EU und Nato warnen Russland:Drohne in Rumänien: Russland "eine Gefahr für alle"
Eine russische Drohne ist bei Angriffen auf die Ukraine in ein Hochhaus in Rumänien gestürzt. Bukarest bestellt den russischen Botschafter ein. EU und Nato reagieren scharf.
Nahe der ukrainischen Grenze ist eine russische Drohne in ein rumänisches Wohnhaus eingeschlagen. Bei der Explosion wurden zwei Menschen verletzt. Rumänien spricht von einer schweren Eskalation.
29.05.2026 | 1:17 minBei einem russischen Luftangriff auf die Ukraine ist in der Nacht zum Freitag eine Drohne in ein Wohngebäude in Galati im Südosten Rumäniens eingeschlagen. Dabei wurden nach Angaben der Behörden des Nato-Mitgliedstaates zwei Menschen verletzt.
Es ist das erste Mal seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022, dass eine Drohne in einem dicht besiedelten Gebiet in Rumänien niederging und Menschen verletzte. Die russische Drohne vom Typ Geran-2 traf das Dach eines zehnstöckigen Wohnblocks, woraufhin deren gesamte Sprengladung explodierte, wie das rumänische Verteidigungsministerium mitteilte.
Rumänien und die Ukraine teilen sich eine etwa 600 Kilometer lange Grenze, sie ist Teil der Nato-Außengrenze.
Quelle: ZDFBukarest: "Schwerwiegende Verletzung des Völkerrechts"
Die rumänische Außenministerin Oana Toiu sprach von einer "schwerwiegenden Verletzung des Völkerrechts". Das Außenministerium bestellte den russischen Botschafter ein. Zudem habe Bukarest auf Maßnahmen gedrungen, um die Lieferung von Drohnenabwehrsystemen nach Rumänien zu beschleunigen.
Rumäniens Außenministerin Oana Toiu auf X
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Nato-Generalsekretär verurteilt Vorfall: "Gefahr für alle"
Nato-Generalsekretär Mark Rutte verurteilte den Vorfall scharf. Das rücksichtslose Verhalten Russlands sei eine Gefahr für alle, schrieb Rutte auf der Plattform X. Der Einschlag zeige erneut, dass die Auswirkungen des illegalen Angriffskrieges nicht an den Grenzen Halt machten. Die Nato sei bereit, jeden Zentimeter ihres Territoriums zu verteidigen. Das Bündnis werde seine Abschreckung und Verteidigung stärken und die Ukraine weiterhin unterstützen.
X-Post von Mark Rutte
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Frankreich fordert vom russischen Botschafter Aufklärung über den Einschlag der Drohne. Der Diplomat ist wegen russischer Angriffe auf die Ukraine ohnehin einbestellt, wie Außenminister Jean-Noël Barrot im Sender France Inter sagt.
Die EU will die Ukraine weiterhin militärisch unterstützen, wie bei einem Treffen auf Zypern deutlich wurde.
29.05.2026 | 2:06 minAuch Moldaus Präsidentin Maia Sandu äußerte sich besorgt angesichts des Vorfalls im Nachbarland Rumänien. Sie verurteile "aufs Schärfste den russischen Drohnenangriff auf rumänische Privatwohnungen", erklärte Sandu bei X. "Das ist ein ernster Vorfall", warnte sie. Russland sei "eine Gefahr für alle und muss gestoppt werden".
Von der Leyen: Russland hat "Grenze überschritten"
Russland habe bei seinem seit mehr als vier Jahren andauerenden "Angriffskrieg eine weitere Grenze überschritten", schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Onlinediensten. "Wir stehen uneingeschränkt solidarisch an der Seite Rumäniens und seiner Bevölkerung", versicherte sie. Die EU werde ihre "Sicherheits- und Abschreckungsmaßnahmen" weiter verstärken, insbesondere an ihrer Ostflanke. Zugleich kündigte sie an, dass die EU den Druck auf Russland "weiter erhöhen" werde.
Ursula von der Leyen auf X
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Der Absturz der russischen Drohne sei eine eklatante und schwerwiegende Verletzung der Souveränität des Nato- und EU-Staates und des europäischen Luftraums, schrieb auch EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas auf der Plattform X. Russland habe schon vor langer Zeit aufgehört, Grenzen zu respektieren.
Merz: Brauchen starke Präsenz an Nato-Ostflanke
Die Bundesregierung sicherte Rumänien ihre Bündnissolidarität zu. Der Drohneneinschlag zeige einmal mehr Russlands Bereitschaft zur Eskalation, erklärte Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf der Plattform X. Deutschland stehe an der Seite der Nato-Verbündeten.
Der Vorfall zeigt erneut: Wir brauchen eine starke Nato-Präsenz an der Ostflanke. Wir sind bereit, das Bündnisgebiet zu verteidigen.
Kanzler Friedrich Merz
Außenminister Johann Wadephul (CDU) erklärte, Russlands rücksichtsloses Verhalten bedrohe die kollektive Sicherheit. Die Antwort darauf sei Einigkeit. Die Gedanken seien bei den Verletzten.
Wiederholt Drohnenfunde an Rumäniens Grenze zur Ukraine
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 wurden wiederholt Drohnen im Luftraum Rumäniens gesichtet und Fragmente abgestürzter Drohnen auf rumänischem Staatsgebiet gefunden. Erst vor einem Monat war eine russische Drohne über Galati abgestürzt und traf nach Behördenangaben das Nebengebäude eines Wohnhauses. Verletzt wurde damals niemand.
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