Tote in Kiewer Vorort gemeldet:Während Wadephul-Besuch: Russische Angriffe auf Kiew
Außenminister Wadephul ist in die Ukraine gereist - während seines Besuchs kam es zu einem russischen Angriff auf Kiew. Wadephul warf Moskau "wahllosen Mord an Zivilisten" vor.
Zum vierten Mal besucht der Außenminister die Ukraine und kündigt an, sich für weitere, dringend benötigte militärische Unterstützung bei den Partnern einzusetzen.
22.08.2026 | 2:14 minWährend des Besuchs von Außenminister Johann Wadephul (CDU) in Kiew hat Russland einen Vorort der ukrainischen Hauptstadt mit ballistischen Raketen angegriffen und dabei mindestens zwei Menschen getötet.
Der CDU-Politiker nahm gerade mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an einem Veteranentreffen in der Kiewer Innenstadt teil, als auch dort Luftalarm ausgelöst wurde. Auf den Handys der Teilnehmer im Raum gingen die Sirenen an, die Veranstaltung wurde aber fortgeführt. "Es hat zwei Todesopfer gegeben, eines davon ein Kind", sagte Wadephul später.
Das macht uns noch einmal in erschreckender Weise klar: Wir sind hier in einem Kriegsgebiet.
Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister
Und dieser Krieg werde nicht nur an der Front ausgetragen, sondern überall im Land. "Das macht auch deutlich, dass die praktische Unterstützung dieses Landes weiter notwendig ist."
Außenminister Wadephul hat der Ukraine während seines Besuchs vor Ort weitere Unterstützung zugesichert. ZDF-Korrespondent Henner Hebestreit berichtet.
22.08.2026 | 0:58 minWadephul sichert Ukraine Hilfen zu
Der CDU-Politiker verurteilte die zunehmenden russischen Drohnen- und Raketenangriffe und warf Moskau "wahllosen Mord an Zivilisten" sowie gezielte Zerstörung der Energieinfrastruktur vor. Russland wolle die Lebensgrundlage der Menschen in der Ukraine zerstören und so ihren Durchhaltewillen brechen. "Die Ferienwochen im Juli und August, für Menschen überall in Europa die schönste Zeit des Jahres, waren für die ukrainische Zivilbevölkerung die tödlichsten seit mehr als vier Jahren", sagte Wadephul.
Wir stehen an der Seite der Ukraine. Wir unterstützen sie. Sie wird diese militärische Auseinandersetzung gewinnen.
Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister
Erst kurz vor der Ankunft Wadephuls in Kiew wurden nach Behördenangaben bei einem russischen Drohnenangriff auf ein belebtes Einkaufszentrum in der ukrainischen Großstadt Krywyj Rih mindestens 16 Menschen getötet und mehr als 130 verletzt.
Selenskyj: Wadephul-Besuch ein "starkes Signal"
Der CDU-Politiker sicherte der Ukraine vor diesem Hintergrund weitere Unterstützung zu. Er hofft darauf, dass Russland so zu Friedensverhandlungen bewegt werden kann. Kein Land investiert so viel in die militärische und finanzielle Unterstützung der Ukraine wie Deutschland.
Selenskyj bedankte sich bei dem Treffen mit Wadephul für die deutsche Hilfe. Den Besuch des Außenministers bezeichnete er als "starkes Signal".
In der ukrainischen Stadt Krywyj Rih sind bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum mindestens 15 Personen ums Leben gekommen. Es seien mehr als 130 Menschen verletzt worden.
22.08.2026 | 0:20 minBundesaußenminister kündigt weitere deutsche Hilfe und Gespräch mit Rubio an
Nach einem Gespräch mit seinem ukrainischen Kollegen Andrij Sybiha sagte Wadephul bei einer Pressekonferenz: "Deutschland stellt jetzt zusätzliche 50 Millionen Euro für humanitäre Hilfe zur Verfügung." Das Geld der Bundesregierung gehe an UN-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen, die insbesondere Menschen in den Frontgebieten unterstützten, sagte Wadephul.
Zugleich kündigte der Minister weitere Gespräche über zusätzliche Luftverteidigungssysteme für die Ukraine an. Anfang der Woche wolle er mit US-Außenminister Marco Rubio über diese Frage und die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges sprechen.
Wadephul zum vierten Mal seit Amtsantritt in der Ukraine
Fast viereinhalb Jahre nach Beginn der russischen Angriffe auf die Ukraine gibt es weiterhin keine konkreten Aussichten auf ein Ende des Krieges. Die maßgeblich von den USA vermittelten Verhandlungen über eine Waffenruhe liegen derzeit auf Eis.
Wadephul ist zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt vor 16 Monaten in dem Land. Der Besuch wurde aus Sicherheitsgründen wie üblich nicht öffentlich angekündigt. Auch sein Programm in Kiew wird nicht bekanntgegeben. Am kommenden Montag vor 35 Jahren hat die Ukraine die Unabhängigkeit von der Sowjetunion erlangt. Um den Jahrestag herum finden Feierlichkeiten vor allem in der Hauptstadt Kiew statt.
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