Trump zieht Bundesbeamte aus Minneapolis ab - warum lenkt er ein?

ZDF-Korrespondent zu Trumps Einlenken:ICE-Einsätze in Minneapolis: "Selbst Trump ging es zu weit"

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US-Präsident Trump hat Bundesbeamte aus Minneapolis abgezogen. Nachdem die Lage dort eskaliert war, übten laut ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen selbst Republikaner Druck aus.

ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen

ICE sei weiterhin im ganzen Land aktiv, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen. ICE habe etwa 12.000 Agenten und es gebe Hinweise, dass ICE-Agenten nach Milwaukee in Wisconsin weiterziehen.

27.01.2026 | 13:55 min

Unter dem Eindruck landesweiter Proteste in den USA gegen seine rigorose Abschiebepolitik und das brutale Vorgehen hochgerüsteter Einsatzkräfte in Minneapolis deutet Präsident Donald Trump Kompromissbereitschaft an.

Gregory Bovino soll Minneapolis verlassen

Einige Bundesbeamte sollen aus Minneapolis abgezogen werden, unter ihnen ist auch der umstrittene Kommandeur der Grenzschutzbehörde Border Patrol, Gregory Bovino. Laut der US-Regierung soll der Hardliner Tom Homan künftig die Einsätze der zu Tausenden nach Minneapolis beorderten Bundesbeamten überwachen.

Gut möglich, dass selbst Trump die jüngsten Ereignisse in Minneapolis zu weit gingen, sagt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen bei ZDFheute live. Dass am Dienstag offenbar erneut US-Bundesbeamte auf einen Menschen geschossen haben, diesmal in Arizona, war zum Zeitpunkt der Aufzeichnung noch nicht bekannt.



Am Samstag war der Krankenpfleger Alex Pretti bei einem Einsatz von Bundesbeamten in Minneapolis auf der Straße erschossen worden, obwohl von ihm - nach Videoaufnahmen zu urteilen - keine akute Bedrohung für die Einsatzkräfte ausging. Trump und weitere Mitglieder seiner Regierung behaupteten jedoch zunächst das Gegenteil.

US-Rechtsprofessor Kirk Junker

ICE-Behörden setzen Bundesgesetze in den USA durch und das sei völlig unabhängig von den Bundesländern, sagt US-Jurist Junker. Wohin sie von Trump geschickt werden, habe ein politisches Muster.

27.01.2026 | 10:19 min

Druck der Republikaner auf Trump steigt

Nachdem klar geworden war, dass sowohl Trump selbst als auch das Heimatschutzministerium über den Fall von Alexander Pretti in Minneapolis gelogen hatten, taten immer mehr Republikaner ihren Unmut kund, berichtet Theveßen. Auch einige Unternehmen äußerten Kritik.

"Unter diesem Eindruck hat Donald Trump offenbar entschieden, dass er Greg Bovino abzieht aus Minneapolis und Tom Homan schickt", sagt Theveßen.

Homan blickt auf eine vier Jahrzehnte währende Karriere in verschiedenen Grenzschutzbehörden zurück und ist mit der Oberaufsicht über Trumps Abschiebe-Politik betraut.

Homan, sagt Theveßen, pflege zwar auch eine scharfe Rhetorik, sei in seinem Vorgehen gegen illegale Einwanderer aber präziser und zielgerichteter und lege den Fokus zuallererst auf Straftäter. Das Vorgehen der Bundesbehörden in Minneapolis sieht er laut Medienberichten durchaus kritisch.

"ICE"-Beamte in Minneapolis

Nach den erneuten tödlichen Schüssen durch die amerikanische Einwanderungsbehörde ICE sollen erste Bundesbeamte Minneapolis verlassen. In der Stadt hatte es heftige Proteste gegeben.

27.01.2026 | 0:23 min

Trump braucht Demokraten für Haushalts-Abstimmung

Das vordergründige Nachgeben Trumps könnte auch damit erklärt werden, dass er selbst auf die Kompromissbereitschaft der Opposition angewiesen ist.

Mitglieder der Demokratischen Partei haben die Welle des Protests auf der Straße aufgenommen und tragen ihn nun ins US-Parlament: Sie drohen damit, ein Gesetzespaket für den Haushalt nur dann zu billigen, wenn Budgetmittel für die Migrationsbehörden davon ausgenommen werden. So wollen sie die Finanzierung der Abschieberazzien vorerst blockieren.

ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen

Nach den erneuten tödlichen Schüssen von US-Beamten in Minneapolis kritisieren auch Republikaner den Umgang der US-Regierung mit der Situation. ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen berichtet.

26.01.2026 | 1:30 min

Da am Freitag der Übergangshaushalt der USA ausläuft, tickt die Uhr für Trump und die Republikanische Partei. Sollte es keine Einigung mit den Demokraten geben, würden große Teile des Regierungsgeschäfts erneut zum Stillstand kommen.

Einen solchen "Shutdown" gab es bereits von Oktober bis November vergangenen Jahres - er ging als bislang längster in die Geschichte der USA ein.

Ob Donald Trump nun wirklich den Kurs wechselt oder er die Agenten aus Minneapolis nur abzieht, um erst einmal für Ruhe zu sorgen und "(wir) dann möglicherweise in Milwaukee oder anderswo ähnliche Szenen erleben", bleibt laut Elmar Theveßen abzuwarten.

Quelle: dpa, ZDF
Über dieses Thema berichtete ZDFheute live am 27.01.2026 ab 19.30 Uhr.

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