USA, Ukraine, Russland: Was von dem Treffen zu erwarten ist

Interview

Vereinigte Arabische Emirate:USA, Ukraine, Russland: Was von dem Treffen zu erwarten ist

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Trump bestehe auf ein Treffen mit Russland und der Ukraine, sagt Politikwissenschaftler Nico Lange. Es würde jedoch dauern, bis man sich einig werde.

US-Präsident Donald Trump (r) schüttelt dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor Beginn eines bilateralen Treffens am Rande des jährlichen Weltwirtschaftsforums (WEF), die Hand.

Sehen Sie hier das Interview mit Nico Lange in voller Länge.

23.01.2026 | 3:34 min

Erstmals soll es gemeinsame Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA geben. Nach einem Treffen mit Donald Trump in Davos verkündete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj außerdem eine Einigung über US-Sicherheitsgarantien für sein Land. Kommt nun Bewegung in die Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine?

Der Politikwissenschaftler Nico Lange erklärt, warum es noch lange dauern kann, bis eine Einigung erzielt wird, die US-Sicherheitsgarantien kein "Artikel 5" sind, und Selenskyjs Kritik an den Europäern nachvollziehbar ist.

Im Interview mit dem heute journal update betont Lange, dass ...

... von dem Dreiertreffen nicht viel zu erwarten ist

Von dem ersten Dreiertreffen zwischen den USA, Russland und der Ukraine an diesem Freitag in den Vereinigten Arabischen Emiraten sei nicht allzu viel zu erwarten, schätzt Lange ein. Die Positionen lägen weiterhin "sehr weit auseinander", zudem bestehe US-Präsident Trump darauf, dass das Treffen jetzt stattfinde.

Weder die Ukraine noch Russland hätten derzeit ein Interesse daran, Trump zu verärgern, ein Muster, das sich auch an anderer Stelle gezeigt habe. Entsprechend niedrig seien die Erwartungen an dieses erste Zusammentreffen.

felix-klauser

Die Gespräche in Moskau mit Witkoff und Kushner gewinnen an Dynamik. "Kompromissbereitschaft zeigt sich bislang zumindest nach außen hin nicht" - sagt ZDF-Korrespondent Felix Klauser.

23.01.2026 | 2:54 min

... die Einigung "nicht sowas wie Artikel 5" ist

Bei der angekündigten Einigung mit den USA über Sicherheitsgarantien handele es sich um "eins der drei Zusatzdokumente zu den 20 Punkten, von denen jetzt je nach Sichtweise 18 oder 19 geeinigt sind". Auf Arbeitsebene habe es dazu schon länger "großes Einverständnis" gegeben, das Selenskyj und Trump nun noch einmal bekräftigt hätten.

Das Dokument solle später sogar den Kongress passieren. Zwar sei es grundsätzlich positiv, wenn die USA Sicherheitsgarantien in Aussicht stellten, doch handele es sich eher um einen politischen Rahmen:

Das ist jetzt nicht sowas wie der Artikel 5 oder eine Beistandspflicht der USA für die Ukraine.

Nico Lange, Sicherheitsexperte

Ein ukrainischer Soldat geht eine Straße in der Frontstadt Kostjantyniwka entlang, dem Schauplatz schwerer Kämpfe mit russischen Truppen in der Region Donezk.

US-Präsident Trump spricht von einem sehr guten Treffen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Selenskyj. Die Botschaft an Russlands Präsidenten Putin laute, der Krieg müsse enden.

23.01.2026 | 2:32 min

... Selenskyjs Kritik an den Europäern nachvollziehbar ist

Die Kritik von Präsident Selenskyj an der Europäischen Union (EU) sei vor diesem Hintergrund nachvollziehbar, ordnet Lange ein. Selenskyj sei "der Mann, der aus der Kälte kam", aus einer Stadt, in der Millionen Menschen derzeit in Dunkelheit und ohne verlässliche Versorgung lebten.

Vor diesem Hintergrund müsse man fragen:

Was soll er denn sagen, wenn er von dort kommt, wo Millionen Menschen in Dunkelheit und Kälte sitzen und nicht wissen, wie sie ihr Leben gestalten sollen?

Nico Lange, Sicherheitsexperte

Zwar hätten europäische Politiker immer wieder ihre Solidarität betont und versichert, "dass sie unverbrüchlich an der Seite der Ukraine stehen", doch konkrete Hilfe gegen die russischen Luftangriffe bleibe aus. Notwendige Schritte würden nicht gegangen, etwa die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern aus Deutschland.

Selenskyj habe den Europäern damit "den Spiegel vorgehalten" - für Selbstzufriedenheit bestehe kein Anlass.

Schaltgespräch mit Ulf Röller

Die Stimmung sei sehr düster, sagt ZDF-Korrespondent Ulf Röller zum Weltwirtschaftsforum in Davos. Europa wolle es nicht, sei aber bereit, sich Trump entgegenzustellen.

20.01.2026 | 2:42 min

... die Menschen in der Ukraine ein Mitbestimmungsrecht haben

Am Ende habe Trump nichts erreicht, was nicht auch ohne "dieses ganze Getöse und dieses Theater" möglich gewesen wäre, so die Einschätzung des Sicherheitsexperten. Die öffentlichen Drohungen und Spekulationen über ein mögliches Ende der Nato seien überflüssig gewesen - "es hätte man sich alles sparen können".

Dass Trump dennoch so vorgegangen sei, erkläre sich aus seinem Politikstil: "Das ist der New Yorker Style, um Immobiliendeals zu machen", zunächst werde Druck aufgebaut und angegriffen, um sich Vorteile zu verschaffen.

Offen seien allerdings noch viele Details, nicht zuletzt die Zustimmung der Bevölkerung vor Ort: "Man kann ja nicht über die Köpfe dieser Menschen hinweg ständig die irgendwo hin und her verschieben."

Sollte am Ende eine einvernehmliche Lösung stehen, sei das zwar positiv - doch der Schaden bleibe: "Aber es ist bleibender Schaden entstanden. Da sollte man sich nichts vormachen."

Das Interview führte Nazan Gökdemir.

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Rettungskräfte räumen am 21.11.2025 die Trümmer eines Wohnhauses in Ternopil weg, das bei einem russischen Angriff schwer beschädigt wurde.
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Über dieses Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, darunter dem heute journal update am 22.01.2026 ab 00:30 Uhr.

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