Russland und Baltikum: Ton im Streit um Drohnen verschärft sich

Spannungen wegen Drohnen:Ton zwischen Russland und Baltikum verschärft sich

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Russland macht die baltischen Staaten für Drohnenangriffe aus der Ukraine mitverantwortlich. Estland, Lettland und Litauen wehren sich - und suchen Rückhalt bei EU und Nato.

UN-Sicherheitsrat

Im UN-Sicherheitsrat ging es wegen der neuen Spannungen zwischen dem Baltikum und Russland am Dienstag hoch her.

Quelle: ddp

Zwischen Russland und den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen verschärfen sich die Spannungen. Auslöser sind die schmerzhaften ukrainischen Drohnenangriffe auf den Nordwesten Russlands - Moskau gibt den Balten eine Mitschuld.

Andererseits schweifen immer wieder ukrainische Drohnen in den Luftraum der drei EU- und Nato-Länder ab - diese vermuten dahinter russische elektronische Kampfführung. Estland hat eine solche Drohne jüngst abgeschossen. Am Mittwoch herrschte in Litauen erneut Drohnenalarm. Die Staatsspitze in Vilnius wurde zum Schutz vorübergehend in Bunker gebracht.

Im Osten Moskaus ist ein Großfeuer ausgebrochen. Stunden zuvor war die russische Hauptstadt Ziel schwerer Drohnenangriffe am 17.05.2026

Der Drohnenkrieg erreicht auch das russische Hinterland: Erst kürzlich griff die Ukraine Russland mit einer der größten Attacken seit Kriegsbeginn an. Auch Moskau wurde getroffen, über 1.000 Drohnen laut russischen Angaben abgefangen.

17.05.2026 | 2:33 min

Drohungen aus Moskau gegen Lettland

Russlands Auslandsgeheimdienst SWR warf Lettland vor, ukrainische Drohnen würden von lettischem Gebiet aus gestartet. Ohne jeden Beleg behauptete der Geheimdienst, ukrainische Drohneneinheiten seien bereits auf mehreren lettischen Militärbasen stationiert.

Unverhohlen drohte der SWR, dass die "Koordinaten der Entscheidungszentren in Lettland bekannt" seien. Selbst die Nato-Mitgliedschaft werde das Land nicht vor Vergeltung schützen. Diese Warnung wurde auch von Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja vor dem UN-Sicherheitsrat wiederholt, dem Lettland gegenwärtig als nichtständiges Mitglied angehört.

Infokarte: Baltikum


Beistandsbekundungen aus Brüssel

Die Regierung in Riga und die lettische UN-Vertreterin Sanita Pavluta-Deslandes wiesen die Äußerungen als unverfrorene Lüge zurück. In einer von lettischen Medien aufmerksam registrierten Wortmeldung setzte sich im Sicherheitsrat auch die US-Vertreterin Tammy Bruce für Lettland ein. Die Diplomatin verurteilte die Drohungen und sagte, die USA stünden zu ihren Nato-Verpflichtungen.

Lettlands Premierministerin Evika Silina trifft am 24. April 2026 zu einem informellen Treffen des Europäischen Rates in Nikosia ein.

Die lettische Regierungschefin Evika Silina hat in der vergangenen Woche ihren Rücktritt erklärt. Hintergrund sind Vorfälle, bei denen im Zuge des Ukraine-Kriegs eingesetzte Drohnen in Lettland abgestürzt waren.

14.05.2026 | 0:22 min

Beistand und Solidarität kam auch aus Brüssel. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb auf der Plattform X:

Russlands öffentliche Drohungen gegen unsere baltischen Staaten sind vollkommen inakzeptabel.

Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin

Nato-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete die russischen Behauptungen auf einer Pressekonferenz als "völlig absurd" - und Russland wisse das.

Die baltischen Staaten sehen sich durch Russland gefährdet und bereiten sich aktiv und mit hohen Militärausgaben auf eine mögliche Aggression vor. Zwar gehören sie zur Nato. Doch auf dem Landweg könnten deren Truppen nur über die schmale Grenze zwischen Polen und Litauen zu Hilfe kommen - Belarus und das russische Kaliningrad sind gefährlich nahe. Moskau versucht immer wieder, die russischen Minderheiten in Estland und Lettland als Druckmittel zu nutzen.

In Kaliningrad, dem Gebiet um das frühere Königsberg, hat Moskau nuklear bestückbare Iskander-Mittelstreckenraketen stationiert. Mit einer Reichweite von rund 500 Kilometern könnten sie Berlin erreichen. Doch Außenminister Kestutis Budrys aus Litauen sagte unlängst, dass man Russland gerade in Kaliningrad auch wirksam abschrecken könne. In Moskau löste das Empörung aus. Die Aussagen grenzten an Wahnsinn, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch im russischen Staatsfernsehen.

Quelle: dpa, Reuters


Lettland spricht von Moskauer Desinformation

Lettland besprach nach Angaben von Staatspräsident Edgars Rinkevics die Angelegenheit mit seinen Verbündeten. Die Nato sei in der Frage vereint. Er rief die Bevölkerung zu Besonnenheit auf und schloss nicht aus, dass Russland weiter versuchen werde, mit Falschaussagen einzuschüchtern und Zweifel zu säen.

Wir müssen mit kühlem Kopf darauf reagieren.

Edgars Rinkevics, lettischer Staatspräsident

SGS-Valtonen-Sievers

Auch Finnland legt einen großen Fokus auf seine Sicherheitspolitik. US-Präsident Donald Trump wolle, dass die Europäer ihre Verteidigung ernst nehmen, sagte Finnlands Außenministerin Elina Valtonen im heute journal.

07.05.2026 | 7:15 min

In Lettland wie auch den beiden anderen Staaten sehen viele die russischen Vorwürfe als Ablenkungsmanöver. "Russische Desinformation ist massiv, und sie versuchen damit, ihre Unfähigkeit zu rechtfertigen, sich gegen legitime ukrainische Selbstverteidigungsbemühungen im russischen Luftraum zu verteidigen", sagte die lettische Außenministerin Baiba Braze.

Die Ukraine hat wegen der Irrflüge ihrer Drohnen um Entschuldigung gebeten. Sie vermutet, dass dabei russische Störsender im Raum St. Petersburg im Spiel sind.

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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
14.05.2026, Ukraine, Kiew: Rettungskräfte beseitigen die Trümmer eines Hauses, das nach einem russischen Angriff auf ein Wohnviertel schwer beschädigt wurde.
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Quelle: dpa
Über den Drohnenkrieg zwischen Russland und der Ukraine berichteten mehrere Sendungen, etwa das heute journal am 17.05.2026 ab 21:45 Uhr.

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