Russland und den USA über die Ukraine hinweg, über den Frieden statt, während immer noch gekämpft wird."
Putin wolle am Verhandlungstisch immer wieder neue "vermeintliche militärische Erfolge" präsentieren, um sein Gegenüber unter Druck zu setzen - "und zwar maximal". Dies scheine ihm offenbar auch zu gelingen.
An mehreren Orten auf der Welt laufen in dieser Woche Verhandlungen um einen Frieden in der Ukraine.
01.12.2025 | 1:50 minPutin braucht "Exit-Strategie"
Für Putin sei offenbar wichtig, aus einer Position der militärischen Stärke heraus zu verhandeln - ohne zu wissen, wie lange diese noch anhalte, erklärte Coerper. Ukrainische Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur setzten dem Land durchaus zu. Auch die jüngsten US-Sanktionen gegen die Ölwirtschaft hätten das Potenzial, der russischen Kriegswirtschaft zu schaden, so Coerper.
Putin habe schon im Blick, dass er eine "Exit-Strategie aus diesem Krieg braucht - möglichst gesichtswahrend für ihn". Die aktuellen Gespräche seien für ihn daher der Beginn eines Tests, inwiefern die Amerikaner bereit seien, ihm einen solchen Ausweg zu bereiten.
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