Überraschender Merz-Besuch in Ukraine - neue Hilfen angekündigt

Eilmeldung

Deutschland liefert Drohnen und Raketen:Merz überraschend zu Ukraine-Besuch in Kiew eingetroffen

Diana Zimmermann

von Diana Zimmermann, Kiew

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Friedrich Merz reist nach Kiew, um Deutschlands Unterstützung zu bekräftigen. Eine Milliarde Euro fließt in Waffen, weitere 350 Millionen in die Energieversorgung.

 Ukraine, Kiew: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommt am frühen Morgen auf dem Hauptbahnhof der ukrainischen Hauptstadt Kiew an.

Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sind zu einem Solidaritätsbesuch in die Ukraine gereist.

Quelle: dpa | Kay Nietfeld

Bundeskanzler Friedrich Merz ist am Sonntagmorgen in Kiew eingetroffen. Ihn begleiten Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und eine Wirtschaftsdelegation.

Merz sichert Ukraine weitere deutsche Unterstützung zu

Auf seiner eintägigen Reise will der Kanzler seine Unterstützung für die Ukraine vor dem erwartbar sehr harten fünften Kriegswinter demonstrieren.

Ich werde Präsident Selenskyj heute sagen: ‚Auf unsere Hilfe könnt Ihr weiter zählen‘. Unsere Partnerschaft ist keine Einbahnstraße. Deutsche und ukrainische Unternehmen entwickeln gemeinsam Technologien, von denen beide Länder profitieren.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Bereits im Bundeshaushalt bewilligte Mittel in Höhe von einer Milliarde Euro werden jetzt in militärische Hilfe umgesetzt.

Merz' Reise ist der vierte Besuch eines Bundeskanzlers seit der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022. Sein Vorgänger Olaf Scholz (SPD) war in seiner dreieinhalbjährigen Amtszeit zweimal im Kriegsgebiet. Merz besuchte Kiew im Mai vergangenen Jahres nur vier Tage nach seiner Vereidigung als Kanzler im Bundestag - zusammen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dem damaligen britischen Premierminister Keir Starmer und dem polnischen Regierungschef Donald Tusk. 

Es war die erste größere gemeinsame diplomatische Initiative der Europäer, um zu einem Frieden in der Ukraine zu kommen. Von Kiew aus forderten die vier Staats- und Regierungschefs damals Russland ultimativ zu einem bedingungslosen Waffenstillstand auf. Diese und auch spätere diplomatische Initiativen verliefen zunächst im Sande.

Quelle: dpa


Rauch steigt aus einem Gebäude auf

Ziel russischer Beschüsse in der Ukraine sind häufiger Einrichtungen der digitalen Infrastruktur, etwa Mobilfunk-Anbieter oder Rechenzentren. Die Systeme sind doppelt abgesichert.

03.10.2026 | 1:57 min

Deutsche Drohnen sollen ukrainische Luftverteidigung stärken

Dazu gehören Drohnen der deutschen Firma Quantum Systems, die russische, jetbetriebene Drohnen vom Typ Geran abschießen können.

In der vergangenen Woche hatten Geran-Drohnen auch die Süd- und die Nordbrücke Kiews beschädigt. Die Ukrainer hoffen, mit den Lieferungen aus Deutschland eine Lücke in ihrer Luftverteidigung zu schließen.

Die Drohnen von Quantum sind bereits in Produktion und sollen in den nächsten Wochen und Monaten in fünfstelliger Stückzahl in die Ukraine geliefert werden. Auch sogenannte Abstandswaffen mit einer Reichweite von mehr als 1.000 Kilometern, die die Abschussstellungen im russischen Inland zerstören können, sind in dem Paket enthalten.

LUGANSK PEOPLE'S REPUBLIC - JULY 15, 2026: A mobile air defence team member serves with the 49th Anti-Aircraft Missile Brigade, 1st Tank Army deployed with the Zapad [West] Group of Forces amid Russia's special military operation.

Russland greift Kiew weiter mit Drohnen und ballistischen Raketen an. Die ukrainische Luftabwehr stößt dabei an Grenzen – zusätzliche Abwehrsysteme werden gebraucht.

28.09.2026 | 2:31 min

Merz warnt vor russischer Bedrohung für Deutschland

Bei seiner Ankunft in Kiew sagte der Bundeskanzler:

Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später auch gegen uns.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Weitere 350 Millionen Euro aus den Etats des Außenministeriums und des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit sollen helfen, die Stromversorgung aufrechtzuerhalten. Russland bombardiert momentan gezielt Kraftwerke, Umspannwerke und Tankstellen.

Nur wenige Stunden vor der Ankunft des Zuges mit Bundeskanzler Merz warnte das russische Außenministerium ausländische Besucher und Diplomaten vor einem Aufenthalt in Kiew. Sie sollten die Stadt verlassen und sich vor allem nicht in der Nähe von militärischen Objekten und Regierungsgebäuden aufhalten, hieß es in einer Mitteilung.

Als Grund nannte das Ministerium, dass die russischen Streitkräfte "als Reaktion auf die terroristischen Aktionen der ukrainischen Streitkräfte gegen die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur unseres Landes (Russlands) weiterhin systematisch gezielte Schläge gegen militärische Ziele in Kiew und anderen ukrainischen Städten führen".

Quelle: dpa 


Aufgrund der in letzter Zeit verstärkten russischen Luftangriffe auf Eisenbahnen und Städte in der Ukraine findet die Reise unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt.

Quelle: mit dpa, Reuters
Über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine berichtet das ZDF fortlaufend, unter anderem im ZDF-Morgenmagazin am 02.10.2026 ab 05:30 Uhr.

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