Deutsche Beteiligung offen:Macron kündigt überraschend Manöver für Ukraine an
Frankreichs Präsident Macron will die "Koalition der Willigen" zu gemeinsamen Manövern mobilisieren. Bundeskanzler Merz spricht eine deutsche Beteiligung nur indirekt an.
Die "Koalition der Willigen" und die Ukraine gründen ein defensives Bündnis zur Raketenabwehr. Ziel ist eine Verbesserung der Abwehrfähigkeit.
14.07.2026 | 2:20 minFrankreichs Präsident Emmanuel Macron hat überraschend schon für die nächsten Monate gemeinsame Manöver der "Koalition der Willigen" der Ukraine-Verbündeten in den Nachbarländern des von Russland angegriffenen Landes angekündigt.
Die Übungen sollten unter anderem zeigen, "dass wir bereit, entschlossen und glaubwürdig sind - zu Land, in der Luft und zur See", sagte Macron nach Beratungen der Koalition in Paris, an denen unter anderen Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnahmen.
Die ukrainische Hafenstadt Odessa war zuletzt wieder Ziel russischer Angriffe. Carsten Thurau hat eine Drohneneinheit begleitet, die bei der Verteidigung der Stadt eine wichtige Rolle spielt.
13.07.2026 | 1:39 minMacron: Multinationale Truppe für Ukraine ist bereit
Wer konkret an diesen Manövern beteiligt sein soll und wann und wo genau sie organisiert werden sollen, ließ Macron aber offen. Die Koalition verfüge nun über eine multinationale Truppe für die Ukraine, die einsatzbereit sei, so der französische Präsident.
Dabei präzisierte er aber nicht, welche Länder der multinationalen Truppe im Einzelnen angehören werden - dazu hatte es bislang keine Einigung und öffentliche Ankündigung der Koalition der Willigen gegeben.
Die sogenannte Koalition der Willigen aus westlichen Unterstützern der Ukraine kommt zu Beratungen in Paris zusammen. „Frankreich möchte die Unterstützung der Ukraine bündeln“, so Anne Arend.
13.07.2026 | 2:46 minMacrons Vorstoß zur Ukraine kommt überraschend
Mehrere europäische Staaten hatten sich im Dezember bei einem Ukraine-Gipfel in Berlin auf die Bildung einer von Europa geführten und von den USA unterstützten "multinationalen Truppe für die Ukraine" zur Absicherung eines möglichen Waffenstillstands und zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte verständigt.
Von gemeinsamen Manövern vor einem Waffenstillstand war damals noch nicht die Rede. Die Bemühungen um ein Ende des Krieges sind seit Monaten festgefahren.
Wie Macron sagte, sollen bei den Manövern Einsatzpläne getestet werden. Laut der Abschlusserklärung des Pariser Gipfels soll die Truppe dabei ihre Fähigkeiten für einen Einsatz nach Beendigung der Feindseligkeiten demonstrieren. Sie soll demnach in Friedenszeiten ukrainische Streitkräfte unterstützen, etwa bei der Sicherung des Luftraums und der Seegebiete.
Nachdem Russland Odessa angegriffen hat, hat die Ukraine nun mit Vergeltungsangriffen reagiert. Bei dem Drohnenangriff sind laut Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet worden.
13.07.2026 | 0:22 minMerz lässt deutsche Beteiligung offen
Merz erwähnte die multinationale Truppe und die Manöver in seinem Statement nicht. Er sprach lediglich davon, dass die Koalition der Willigen bereit sei, bei den Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem Waffenstillstand eine "wichtige Rolle" zu spielen in enger Zusammenarbeit mit den USA. Über die Ausgestaltung würden die Ukraine und ihre Verbündeten entscheiden, nicht Moskau.
Über Art und Umfang des deutschen Beitrags wird die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag ebenfalls entscheiden.
Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler
Merz hatte den deutschen Beitrag für eine multinationale Truppe schon im Dezember nach dem Ukraine-Gipfel in Berlin offen gelassen.
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