Schüsse bei Trump-Dinner: Das ist über den Täter bekannt

FAQ

31-Jähriger vor Gericht erwartet :Schüsse bei Presse-Dinner: Das weiß man über Tat und Angreifer

|

Nach den Schüssen bei einem Gala-Dinner mit Trump arbeiten die USA den Vorfall auf. Der Beschuldigte wurde wegen versuchten Mordes angeklagt. Was ist über ihn bisher bekannt?

Schüsse beim Korrespondenten-Dinner des Weissen Hauses in Washington

Am Montag soll der mutmaßliche Schütze einem Gericht vorgeführt werden. Vor der Tat hatte er offenbar ein Manifest verfasst, voller Wut auf Trump und die Regierung.

27.04.2026 | 1:36 min

Nach den Schüssen am Rande einer Gala-Veranstaltung mit US-Präsident Donald Trump am Samstagabend ist der mutmaßliche Angreifer einem Bundesgericht vorgeführt worden. Ihm werde versuchter Mord vorgeworfen, erklärte das Gericht bei der Anhörung.

Wie erwartet kamen zudem zwei weitere Anklagepunkte hinzu: die Verwendung einer Schusswaffe bei einer Gewalttat sowie der tätliche Angriff auf einen Bundesbeamten unter Einsatz einer gefährlichen Waffe.

Was weiß man über die Hintergründe der Tat und den mutmaßlichen Täter? Wichtige Fragen und Antworten.

Welches Motiv hatte der mutmaßliche Täter?

Sein genaues Motiv ist weiter unklar. Zum Tatvorwurf äußerte er sich nicht. Aus Ermittlerkreisen war am Sonntag verlautet, der mutmaßliche Angreifer habe Trump und mehrere US-Regierungsmitglieder töten wollen. Trump selbst äußerte sich ähnlich und bezeichnete ihn als "sehr gestörten Mann". Der Schütze habe ein anti-christliches Manifest verfasst, erklärte der Präsident weiter.

Washington: "Politische Gewalt"

ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen berichtet aus Washington: "Er hätte jeden höherrangigen Beamten als legitimes Ziel gesehen."

27.04.2026 | 4:16 min

"Wenn man sein Manifest liest, merkt man, dass er Christen hasst. Das steht fest, er hasst Christen", sagte Trump dem Sender Fox News. US-Medien zitieren Auszüge aus dem Text des Angreifers mit religiösen Bezügen. Demnach habe der Angreifer mit Kritik gerechnet und sich selbst gefragt, ob ein guter Christ so eine Tat gutheißen könne. Er habe das für sich aber so beantwortet, dass es eine christliche Tugend sei, sich gegen Unterdrücker aufzulehnen.

Justizminister Blanche sagte, der Schütze habe es vermutlich auf Regierungsmitglieder abgesehen. Das deckt sich mit Medienberichten über das Manifest des Schützen. Demnach schrieb der Angreifer in seinem gut 1.000-Worte langen Schriftstück: "Regierungsvertreter (mit Ausnahme von Herrn Patel): Sie sind Ziele, priorisiert vom Ranghöchsten bis zum Rangniedrigsten."

Mit "Herrn Patel" ist vermutlich FBI-Direktor Kash Patel gemeint - warum dieser ausdrücklich ausgenommen werde, gehe aus dem Manifest jedoch nicht hervor.

Trump werde im Dokument an keiner Stelle namentlich erwähnt. Laut "New York Times" schrieb der Angreifer, er sei nicht länger bereit, zuzulassen, dass "ein Verräter" seine Hände mit Verbrechen beflecke. Mitarbeiter des Secret Service seien "nur dann Ziele, wenn es unbedingt notwendig sei". Gäste und Angestellte des Hotels seien "überhaupt keine Ziele". Unterzeichnet habe der Angreifer sein Manifest mit "Freundlicher Bundes-Attentäter".

"Es zeigt sich ein Stück weit, dass die Motivation politisch war", betont auch ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.

US-Geheimdienstmitarbeiter umringen US-Präsident Donald Trump, dritter von links.

In Washington sind bei einem Gala-Dinner mit Trump in einer Hotel-Lobby mehrere Schüsse gefallen. ZDF-Reporterin Fränzi Meyer berichtet über die Situation danach.

26.04.2026 | 0:59 min

Angreifer war Game-Entwickler, Steam löscht sein Spiel

Der mutmaßliche Schütze war laut seinem LinkedIn-Profil auch als Entwickler von Videospielen tätig.

Unter seinem Namen veröffentlichte er im Dezember 2018 ein Spiel auf der Gaming-Plattform Steam, berichtete zuerst das Gaming-Fachportal "Kotaku". Zum Zeitpunkt des Angriffs auf das Korrespondenten-Dinner hatte das jedoch praktisch keinen kommerziellen Erfolg und lediglich drei Nutzerrezensionen.

Das änderte sich schlagartig mit den Meldungen über die Identität des Angreifers. Am Montagmorgen hatte das Spiel bereits über 120 Bewertungen, viele davon nahmen sarkastisch Bezug auf den Attentatsversuch. "Ich schätze ihm seinen Versuch hoch an", schrieb etwa ein Nutzer. "Ist etwas zu früh abgestürzt, es sind noch einige Fehler im System, um die sich jemand kümmern sollte", ein anderer Nutzer.

Manche sahen in dem Spiel auch eine Möglichkeit, den Attentäter finanziell zu unterstützen. Der Betreiber von Steam, das milliardenschwere US-Unternehmen Valve, reagierte offenbar auf diese Aufmerksamkeit und nahm das Spiel am Montag offline. Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens ist noch nicht bekannt.

Was genau ist beim Korrespondenten-Dinner passiert?

Der Vorfall hatte sich am Samstagabend im Washington Hilton Hotel in der US-Hauptstadt Washington ereignet, wo das alljährliche Dinner der White-House-Korrespondenten stattfand. Während Trump, seine Frau Melania und mehrere Regierungsmitglieder sowie Hunderte weitere Gäste im Ballsaal saßen, fielen an einer Sicherheitskontrolle ein Stockwerk über dem Veranstaltungsort Schüsse.

Ein Mitarbeiter des Secret Service wurde bei einem kurzen Schusswechsel von einer Kugel an seiner Schutzweste getroffen, der Täter wurde von Sicherheitsleuten überwältigt und festgenommen. Sicherheitsmitarbeiter brachten Trump, seine Frau und Regierungsmitglieder rasch aus dem Raum, andere Gäste suchten Schutz unter Tischen und auf dem Boden. Im Saal selbst wurde niemand verletzt.

Nach Behördenangaben war der Angreifer mit einem Gewehr, einer Handfeuerwaffe und Messern bewaffnet.

Warum fand das Dinner in diesem Hotel statt?

Das Hilton ist einer der wenigen Orte in Washington, in denen eine Veranstaltung von dieser Größe überhaupt stattfinden kann. Die Stühle stehen allerdings auch dort dicht an dicht, und es ist schwer, sich zwischen ihnen durchzuschlängeln.

In dem Hotel hatte 1981 ein Mann den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan angeschossen und schwer verletzt. Reagan überlebte das Attentat.

Schüsse auf Trump

Nach dem Schusswechsel bei einem Gala-Dinner mit US-Präsident Donald Trump suchen Ermittler nach dem Motiv und dem konkreten Ziel des Tatverdächtigen.

27.04.2026 | 2:29 min

Waren das Sicherheitskonzept bei der Veranstaltung ausreichend?

Darüber wird aktuell in den USA hitzig diskutiert. Auch der US-Kongress schaltet sich nun ein. Wie die "Washington Post" unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtete, stufte die Regierung das Event nicht mit der Sicherheitsstufe ein, die für ähnliche Versammlungen hochrangiger Amtsträger üblich ist. Damit seien nicht die vollen Ressourcen abgerufen worden.

Der einflussreiche republikanische Senator Chuck Grassley setzte eine Anhörung an, um sich vom Secret Service über das Sicherheitskonzept informieren zu lassen.

Schaltgespräch mit Elmar Theveßen und Moderation.

Nach den Schüssen beim Presse-Dinner von US-Präsident Trump in Washington stellt sich die Frage: Welche Folgen hat dieser vereitelte Anschlag für die USA? Elmar Theveßen mit seiner Einschätzung.

26.04.2026 | 1:18 min

Neben Trump waren bei der Veranstaltung auch Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und viele weitere Regierungsvertreter im Raum. Auch Mike Johnson, der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, der in der staatlichen Rangfolge hinter dem Präsidenten und dessen Vize steht, nahm teil.

"Ich kann kaum glauben, wie lax die Sicherheitsvorkehrungen heute Abend beim White House Correspondents' Dinner waren", schrieb MAGA-Aktivistin Kari Lake auf der Plattform X. Es habe "praktisch keine Sicherheit" gegeben, legte sie später nach.

Tatsächlich mussten Gäste erst unmittelbar vor dem Ballsaal, in dem das Dinner stattfand, durch eine Sicherheitsschleuse und nicht schon beim Eintritt in das Hilton Hotel.

Justizminister Blanche verteidigte das Sicherheitskonzept. Er sagte dem Sender NBC News, das Konzept habe so funktioniert wie vorgesehen. Der Angreifer sei kaum über die Sicherheitsschleuse hinausgekommen.

Trump sitzt vor einer US-amerikanischen Flagge und hält ein Dokument in die Luft

Trumps erste 100 Tage im Amt zeigen bereits ihre Auswirkungen. Welche Veränderungen nimmt der neue US-Präsident an Wirtschafts- und Sozialpolitik und der aktuellen Weltordnung vor?

30.04.2025 | 43:59 min

Was ist bislang nicht bekannt?

Nicht bekannt ist, was der Beschuldigte selbst zu den Vorwürfen sagt. Der Mann kooperiere nicht mit den Behörden, erklärte Todd Blanche. Unklar war zunächst auch, wie viele Schüsse vor Ort von wem abgegeben wurden.

Schatten von Donald Trump steht vor mit zerfetzter USA-Flagge bedeckter Weltkugel, dahinter schwarze Wolken, Schriftzug: "Der Trump Effekt - Ein Jahr wie kein anderes?"

Ukraine-Gespräche in Berlin, Trump telefoniert mit Putin – und eure Fragen im Fokus. Eine besondere Jahresabschlussfolge zu 2025 über Frieden, Weltpolitik und eure Themen.

16.12.2025 | 51:41 min

Quelle: dpa, AP, Reuters, AFP, ZDF
Über das Thema berichteten am 26.04.2026 mehrere Sendungen, unter anderem heute Xpress um 08:41 Uhr im Beitrag "Washington: Schüsse bei Dinner mit Trump" und ZDFheute live ab 9:30 Uhr sowie heute ab 17:00 Uhr. Am 27.04.2026 berichtete das Morgenmagazin.

Mehr zum Angriff auf das Trump-Dinner

  1. Schüsse beim Korrespondenten-Dinner des Weissen Hauses in Washington
    Faktencheck

    "Gefakte Show", "False-Flag-Operation":Schüsse bei Trump-Gala - nun kursieren Verschwörungstheorien

    von Oliver Klein
    mit Video1:35

  2. USA, Washington: Angehörige der Strafverfolgungsbehörden reagieren nach einer Vorfall vor dem Ballsaal während des White House Correspondents Dinner.

    Presse-Gala mit US-Präsident Trump:Angriff bei Dinner: Spitzenpolitiker äußern Bestürzung

    mit Video1:28

  3. US-Geheimdienstmitarbeiter umringen US-Präsident Donald Trump, dritter von links.