Stegner: "AfD und BSW sind nicht für Frieden"

Debatte zum Ukraine-Krieg bei "illner":Stegner: "AfD und BSW sind nicht für Frieden"

von Torben Schröder

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Bei "illner" treffen schwarz-rote Positionen im Umgang mit dem Ukraine-Krieg auf BSW-Politikerin Claudia Wittig. Ralf Stegner warnt vor Kräften, die "nicht für Frieden" seien.

Von links: Mareike Müller, Johann Wadephul, Maybrit Illner, Peter R. Neumann, Ralf Stegner

Zu Gast: Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU), SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner, Sicherheitsexperte Peter R. Neumann, Ukraine-Expertin Mareike Müller und Claudia Wittig (BSW-Sachsen-Anhalt).

15.10.2026 | 62:46 min

So viel schwarz-rote Einigkeit gibt es längst nicht bei jedem Thema. Und obwohl SPD und Union nicht immer dieselben Akzente setzen im Umgang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine, attestiert Ralf Stegner (SPD) seinem Gegenüber Johann Wadephul (CDU) in der ZDF-Sendung "maybrit illner" als Diplomat einen "guten Job". Er sei "einer, der es kann", so Stegner am Ende der Sendung zu Wadephul.

"Auch dieser Krieg wird durch Verhandlungen gelöst werden müssen", hatte der Außenminister zuvor betont. Aktuell gebe es aber, auch im Hintergrund, noch keine Friedensverhandlungen, "weil Putin dazu nicht bereit ist". Die Ukraine habe keine Zeit für Verhandlungen, sagt Journalistin Mareike Müller:

In der Ukraine hat man nicht mal mehr die Zeit zwischen der Warnung und dem Weg in den Keller, um sich einigermaßen zu schützen.

Mareike Müller, Journalistin

EU-Außenministertreffen in Luxemburg

1.600 Firmen und Unternehmer wurden beim EU-Außenministertreffen in Luxemburg auf die Sanktionsliste gesetzt. Der "Diesel-Deal" zwischen Trump und Putin trifft auf Unverständnis.

12.10.2026 | 2:56 min

Wadephul: "Es macht immer Sinn, zu sprechen"

Überraschend hatte Außenminister Wadephul sich unlängst mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow zum Gespräch getroffen. Ob das noch einmal Sinn mache, fragt Illner. "Es macht immer Sinn, zu sprechen", findet Wadephul. Er werde es dann machen, wenn es die Aussicht gebe, dass man einen Schritt weiterkomme.

Eine große Gefahr sieht Stegner im Verlust der demokratischen Mehrheiten in den westlichen Ländern an Kräfte wie AfD oder BSW:

Die sind für Putin. Die sind dafür, dass wir einseitig abrüsten. Die sind nicht für Frieden.

Ralf Stegner, SPD-Politiker

BSW-Fraktionsvize: Europa setzt auf Eskalation

Claudia Wittig, BSW-Fraktionsvize in Sachsen-Anhalt, stellt die Position des BSW gänzlich anders dar. Selbst teils unterschiedliche Standpunkte von Union und SPD zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine verblassen angesichts dessen, was sie zu sagen hat: Deutschland sei quasi Kriegspartei, Europa setze immer wieder auf Eskalation. Der Konflikt habe nicht im Februar 2022 begonnen - als Russland die Ukraine angegriffen hat -, sondern mit der Nato-Ost-Erweiterung und gebrochenen Verträgen, so Wittig.

Zu sagen, Russland sei der Aggressor und müsse nur seine Truppen zurückziehen, ändere nichts. "Wir müssen an eine Position kommen, an der Russland den Eindruck bekommen kann, dass wir die russischen Sicherheitsinteressen überhaupt ernst nehmen", sagt Wittig. Solange eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine angestrebt und weitreichende Waffensysteme geliefert würden, seien solche Gespräche "in gewisser Weise Makulatur".

Die Haltung des BSW sei: "Wir sind absolut bereit, humanitäre Hilfe weiter zu leisten. Wir sind aber nicht bereit, unseren Sozialstaat dafür kaputtzumachen." Und auch nicht, "überall hier" zu sparen, um Milliarden in den "Rüstungshaushalt" zu stecken. Sanktionen würden nur die heimische Wirtschaft kaputtmachen.

14.10.2026, Sachsen-Anhalt, Magdeburg: In der Tasche von Frank-Ronald Bischoff (AfD) steckt eine Ausgabe der rechtspopulistischen Monatszeitschrift Compact Magazin während der Sondersitzung des Landtags von Sachsen-Anhalt.

AfD und BSW haben im neuen Landtag von Sachsen-Anhalt erstmals einen Antrag durchgesetzt. Sie wollen jegliche Ukraine-Hilfen und Russland-Sanktionen stoppen. Es gibt heftige Kritik.

14.10.2026 | 2:39 min

Wadephul: Russland ist am Zug

Stegner widerspricht vehement, auch ob der politischen Unterstützung, die das BSW in Sachsen-Anhalt der AfD gewährt. Die Bundesregierung, betont Wadephul, stehe vollständig hinter dem ukrainischen Präsidenten und der Regierung. In Sachen Waffenstillstand sei Russland am Zuge. Deutschland sei bereits im russischen Fadenkreuz, aber nicht schutzlos.

"Rüstungskontrolle und gemeinsame Sicherheit ist etwas, das allen Seiten nützt", sagt Stegner, "da müssen wir wieder hinfinden." Es brauche diplomatische Anstrengungen und Initiativen aus Europa, auch im Nahen Osten. Zu glauben, man könne es militärisch lösen, sei ein Riesen-Fehler.

Oberst Reisner vor militärischen Verlaufskarten des Ukraine-Kriegs.

Es sei möglich, dass sich Trump endgültig von der Ukraine abwendet, analysiert Militäranalyst Oberst Reisner. Schon jetzt erhöhe der US-Präsident den Druck auf die Ukraine.

15.10.2026 | 21:13 min

Politikwissenschaftler: "Auf Trump ist kein Verlass"

Auf die Haltung des US-Präsidenten blickt der Politikwissenschaftler Peter R. Neumann. Donald Trump glaube, dass es seine Aufgabe sei, wieder eine strategische Partnerschaft mit Russland herzustellen. "Die Ukraine ist ihm da lästig." Den Krieg sollten in Trumps Augen die Europäer lösen.

"Auf den Trump ist kein Verlass", sagt Stegner. Erst nach für die Demokraten erfolgreichen Zwischenwahlen würden die USA die Ukraine wieder stärker unterstützen. Das sieht auch Wadephul so. Und betont: "Wir haben mit den USA einen verlässlichen Bündnispartner."

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Über dieses Thema berichtete "maybrit illner" am 15.10.2026 ab 22:15 Uhr.

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