Machtwechsel in Minnesota:Trump-Vertrauter übernimmt ICE-Kommando in Minneapolis
Gregory Bovino ist das Gesicht der ICE-Operation in Minneapolis, wo allein im Januar zwei Menschen durch seine Beamten starben. Jetzt ersetzt ihn Trump durch einen alten Bekannten.
Die Proteste gegen die US-Einwanderungspolizei ICE in Minneapolis gehen weiter. Verantwortlich für das harte Vorgehen ist Gregory Bovino, der sich selbst schwer bewaffnet zeigt.
27.01.2026 | 2:23 minDie Nerven in Minneapolis liegen blank: Zwei Menschen wurden seit Jahresanfang von maskierten Bundesbeamten der Migrationsbehörde ICE aus nächster Nähe erschossen. Nun soll es einen Wechsel an der Spitze des umstrittenen Einsatzes geben. Wer sind die Männer, die Trumps Versprechen rigoroser Abschiebungen umsetzen?
Gregory Bovino: Das Gesicht von ICE
Kaum ein Name und ein Gesicht werden so sehr mit den Razzien in Verbindung gebracht wie Gregory Bovino. Aufgewachsen in North Carolina, blickt der 55-Jährige bereits auf eine 30-jährige Karriere bei der US-Grenzschutzbehörde Border Patrol zurück. Nach den jüngsten Vorkommnissen in Minneapolis wird er nach Kalifornien versetzt, wie US-Medien unter Berufung auf das US-Innenministerium berichteten.
Schon vor seinem Einsatz in Minneapolis war Greg Bovino für sein rücksichtsloses Vorgehen gegen Einwanderer bekannt.
Quelle: AFPAls "commander at large" - also Chef eines mobilen Kommandos der Border Patrol - war er im vergangenen Jahr unter anderem in Chicago, Charlotte und New Orleans im Einsatz. Auch dort war es zu Auseinandersetzungen mit Bürgern und scharfer Kritik gekommen.
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Anfang Januar starb eine Mutter in Minnesota durch einen ICE-Beamten. Der Widerstand wächst.
21.01.2026 | 13:28 min"Little Napoleon" selbst für Trump zu aggressiv
Mit Bovinos "turn and burn"-Taktik, dem blitzschnellen, aggressiven Vorgehen gegen mutmaßlich irreguläre Einwanderer und allen, die sich seinen Beamten in den Weg stellen, schockierte er viele Amerikaner. Dazu gehört auch, dass er Vorwürfe mit scharfen Statements zurückweist.
Bei US-Präsident Donald Trump verschaffte ihm das Vorgehen zunächst Anerkennung. Nach dem gewaltsamen Tod des Krankenpflegers Alex Pretti durch Bundesbeamte in Minneapolis trat Bovino vor die Presse und behauptete, dieser habe ein "Massaker" unter seinen Leuten anrichten wollen - ohne Beweise vorzulegen.
Tödliche ICE-Einsätze in Minneapolis, der politische Druck auf Donald Trump wächst. Eskaliert die Gewalt in den USA oder lenkt das Weiße Haus ein?
27.01.2026 | 46:30 minAuf seinen Social-Media-Accounts präsentiert sich der wegen seiner geringen Körpergröße als "Little Napoleon" verspottete Bovino gerne in martialischen Posen. Teils wird ihm vorgeworfen, sich dabei einer Nazi-Ästhetik zu bedienen, wegen seines militärischen Haarschnitts und eines zweireihigen Mantels mit ausladendem Kragen. Auch eine parteipolitische Instrumentalisierung der ICE-Behörde durch Bovino in seinen hollywoodreifen Social-Media-Clips sorgte für Vergleiche mit Polizeibehörden in autokratischen Systemen.
X-Post über Gregory Bovino
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Tom Homan: Trumps "Grenzschutz-Zar" aus der ersten Amtszeit
Den Einsatz in den Twin Cities soll nun Tom Homan übernehmen. Er sei "hart aber fair" und werde "direkt" an ihn berichten, verkündete Trump. Der "Grenzschutz-Zar" des US-Präsidenten wird vor allem mit dem Vorgehen gegen irreguläre Einwanderer während der ersten Amtszeit des Republikaners in Verbindung gebracht.
Tom Homan ist schon durch seine harte Migrationspolitik aus Trumps erster Amtszeit bekannt.
Quelle: ddpHoman blickt auf eine vier Jahrzehnte währende Karriere in verschiedenen Grenzschutzbehörden zurück und ist mit der Oberaufsicht über Trumps Abschiebe-Politik betraut. Im Wahljahr 2024 kündigte er an, er werde "den größten Abschiebeeinsatz durchführen, den dieses Land je gesehen hat".
Umstritten ist Homan vor allem wegen seiner Rolle bei der Trennung von Familien in den Jahren 2017 und 2018. Als Teil einer "Nulltoleranz-Politik" wurden Kinder damals ihren Eltern weggenommen, wenn Familien beim irregulären Grenzübertritt in die USA festgenommen wurden.
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Trumps Versprechen von Massendeportationen wird in den USA zur Realität. Doch die brutalen Methoden der Einwanderungsbehörde stoßen auf immer mehr Widerstand im Land.
02.07.2025 | 21:06 minNeuer ICE-Chef in Minneapolis ein Kritiker des alten?
Trotzdem gilt Homan als weniger toxisch für die angespannte Situation in Minneapolis. Obwohl der 64-Jährige ebenfalls als Hardliner gilt, der massenhafte Abschiebungen befürwortet, soll er Medienberichten zufolge dem aggressiven Vorgehen der ICE-Behörde in Minneapolis kritisch gegenüberstehen.
Die Sprecherin des Heimatschutzministeriums, Tricia McLaughlin, bestritt, dass Bovino von seinen Pflichten entbunden worden sei. Sie reagierte damit auf einen Post eines Journalisten, der angab, dass die Stelle des "commander at large" aufgelöst worden sei. Sowohl ICE als auch die Border Patrol unterstehen dem US-Heimatschutzministerium.
Schon vor den Vorfällen in Minneapolis stand ICE in der Kritik. Wie viel Macht hat die Einwanderungsbehörde? ZDFheute live analysiert.
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