Ukraine: Präsident Selenskyj lehnt Wahlen in Kriegszeiten ab

Nach Forderung von Ex-Minister Fedorow:Selenskyj: Wahlen im Krieg würden Ukraine "zerstören"

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Der ukrainische Präsident lehnt Wahlen in Kriegszeiten weiter ab - sie wären ein "Tsunami für das Land". Selenskyj reagierte damit auf eine Forderung des Ex-Verteidigungsministers.

Oberst  Markus Reisner in ordenversehrter Militäruniform. Als Bildhintergrund ist eine Karte der Ukraine zu sehen, bei der der Frontverlauf orange hervorgehoben ist.

Die Ukraine hat im Krieg gegen Russland einen neuen Armeechef: Mychajlo Drapatyj folgt auf Olexander Syrskyj. Was das für die ukrainische Taktik bedeutet - ZDFheute live analysiert.

23.07.2026 | 33:21 min

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Forderung seines ehemaligen Verteidigungsministers Mychailo Fedorow nach Wahlen trotz des Krieges zurückgewiesen. "Ich glaube, dass Wahlen als solche in einem Krieg wie diesem ein großes Risiko darstellen", sagte Selenskyj in am Sonntag veröffentlichten Äußerungen vor Journalisten.

Wahlen seien zum jetzigen Zeitpunkt ein "Tsunami für das Land, der die Ukraine spalten wird". Eine Abstimmung sei unter den derzeitigen Bedingungen "unmöglich", da der russische Präsident Wladimir Putin nicht bereit sei, Möglichkeiten für eine Waffenruhe in Betracht zu ziehen.

Wenn wir das Land zerstören wollen, dann können wir in diesen Kriegszeiten den Weg zu Wahlen einschlagen.

Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident

Selenskyj führte aus, seine Strategie sei es, das Land zu einem Ende des Krieges zu führen und einen unabhängigen und souveränen Staat zu bewahren.

Dieses Foto zeigt Rauch, der bei Sonnenuntergang nach einem Drohnenangriff in Kiew am 20. August 2026 im Zuge der russischen Invasion in der Ukraine aufsteigt.

Bei schweren russischen Angriffen auf Kiew und die umliegende Region sind mindestens 16 Menschen getötet worden. Präsident Selenskyj forderte erneut Abfangraketen vom Typ Patriot.

20.08.2026 | 2:42 min

Ukraine: Ex-Minister Fedorow forderte öffentlich Wahlen

Es war die erste Reaktion des Präsidenten auf die Forderung des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow, der sich in der vergangenen Woche für eine Abstimmung ausgesprochen hatte. Fedorows überraschende Entlassung im vergangenen Monat hatte Proteste ausgelöst. Seine Unterstützer lehnten den Vorstoß für eine Wahl jedoch ab.

Selenskyj sagte, er habe Fedorow vier verschiedene Optionen angeboten, wie er im Amt bleiben könne. Er habe aber alle vier abgelehnt. Es war das erste Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022, dass ein führender ukrainischer Politiker eine Wahl während des Krieges forderte. Das ukrainische Recht verbietet Wahlen im Kriegszustand.

Zudem weisen Analysten auf Sicherheitsrisiken hin. Millionen Ukrainer befinden sich im Ausland, leben unter russischer Besatzung oder kämpfen an der Front, was die Organisation einer Abstimmung erschweren würde.

Foreign Minister of Ukraine Andrii Sybiha (R) and Federal Minister for Foreign Affairs of Germany Johann Wadephul hold a joint news conference following their negotiations, Kyiv, Ukraine, August 22, 2026. The talks focused on strengthening defence support for Ukraine, protecting critical infrastructure, preparing for winter, and diplomatic steps to end the war. The German Foreign Minister’s visit took place on the eve of the 35th anniversary of Ukraine’s independence, amid another wave of massive Russian attacks on civilian targets.

Zum vierten Mal besucht der Außenminister die Ukraine und kündigt an, sich für weitere, dringend benötigte militärische Unterstützung bei den Partnern einzusetzen.

22.08.2026 | 2:14 min

Selenskyj fordert 30 Milliarden Euro von EU

Nach den Worten Selenskyjs braucht die Ukraine zudem dringend Milliarden zur Finanzierung des Abwehrkampfes gegen Russlands Angriffskrieg. Kiew erwarte von der EU 30 Milliarden Euro für die Verteidigungsausgaben, sagte er im Gespräch mit Journalisten in Kiew.

Sie werden für die Verteidigung des ganzen Landes gebraucht.

Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident

Derzeit gebe es im Verteidigungshaushalt eine Lücke von 27 Milliarden Dollar (rund 23 Milliarden Euro). Allein 20 Milliarden seien notwendig, um die Gehälter der Soldaten, die Kompensationen für die Familien der Gefallenen und andere Ausgaben zu bezahlen, sagte Selenskyj.

Ukrainische Flugabwehr geschwächt - Mangel an Abfangraketen

Etwa wegen der Produktion von Drohnen sei zusätzliches Geld nötig. "Ein bedeutender Geldbetrag ist erforderlich. Ich arbeite in dieser Sache mit den Franzosen und Deutschen", sagte Selenskyj. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sicherte am Samstag bei seinem Besuch in Kiew der Ukraine weitere Unterstützung zu - und warf Russland "wahllosen Mord an Zivilisten" vor.

ZDF-Korrespondent Henner Hebestreit

Außenminister Wadephul hat der Ukraine während seines Besuchs vor Ort weitere Unterstützung zugesichert. ZDF-Korrespondent Henner Hebestreit berichtet.

22.08.2026 | 0:58 min

Die ukrainische Flugabwehr steht momentan unter großem Druck: So hatte Russland zuletzt immer häufiger ballistische Raketen gegen die Ukraine eingesetzt - in dem Wissen, dass das Land kaum noch Abfangraketen hat, um sich dagegen zu wehren. Diese Schläge, bei denen so viele Zivilisten getötet wurden wie seit langem nicht, bezeichnete Putin als passend und effektiv. Sie hätten den russischen Soldaten an der Front geholfen, ihre Aufgaben zu erfüllen, sagte er.

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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
Satellitenbild: Rauchgeneratoren auf der Krim-Brücke aufgenommen am 22.6.2026
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Quelle: Reuters, AFP, AP, dpa
Über den Krieg in der Ukraine berichtet das ZDF laufend, etwa in den heute-Nachrichten am 22.08.2026 ab 19 Uhr und im heute journal am 22.08.2026 ab 21:45 Uhr sowie im heute journal am 20.08.2026 ab 21:45 Uhr.

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