Profit aus Krieg in Iran:Ex-Botschafter: "Im Kreml werden die Sektkorken knallen"
Donald Trump lockert die Öl-Sanktionen, Russland verdient Milliarden. Rüdiger von Fritsch, ehemaliger Botschafter in Russland, erklärt, wie der Kreml vom Krieg in Iran profitiert.
phoenix tagesgespräch am 16. März 2026 mit Rüdiger von Fritsch (ehemaliger deutscher Botschafter in Russland) zur Frage, wie Russlands Präsident Putin vom Krieg im Nahen Osten profitiert
16.03.2026 | 7:38 minRussland könnte vom Krieg in Iran in Milliardenhöhe profitieren, sagt Rüdiger von Fritsch, ehemaliger deutscher Botschafter in Russland.
Im Interview mit dem Fernsehsender phoenix erklärte der 72-Jährige, dass die Situation Russlands vor dem Angriff der USA und Israels auf Iran "zunehmend schwierig geworden" sei. Doch nun werde Russland "Atemluft verschafft, um den Krieg fortzusetzen."
Trump lockert kurzzeitig Russland-Sanktionen
Der Grund: Nachdem die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise durch den Krieg im Nahen Osten die Weltwirtschaft belasten und die Straße von Hormus noch immer gesperrt ist, bat Russlands Präsident Wladimir Putin vergangene Woche neue Lieferungen von russischem Öl an.
Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und verflüssigten Gases (LNG) muss durch die Straße von Hormus.
Quelle: ZDFWenige Tage später fiel die Entscheidung im Weißen Haus: Das US-Finanzministerium erteilte vergangene Woche eine Lizenz, die den Verkauf von russischem Rohöl und russischen Erdölprodukten, die vor dem 12. März um 0:01 Uhr auf Schiffe verladen wurden, bis zum 11. April erlaubt.
US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, die Genehmigung solle "die globale Reichweite des bestehenden Vorrats erhöhen".
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Eigentlich setzt Putin für eine Zusammenarbeit voraus, dass diese "langfristig und stabil" sei und "kein politischer Druck" auf Moskau ausgeübt werde, sagte der Kreml-Chef letzte Woche. Nach einem Telefonat mit Putin setzt US-Präsident Trump die Sanktionen nun aus, bis, so Trump, "die Straße [von Hormus] wieder offen ist."
Von Fritsch: Russland hat bislang etwa sechs Milliarden Dollar verdient
Geht es nach dem ehemaligen Botschafter von Fritsch habe Russland seit Beginn der Angriffe gegen Iran "etwa sechs Milliarden Dollar zusätzlich verdient, das ist etwa drei bis fünf Prozent seines jährlichen Kriegsbudgets".
Russland ist gegenwärtig der Hauptprofiteur dieses Krieges.
Rüdiger von Fritsch über Russlands Rolle im Iran-Krieg
Und auch durch die Lockerung der Ölsanktionen werde Russland einen "einstelligen Milliardenbetrag" verdienen, schätzt von Fritsch. Nun komme durch die jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump zur Nato "ein möglicher strategischer Vorteil für Russland hinzu", so der ehemalige Botschafter bei phoenix. "Im Kreml werden die Sektkorken knallen."
Kritik an Lockerung unter anderem von Bundeskanzler Merz
Kritik an der durch Trump initiierten befristeten Lockerung von Handelssperren für russisches Öl äußerte unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz bei einem Besuch in Andøya in Norwegen.
Jetzt Sanktionen zu lockern, aus welchem Grund auch immer, halten wir für falsch.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Es habe am Mittwoch eine Schaltkonferenz der G7-Staats- und Regierungschefs gegeben, auch mit US-Präsident Donald Trump. "Es gab eine sehr klare Meinung von sechs Mitgliedern der G7, dass dies nicht das richtige Signal ist", fügte der Kanzler hinzu.
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