Tödlicher Vorfall in US-Großstadt:Schüsse bei ICE-Einsatz: Mann stirbt in Minneapolis
In der US-Großstadt Minneapolis haben Bundesbeamte bei einem Einsatz erneut Schüsse abgegeben - und einen Mann getötet. Gouverneur Walz kritisiert US-Präsident Trump scharf.
Im US-Bundesstaat Minnesota haben tausende Menschen gegen das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE protestiert.
24.01.2026 | 0:21 minIn der US-Großstadt Minneapolis haben Bundesbeamte erneut einen Menschen erschossen. Das US-Heimatschutzministerium bestätigte den Tod und erklärte, der Mann sei bewaffnet gewesen. Der Gouverneur von Minneapolis, Tim Walz, schrieb auf der Plattform X, es habe erneut eine "schreckliche Schießerei durch Bundesagenten" gegeben.
Auf einem in sozialen Medien geposteten Video, das vom ZDF verifiziert werden konnte, ist der tödliche Vorfall zu sehen:
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Tödliche Schüsse in Minneapolis: Gouverneur Walz fordert Ende von ICE-Einsatz
Der Vorfall habe sich am Rande einer ICE-Operation ereignet, erklärte ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen. Aus einem weiteren verifizierten Video wisse man, dass der getötete Mann - laut dem Polizeichef von Minneapolis ein 37-jähriger amerikanischer Staatsbürger - die US-Bundesbeamten bei ihrem Einsatz gefilmt habe. "Der Mann wurde noch am Ort für tot erklärt", so Theveßen.
Das Heimatministerium teilte in sozialen Medien zudem mit, die Beamten hätten eine Operation gegen einen wegen Körperverletzung gesuchten Ausländer durchgeführt, der sich illegal in den USA aufgehalten haben soll, als eine Person sich mit einer Halbautomatikpistole genähert habe. "Dafür gibt es bisher keinerlei Belege", sagt ZDF-Korrespondent Theveßen über den vom Ministerium beschriebenen Hergang.
Minneapolis' Polizeichef Brian O'Hara sagte, der erschossene Mann sei ein rechtmäßiger Waffenbesitzer gewesen. Er habe auch das Recht gehabt, seine Waffe mit sich zu führen. Das Heimatministerium veröffentlichte das Foto einer Pistole.
Die Stimmung ist sehr aufgeheizt in Minneapolis, Hunderte von Demonstranten sind auf die Straße gekommen nach diesem Vorfall. Und es hat erste Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften gegeben.
Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios Washington
Die US-Einwanderungsbehörde ICE hat in Minneapolis einen fünfjährigen Jungen in eine Hafteinrichtung für Migranten in Texas gebracht. US-Vizepräsident Vance verteidigte das Vorgehen.
23.01.2026 | 0:26 minGouverneur Walz forderte ein sofortiges Ende des von US-Präsident Donald Trump forcierten Einsatzes der Behörde ICE. "Das ist widerlich. Der Präsident muss diese Operation beenden", schrieb Walz. "Ziehen Sie die Tausenden von gewalttätigen, untrainierten Beamten aus Minnesota ab. Jetzt."
X-Posting von Tim Walz
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Minneapolis: Proteste nach vorherigem tödlichen ICE-Einsatz
Vor rund zwei Wochen war in Minneapolis bereits eine Frau von einem Beamten des ICE in ihrem Auto erschossen worden. Die US-Regierung hatte die Schüsse gerechtfertigt und erklärt, die Frau habe den Beamten angefahren. Ein Video von dem Vorfall, das ins Internet gestellt worden war, weckte Zweifel an dieser Darstellung.
Der Republikaner Trump hat Tausende Bundesbeamte der Einwanderungsbehörde in von Demokraten geführte Städte in den gesamten USA entsandt. Dies hat zu Protesten und Zwischenfällen geführt. Wiederholt hatte es Vorwürfe gegeben, Trump wolle damit Aufruhr in demokratisch geführten Bundesstaaten schüren, den es ansonsten gar nicht gegeben hätte.
Nach dem Tod einer Mutter in Minnesota durch einen ICE-Beamten steigt der Widerstand gegen Trumps Abschiebepolitik. Zehntausende Menschen sitzen in Abschiebezentren der Einwanderungsbehörde.
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