ICE-Einsatz in Minneapolis: Mann erschossen - was bekannt ist

In US-Großstadt Minneapolis:Mann bei ICE-Einsatz erschossen: Was zum Vorfall bekannt ist

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In der US-Großstadt Minneapolis haben Bundesbeamte bei einem Einsatz erneut Schüsse abgegeben und einen Mann getötet. Was zu dem Vorfall bekannt ist - und wie Reaktionen ausfallen.

Menschen besuchen stehen an der gedenkstätte von Renee Good. Polizei-Absperrband ist im Vordergrund zu sehen

Nach dem zweiten tödlichen Schusswaffeneinsatz durch US-Bundesbeamte in Minneapolis werden die Rufe nach umfassenden Ermittlungen zu dem Fall lauter – auch unter den Republikanern.

26.01.2026 | 3:04 min

In der US-Großstadt Minneapolis haben Bundesbeamte erneut einen Menschen erschossen. Das US-Heimatschutzministerium bestätigte den Tod und erklärte, der Mann sei bewaffnet gewesen.

Der Vorfall habe sich am Rande einer ICE-Operation ereignet, erklärte ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen. Aus einem weiteren verifizierten Video wisse man, dass der getötete Mann die US-Bundesbeamten bei ihrem Einsatz gefilmt habe. Polizeichef O'Hara sagte, es handle sich bei dem Toten um den 37-jährigen US-Bürger Alex Pretti. Er hat als Krankenpfleger gearbeitet.

Die Stimmung ist sehr aufgeheizt in Minneapolis, Hunderte von Demonstranten sind auf die Straße gekommen nach diesem Vorfall.

Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios Washington

Korrespondent Elmar Theveßen aus Washington

Nach einem erneuten Einsatz der ICE-Behörde, bei dem ein 37-Jähriger ums Leben kam, steht der Staat Minnesota im Konflikt mit Washington. Elmar Theveßen berichtet über die neuen Entwicklungen.

25.01.2026 | 0:59 min

Was zeigen Videos zu dem tödlichen ICE-Einsatz in Minneapolis?

Von dem Vorfall auf offener Straße kursieren mehrere Augenzeugenvideos aus verschiedenen Perspektiven im Netz. Auf einem davon, das das ZDF verifizieren konnte, ist zu sehen, wie mehrere Vermummte in Einsatzkleidung eine Person gewaltsam zu Boden bringen und versuchen, diese zu fixieren. Offenkundig handelt es sich dabei um Alex Pretti. Am Ende wird er von mehreren Einsatzkräften umringt.

Dann fallen Schüsse, dem Ton nach sind es etwa zehn. Es kann sein, dass verschiedene Personen schießen, eindeutig ist das den Aufnahmen nicht zu entnehmen. Auch als der Mann regungslos am Boden liegt, schießt mindestens einer der Vermummten weiter auf ihn.

Zur Frage der möglichen Bewaffnung Prettis, der nach Polizeiangaben zum Tragen einer Schusswaffe berechtigt war, kann man keine klare Aussage treffen. Auf einem der in sozialen Netzwerken kursierenden Videos scheint es so, als sei ihm von einem Beamten eine Pistole abgenommen worden - allerdings schon kurz vor den ersten Schüssen, was die These von der angeblichen akuten Lebensgefahr für die Einsatzkräfte zusätzlich infrage stellen würde.

Demonstranten skandieren Parolen und schlagen auf Mülleimer, während sie hinter einer provisorischen Barrikade stehen, während einer Demonstration als Reaktion auf den Tod des 37-jährigen Alex Pretti.

In Minneapolis ist am Samstag wieder ein Mensch von Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE erschossen worden. Die lokalen Behörden haben nun die Nationalgarde angefordert.

25.01.2026 | 0:29 min

Das Heimatministerium veröffentlichte das Foto einer Pistole. US-Präsident Donald Trump betonte, dass die Waffe geladen gewesen sei. Trumps einflussreicher Vizestabschef Stephen Miller sprach von einem "inländischen Terroristen".

Eltern des Getöteten werfen US-Regierung Lügen vor

Es ist unklar, ob die getötete Person am Einsatzort oder erst im Krankenhaus starb. Laut Heimatschutzministerium wurde der Mann vor Ort für tot erklärt. Minneapolis' Polizeichef Brian O'Hara sprach hingegen davon, dass er erst im Krankenhaus für tot erklärt wurde.

Die Eltern des Opfers werfen den Einsatzkräften vor, ihren Sohn ohne legitimen Grund erschossen zu haben. "Die abscheulichen Lügen, die die Regierung über unseren Sohn verbreitet, sind verwerflich und widerwärtig", heißt es in einer Stellungnahme. Er habe keine Waffe in der Hand gehalten, "als er von Trumps mordenden und feigen ICE-Gangstern angegriffen wird".

In Minneapolis gab es als Reaktion auf den Tod des 37-jährigen Opfers neue Proteste. Hunderte Menschen haben in Minneapolis eine Mahnwache abgehalten und dem Getöteten gedacht. Sie zündeten Kerzen an, legten Blumen nieder und standen schweigend beisammen.

Minneapolis: Ein Paar bei einer Mahnwache für den getöteten 37-Jährigen.

Ein Paar bei einer Mahnwache für den getöteten 37-Jährigen.

Quelle: AP

Gouverneur Walz fordert Ende von ICE-Einsatz - Trump kritisiert Demokraten

Der Gouverneur von Minneapolis, Tim Walz, forderte ein sofortiges Ende des von Trump forcierten Einsatzes der Behörde ICE. "Das ist widerlich. Der Präsident muss diese Operation beenden", schrieb Walz auf der Plattform X. "Ziehen Sie die Tausenden von gewalttätigen, untrainierten Beamten aus Minnesota ab. Jetzt."

X-Posting von Tim Walz

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Die Schussabgabe müsse von Ermittlern des Bundesstaates untersucht werden. "Der Bundesregierung können diese Ermittlungen nicht anvertraut werden", sagte der Demokrat.

Trump wirft Demokraten Aufstachelung vor

Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, richtete sich in einer Pressekonferenz direkt an den US-Präsidenten. "Wie viele Amerikaner müssen noch sterben oder schwer verletzt werden, damit dieser Einsatz beendet wird?" Wenn das Ziel der Mission darin bestehe, für Frieden und Sicherheit zu sorgen, dann bewirke sie genau das Gegenteil.

Tausende Demonstranten marschieren während des ICE-Out-Day in Minneapolis, Minnesota. Aufnahme von schräg oben.

Im US-Bundesstaat Minnesota haben Tausende Menschen gegen das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE protestiert.

24.01.2026 | 0:21 min

Er bat die Nationalgarde des Bundesstaats Minnesota um Hilfe, weil die Polizei "wegen der Beeinträchtigung der öffentlichen Sicherheit durch Beamte der Einwanderungsbehörde" personelle Unterstützung benötige. Die Demokraten im Kongress drohen damit, Haushaltsmittel für die Heimatschutzbehörde zu blockieren.

Trump warf Politikern der Demokraten dagegen vor, einen "Aufstand" anzustacheln. Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, und der Gouverneur des Bundesstaates Minnesota, Tim Walz, würden "mit ihrer großspurigen, gefährlichen und arroganten Rhetorik zu einem Aufstand" anstacheln, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social.

Minneapolis: Proteste nach vorherigem tödlichen ICE-Einsatz

Vor rund zwei Wochen war in Minneapolis bereits eine Frau von einem ICE-Beamten in ihrem Auto erschossen worden. Die US-Regierung hatte die Schüsse gerechtfertigt und erklärt, die Frau habe den Beamten angefahren. Ein Video von dem Vorfall, das ins Internet gestellt worden war, weckte Zweifel an dieser Darstellung.

Protestierende gegen Einwanderungsbehörde ICE auf Straßen in Minnesota

Nach dem Tod einer Mutter in Minnesota durch einen ICE-Beamten steigt der Widerstand gegen Trumps Abschiebepolitik. Zehntausende Menschen sitzen in Abschiebezentren der Einwanderungsbehörde.

21.01.2026 | 13:28 min

Der Republikaner Trump hat Tausende Bundesbeamte der Einwanderungsbehörde in von Demokraten geführte Städte in den gesamten USA entsandt. Dies hat zu Protesten und Zwischenfällen geführt. Wiederholt hatte es Vorwürfe gegeben, Trump wolle damit Aufruhr in demokratisch geführten Bundesstaaten schüren, den es ansonsten gar nicht gegeben hätte.

Quelle: dpa, AP, Reuters
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, etwa ZDFheute Xpress am 25.01.2026 um 11:55 Uhr, die heute-Nachrichten am 24.01.2026 ab 19 Uhr und das ZDF heute journal am 24.01.2026 ab 21:10 Uhr.

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  3. Tränengas wird gegen Demonstranten eingesetzt, nachdem es in der Nähe des Ortes, wo Renee Nicole Good von einem ICE‑Beamten erschossen wurde, zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und Bundesbeamten kommt.
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