Minderheiten bekommen Posten:Syrien: Al-Scharaa bildet neue Regierung
Syrien hat eine neue Regierung: Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa stellte sein Kabinett mit 22 Ministern vor. Erstmals gehört auch eine Frau der Regierung an.
Syrien hat eine neue Regierung. Übergangspräsident al-Scharaa hat die zentralen Posten mit Vertrauten besetzt. Einen Regierungschef hat er nicht bestimmt.
30.03.2025 | 0:15 minSyriens islamistischer Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat eine neue Regierung berufen, die den Umbau des Landes vier Monate nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Baschar al-Assad vorantreiben soll. Das am Abend von Scharaa vorgestellte Kabinett besteht aus 22 Ministern und löst eine Übergangsregierung ab, die nach Assads Sturz durch eine Rebellenallianz im Dezember die Staatsgeschäfte übernommen hatte.
Die Bildung der neuen syrischen Regierung sei "eine Erklärung unseres gemeinsamen Willens, einen neuen Staat aufzubauen", sagte Schaara. Man wolle die staatlichen Institutionen auf der Grundlage von "Verantwortung und Transparenz" neu errichten.
Freiheit nach 13 Jahren Krieg. Euphorie, Schmerz und Misstrauen bestimmen Syrien nach dem Sturz des Assad-Regimes.
06.02.2025 | 30:03 minChristin wird Ministerin für Arbeit und Soziales
Dem neuen Kabinett gehört eines der prominentesten Gesichter der syrischen Zivilgesellschaft an: Raed al-Saleh, Chef der Rettungsorganisation Weißhelme, wurde Minister für Notfall- und Katastrophenmanagement. Erstmals wurde zudem eine Frau in die Regierung berufen: Hind Kabawat wird als Ministerin für Soziales und Arbeit zuständig sein. Sie ist Christin.
Hind Kabawat, Ministerin für Soziales und Arbeit von Syrien.
Quelle: dpaAußerdem übernimmt der Alawit Jarub Badr das Amt des Verkehrsministers. Amgad Badr, der der drusischen Gemeinschaft angehört, wird das Landwirtschaftsministerium leiten. Mohammed Josr Bernieh wird das Finanzministerium leiten. Dies kann als Botschaft an die westlichen Länder verstanden werden, die fordern, dass Frauen und Minderheiten in den politischen Prozess in Syrien einbezogen werden. Al-Scharaa zufolge gibt es auch zum ersten Mal ein Ministerium für Sport.
Zugleich behielten ehemalige Rebellenvertreter ihre Schlüsselressorts: So bleibt Asaad al-Scheibani Außenminister, Marhaf Abu Kasra Verteidigungsminister. Ein weiterer früherer Rebellenführer, der bisher als Sicherheitschef fungiert hatte, ist jetzt Innenminister. Ein Ministerpräsident wurde nicht ernannt. Es wird erwartet, dass Übergangspräsident Scharaa die Arbeit des Kabinetts leitet.
Ahmad al-Scharaa, besser bekannt unter seinem Kampfnamen "Abu Mohammad al-Dschulani": Bis vor Kurzem war er einer der meistgesuchten Männer der Welt – Kopfgeld: 10 Mio. US-Dollar.
17.01.2025 | 17:38 minScharaa kämpft um Aufhebung der Wirtschaftssanktionen
Scharaa hatte kürzlich eine vorläufige Verfassung für die auf fünf Jahre angesetzte Übergangsphase unterzeichnet. Der Islamist ist um Akzeptanz der westlichen Länder bemüht, die ihre Unterstützung an politische Reformen und die Achtung der Menschenrechte geknüpft haben. Schaara möchte erreichen, dass die lähmenden internationalen Wirtschaftssanktionen wieder aufgehoben werden, die vor mehr als einem Jahrzehnt verhängt wurden, um Assads Machtapparat unter Druck zu setzen.
Erst kürzlich sorgte ein Massaker an Alawiten mit Hunderten Toten in der Küstenregion im Nordwesten des Landes für neues Misstrauen. Am 6. März griffen islamistische Kämpfer gezielt Städte in der syrischen Küstenprovinz Latakia und weiteren Orten an, nachdem Regierungstruppen zuvor von Pro-Assad-Kämpfern attackiert worden waren.
Eine Rebellenallianz unter Führung der islamistischen Haiat Tahrir al-Scham (HTS) hatte am 8. Dezember die Kontrolle in Damaskus übernommen. Assad floh nach Russland. Die bisherige Übergangsregierung wurde vom damaligen Regierungschef der Rebellenhochburg Idlib, Mohammed al-Baschir, angeführt. Er fungiert in der neuen Regierung als Energieminister.
Im Westen des Landes kämpfen wieder Anhänger des gestürzten Assad-Regimes und Truppen der neuen Regierung gegeneinander. Fast 1000 Zivilisten sollen dabei getötet worden sein.
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