Ukraine-Krieg: Wie Drohnen Russlands Ölsektor ins Wanken bringen

Analyse

Kiew lehnt Einstellung der Angriffe ab:Wie ukrainische Drohnen Russlands Ölsektor ins Wanken bringen

von Christian Mölling und András Rácz

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Die Drohnenangriffe der Ukraine auf Russlands Ölinfrastruktur gehen weiter, mehrere Terminals wurden massiv getroffen. Einen Angriffsstopp, wie ihn Partner fordern, lehnt Kiew ab.

Russland, Ust-Luga: Angriff auf russisches Ölterminal - März  2026

Ist in den vergangenen Wochen mehrfach von ukrainischen Drohnen getroffen und stark beschädigt worden: Das russische Ölterminal Ust'-Luga.

Quelle: Getty Images

Am 9. April bestätigte der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Kyryllo Budanow, dass ausländische Partner der Ukraine Kiew aufgefordert hätten, die Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur einzustellen. Er räumte ein, dass die Aufforderung mit der Entwicklung der Ölpreise zusammenhänge, also mit den steigenden Preisen im Zusammenhang mit dem Krieg der USA gegen den Iran. Budanow lehnte jedoch eine Einstellung der Angriffe entschieden ab und argumentierte, dass die Ukraine ihren eigenen Krieg auf ihre eigene Weise führen müsse.

Tatsächlich gingen die Angriffe weiter. Insgesamt scheint es, als habe Kiew eine Dynamik und eine Gelegenheit erkannt, dem russischen Ölsektor durch die Intensivierung gezielter Langstrecken-Angriffe auf Ölziele schwereren Schaden als zuvor zuzufügen.

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5. April, Region Nischni Nowgorod

Am 5. April trafen Langstreckenangriffe die Norsi-Ölraffinerie in Kstowo in der Region Nischni Nowgorod, die zu Lukoil gehört. Aufgrund der Angriffe stellte die Raffinerie ihren Betrieb ein. Norsi ist die viertgrößte Raffinerie in Russland. Die Unterbrechung der Kraftstofflieferungen wird auch durch Daten zum Kraftstoffabsatz auf dem russischen Markt bestätigt.

6. April, Noworossijsk

Ukrainische Drohnen griffen erneut die Ölinfrastruktur rund um Noworossijsk an und trafen am 6. April den Ölterminal Sheskharis im Hafen, der dem Caspian Pipeline Consortium gehört. Zwar liegt noch keine genaue Einschätzung der Treffer vor, doch deuten die während und nach dem Angriff veröffentlichten Videoaufnahmen darauf hin, dass schwere strukturelle Schäden verursacht wurden.

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6. April, Schwarzes Meer

In derselben Nacht trafen leichte ukrainische FPV-Drohnen auch eine russische Ölbohrplattform im Schwarzen Meer. Den verfügbaren Videoaufnahmen zufolge dürfte der Schaden minimal sein. Dennoch zeigte der Angriff die Verwundbarkeit dieser Ölplattformen selbst gegenüber leichten FPV-Drohnen, die wahrscheinlich von Meeresdrohnen aus gestartet wurden.

7. April, Ust'-Luga und Primorsk

Einen Tag später, am 7. April, traf ein weiterer Langstrecken-Drohnenangriff den Ölterminal Ust'-Luga an der Ostsee. Dies war der vierte Angriff innerhalb von drei Wochen. Beide wichtigen Ölterminals an der Ostsee, Ust'-Luga und Primorsk, haben in den vergangenen Wochen schwere Schäden erlitten, was zu einer Verringerung ihrer Exportkapazitäten um 20 bis 30 Prozent geführt hat.

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Die russischen Ölhäfen in Ust-Luga und Primorsk sind nach ukrainischen Drohnenangriffen schwer beschädigt. Die Angriffe könnten Russlands Ölförderung drosseln.
von Christian Mölling, András Rácz
mit Video1:28
Ölterminal Ust-Luga in Russland am 30.11.2023.
Analyse

10. April, Wolgograd-Tikhoretsk

Am Morgen des 10. April trafen Drohnenangriffe auch die Ölproduktpipeline Wolgograd-Tikhoretsk, eine wichtige Diesel-Transportroute in Südrussland, die von Wolgograd zum Ölexportterminal von Noworossijsk führt. Dieser Angriff wird das Exportpotenzial Russlands weiter verringern.

Angriffspause

Da sich Russland und die Ukraine auf eine 32-stündige Waffenruhe während des orthodoxen Osterfestes geeinigt hatten, verschaffte dies Russland eine kurze Atempause, um zumindest einen Teil der kürzlich entstandenen Schäden zu beheben.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, zuletzt im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF am 13.04.2026 ab 05:30 Uhr.

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