US-Staatsbesuch des Königspaars:Charles bei Trump: Die Mission des Königs
von Hilke Petersen
Stresstest für die Beziehung zwischen USA und UK. Seit Beginn des Iran-Kriegs greift Trump den britischen Regierungschef immer wieder an. Nun soll König Charles die Wogen glätten.
Das Verhältnis zwischen den USA und Großbritannien ist seit dem Iran-Krieg angespannt - Ein Grund scheint zu sein, dass Großbritannien den USA ihre militärischen Stützpunkte versagt hatte.
26.04.2026 | 2:08 minWenn der britische Monarch auf Staatsbesuch geht, dann tut er das immer auf Wunsch seiner Regierung. Die wählt die Reiseziele des Staatsoberhaupts sorgfältig aus nach ihren Zwecken. Sie setzt auf die diplomatische Softpower des Königs, der in der konstitutionellen Monarchie politisch neutral auftreten muss. Jede britische Regierung versteht sich als "His Majesty's Government".
Und so werden der Monarch Charles und seine Frau Camilla ab Montag in den USA erwartet. Laut aktuellem Stand wird ihre Reise trotz der Schüsse am Rande eines Dinners mit US-Präsident Donald Trump stattfinden.
Für sein Engagement im Umweltschutz wurde König Charles in Schottland mit dem grünen "Blue Peter"-Abzeichen gewürdigt. Er informierte sich außerdem über die Gestaltung eines Schulgartens.
23.04.2026 | 0:46 minDie USA werden 250
Anlass für die Reise von Charles und Camilla ist der 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten in diesem Jahr. Sie hatten am 4. Juli 1776 ihre Unabhängigkeitserklärung verabschiedet, mit der sich die ehemaligen britischen Kolonien zu unabhängigen Staaten erklärten und sich abwendeten vom damaligen englischen König, George III.
Soweit die Geschichte. Die Zeitgenossen erleben gerade den Abnabelungsprozess 2.0, seit US-Präsident Trump Europa und dem Verbündeten Großbritannien klarmacht, dass sie auf militärische Hilfe der USA besser nicht mehr zählen sollten.
Trotzdem fordert Amerika für den US-israelischen Krieg im Nahen Osten europäische und britische Unterstützung in der blockierten Straße von Hormus. Um dort einen möglichen Waffenstillstand zu sichern, stehen die militärischen Partner bereit. Doch der britische Premierminister Starmer erklärt, sein Land ließe sich nicht in einen Krieg hineinziehen.
Beim großen Staatsbankett in Windsor sparen König Charles und sein Ehrengast Trump nicht mit gegenseitigen Komplimenten. Gleichzeitig protestierten Tausende auf Londons Straßen gegen Trump.
18.09.2025 | 2:31 minDiffamierungen durch US-Präsident Trump
Trump überzieht Starmer seither mit einer Serie von Verächtlichmachungen. Er sei eben nicht wie der große Kriegs-Premier Winston Churchill - erklärte Trump wieder und wieder.
Ich bin enttäuscht von Keir. Ich mag ihn, aber bin enttäuscht.
Donald Trump
Über The Royal Marines machte Trump sich lustig, weil eins ihrer Schiffe noch im Dock war, als er es längst im Nahen Osten sehen wollte: Britische Schiffe brauche er dort nicht mehr, wenn er doch den Krieg längst gewonnen habe, so Trump. In Großbritannien ertrug man die Anwürfe und rang still um Fassung. Motto: Keep calm and carry on.
Zum ersten Mal seit 37 Jahren besuchte ein Staatsoberhaupt aus Nigeria das Vereinigte Königreich. Aus diesem Anlass empfing König Charles Präsident Tinubu im März mit einem Bankett auf Schloss Windsor.
19.03.2026 | 1:06 minTrump bewundert die Monarchie
Nun also kommt der König ins Spiel. Die letzte Begegnung mit Trump liegt nicht lange zurück: Im September tafelte man gemeinsam beim Staatsbankett mit 160 anderen im Schloss Windsor, drehte Runden in der Goldenen Kutsche und versicherte sich tiefer Verbundenheit beider Länder.
Ein Staatsbankett und zugehörige Tischreden wird es nun auch in Washington geben. Und alle hoffen, dass Trump wie immer empfänglich sein wird für den royalen Glanz, den die Gäste verbreiten. Der ihn milde stimmen könnte. Und ihm schmeichelt.
Wie sehr der König die Aufgabe schätzt, darüber ist öffentlich nichts bekannt. Es gehört zur Job-Beschreibung des reisenden Monarchen, neutral und glanzvoll zu wirken. Dabei unauffällig politische Botschaften zu senden, die ankommen sollen beim Gastgeber.
September 2025 empfing King Charles US-Präsident Trump mit Pomp und militärischen Ehren. Überlagert wurde der Staatsbesuch von Protesten und der Epstein-Affäre.
17.09.2025 | 28:27 minGroßbritannien soll sich als nützlich erweisen
Tatsächlich wird die alte Freundschaft in Zukunft wohl mehr britische Resilienz erfordern. Denn Trump hat eine neue Kultur begründet und wachsende Unterschiede klar gemacht. Der alte Konsens, dass beide Staaten an freien Handel glauben, ist längst kaputt, erschüttert von Trumps Zollkrieg. Die Vorstellungen klaffen weit auseinander, welcher Natur ein Frieden zwischen Russland und der Ukraine sein dürfte.
Der Vorsitzende des Ausschusses für Internationale Beziehungen und Verteidigung im House of Lords Lord Robertson stellt nüchtern fest, die Briten müssten sich anpassen. Das sei viel ratsamer, als sich abzukoppeln. Denn das würde das Vereinigte Königreich weniger sicher und weniger wohlhabend machen.
Queen Elizabeth II. wäre am 21. April 2026 100 Jahre alt geworden. Ihr Sohn, König Charles III., erinnerte in einer Videobotschaft an seine verstorbene Mutter.
21.04.2026 | 0:31 min"In einem traurigen Zustand" sei die berühmte special relationship, bescheinigte Trump den Briten dieser Tage wieder.
Dabei müssen wir souveräne militärische Kapazitäten wieder aufbauen, um einen Wert als Partner der Vereinigten Staaten gewissenhaft unter Beweis zu stellen.
Lord Robertson, Verfasser des "Strategic Defence Review" für die britische Regierung
Trump: Starmer soll Migrationspolitik verschärfen
Trump lässt inzwischen wissen, Starmer könne im Ansehen wieder steigen. Dazu müsse er aber seine Migrationspolitik verschärfen und zulassen, dass in der Nordsee nach Öl gebohrt werden dürfe.
In Washington planen sie derweil an einem Staatsbankett für das Königspaar und allerlei zeremonielle Aufmärsche des Militärs. Der Höhepunkt: Eine Rede von Charles vor dem US-Kongress. Die zu schreiben, da hilft die Regierung Seiner Majestät traditionell mit.
Hilke Petersen ist Studioleiterin im ZDF-Studio London.
Erster Besuch seit dem Bruch mit dem britischen Königshaus: Für vier Tage reisten Harry und Meghan im April nach Australien und besuchten unter anderem gemeinsam das Royal Children’s Hospital.
14.04.2026 | 0:37 minMehr zum britischen Königshaus
Britische Royals:Sog der Epstein-Affäre reißt wohl auch Andrews Töchter mit
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