Sprengstoff und Drohnenteile gefunden:Anschlagsversuch in Leipzig: Führt eine Spur nach Serbien?
von Arndt Ginzel und Christian Rohde
In Serbien fanden Ermittler Anfang April Sprengstoff in Konservendosen und Drohnenteile. Nun wird eine Verbindung zum Anschlagsversuch von Leipzig geprüft.
Der serbische Militärgeheimdienst hat Bauteile einer modifizierten Drohne sichergestellt.
Quelle: Serbischer MilitärgeheimdienstDeutsche Ermittlungsbehörden prüfen, ob in Serbien sichergestellter Sprengstoff und Drohnentechnik mit dem versuchten Anschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle zusammenhängen. Wie der "Spiegel" berichtet, stoppten serbische Sicherheitskräfte am 11. Juni nahe der Grenze zu Ungarn zwei getrennt fahrende Autos. Am Steuer saßen Danilo B., der die serbische und russische Staatsangehörigkeit besitzen soll, und der serbische Staatsbürger Slobodan D.
In einem Wagen fanden die Ermittler demnach Bauteile einer modifizierten Drohne und Sender zur Fernsteuerung, im anderen zwei mit Sprengstoff gefüllte Konservendosen. Seit dem 12. Juni sitzen beide Männer in Untersuchungshaft. Recherchen von ZDF frontal zeigen nun: Das Verfahren ist Teil eines größeren Ermittlungskomplexes, der bereits im Frühjahr dieses Jahres begann.
Nach dem Fund einer mit Sprengstoff und Zünder präparierten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle läuft die Suche nach den Tätern und möglichen Drahtziehern. Offenbar war es nicht die einzige Drohne.
26.08.2026 | 22:37 minSerbien: Verdacht auf Sabotageversuch gegen Pipeline
Zuvor, am 5. April stellte der serbische Militärgeheimdienst in der nordserbischen Gemeinde Kanjiža größere Mengen Sprengstoff sowie Material zu dessen Vorbereitung sicher. Der Fundort lag in unmittelbarer Nähe der Gaspipeline "Balkan Stream", die Serbien und Ungarn verbindet.
Auf den damals veröffentlichten Ermittlerfotos sind auch zwei Metallbüchsen als Bestandteile der sichergestellten Konstruktionen zu sehen. Die serbischen Behörden ermittelten zunächst wegen des Verdachts eines Sabotageversuchs gegen die Pipeline.
Die serbischen Ermittler fanden auch mit Sprengstoff gefüllte Konservendosen.
Quelle: Serbischer MilitärgeheimdienstSprengstoff-Dosen auch beim Drohnen-Vorfall in Leipzig
Eine auffällige Parallele: Auch bei der am 4. August nahe ukrainischer Frachtmaschinen am Flughafen Leipzig/Halle entdeckten Drohne war der Sprengstoff nach übereinstimmenden Berichten verschiedener Medien in einer Konservendose untergebracht.
Im Zuge der Ermittlungen zum April-Fund stießen die serbischen Behörden nach eigenen Angaben auf eine organisierte Gruppe. Am 31. August teilte die Staatsanwaltschaft in Subotica mit, inzwischen gegen insgesamt sieben Verdächtige zu ermitteln. Sie sollen in Serbien Sprengstoff, Sprengvorrichtungen und Drohnen beschafft und gelagert und anschließend zu zuvor vereinbarten Orten in Staaten der Europäischen Union transportiert haben.
Nach dem gescheiterten Drohnen-Anschlag in Leipzig sollen zwei Verdächtige identifiziert sein. Die Bundesregierung hat bereits Strafmaßnahmen gegen Russland angekündigt. ZDFheute live analysiert.
02.09.2026 | 19:28 minAnschlagsversuch in Leipzig: Ermittler prüfen Verbindung
Ob die beiden Männer oder die in Serbien sichergestellten Gegenstände tatsächlich eine direkte Verbindung zum Leipziger Anschlag haben, ist bislang nicht öffentlich belegt.
Laut Spiegel prüfen allerdings Ermittler mögliche "Kennverhältnisse" von Danilo B. und Slobodan D. zu einer Person, die auch im Leipziger Fall eine Rolle spielt.
Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zum Anschlagsversuch in Leipzig
- FAQ
Sicherheitsexperten ordnen ein:Drohnen in Leipzig: Sabotage oder hybride Kriegsführung?
Julia Schulze, Londonmit Video1:42 Moskau kündigt Schließung an:Goethe-Institut vor Aus: Ende deutscher Soft Power in Russland
von Lucas Eilermit Video1:15EU-Außenminister zu Drohnen-Vorfall:Leipzig als Weckruf für ganz Europa
Isabelle Schaefers, Wicklowmit Video2:30Russland als Drahtzieher:Drohnen-Vorfall in Leipzig: Wie reagieren EU und Nato?
Andreas Stamm, Brüsselmit Video2:30