China und Iran helfen Putin:Moskau erhöht den Druck, Kiew wartet
Während Kiew hofft, Ziele in Russland angreifen zu dürfen, hilft China Moskau beim Drohnenbau - und der Iran liefert Raketen. Gelingt es Russland, bis Oktober Kursk zu befreien?
Eine russische Offensive auf die ukrainische Großstadt im Sommer konnte laut dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj gestoppt werden, die Situation vor Ort ist dennoch gefährlich.
14.09.2024 | 1:40 minDie russischen Streitkräfte haben ihren ersten bedeutenden Gegenangriff auf die von der Ukraine besetzten Gebiete in der Region Kursk gestartet. Elemente zweier russischer Eliteeinheiten, der 155. Marine-Infanterie-Brigade und des 51. Garde-Luftangriffsregiments, die beide aus der Ukraine verlegt worden waren, führten den Angriff aus. In einer gut durchgeführten Operation drängten sie die 103. Brigade der ukrainischen Territorialverteidigung zurück, eroberten bereits die Kleinstadt Snagost zurück und näherten sich Ljubimowka.
Die Entsendung von zwei Eliteeinheiten in die Kursk-Region von russischer Seite aus könnte frühere Informationen bestätigen, wonach der russische Präsident Wladimir Putin dem russischen Militär befohlen hat, die Region Kursk bis Anfang Oktober zu befreien.
- Moskau vor militärischer Eskalation: die Militäranalyse
Ukraine setzt Angriffe fort
In der Zwischenzeit setzten die ukrainischen Streitkräfte ihre Angriffe fort. Sie durchbrachen die russische Grenze an einer anderen Stelle westlich des größeren Vorstoßes bei Nowy Put und drängen Berichten zufolge in Richtung Gluschkowo.
Die Ukraine beabsichtigt offenbar, die südlich des Flusses Seym eingeschlossenen russischen Truppen anzugreifen. Sollte dieser neue Vorstoß gelingen, würde er das noch von den russischen Streitkräften gehaltene Gebiet in zwei Hälften teilen und damit deren Verteidigung weniger haltbar machen. Im Laufe der Woche hat die Ukraine mindestens drei russische Pontonbrücken über den Seym zerstört oder beschädigt, um die Logistik der russischen Streitkräfte südlich des Flusses zu behindern.
... ist Senior Advisor beim European Policy Centre. Er forscht und publiziert seit über 20 Jahren zu den Themenkomplexen Sicherheit und Verteidigung, Rüstung und Technologie, Stabilisierung und Krisenmanagement. Für ZDFheute analysiert er regelmäßig die militärischen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt.
... ist Associate Fellow im Programm Sicherheit und Verteidigung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin. Er forscht und publiziert zu Streitkräften in Osteuropa und Russland und hybrider Kriegsführung.
Iranische Raketen in Russland angekommen
Mehrere westliche Politiker und Presseartikel bestätigten unter Berufung auf Geheimdienstberichte und Bildmaterial, dass der Iran tatsächlich etwa 220 ballistische Kurzstreckenraketen des Typs Fath-360 an Russland geliefert hat. Die Waffen wurden von einem russischen Schiff über das Kaspische Meer geliefert.
Nach Einschätzung des ukrainischen Geheimdienstes werden die Raketen zunächst zum russischen Raketenartillerie-Übungsgelände in Aschuluk transportiert, wo weitere Tests und Schulungen durchgeführt werden und der Kampfeinsatz erst danach erfolgen soll.
Im Laufe der Woche hat Russland mehrere groß angelegte Drohnenangriffe auf ukrainische militärische und zivile Infrastrukturziele durchgeführt. Dabei wurden Kraftwerke, Transformatoren und mehrere Infrastrukturanlagen auf Bezirksebene getroffen.
Die Ukraine bittet westliche Partner um Erlaubnis, Langstreckenraketen auf russische Ziele richten zu dürfen. Damit sollen eigene Gebiete wie die Stadt Charkiw gesichert werden.
13.09.2024 | 2:50 minNeue russische Angriffstaktiken
Die russischen Streitkräfte verstärkten ihre Angriffe im südlichen Teil der Region Donezk. Berichten zufolge testeten sie eine neue Taktik mit mechanisierten und gepanzerten Angriffen gegen ukrainische Stellungen.
Zwar sind die Verluste bei den Panzerangriffen immer noch atemberaubend hoch, aber die neue Taktik zeigt, dass die russischen Bodentruppen immer noch in der Lage sind, innovativ zu sein und neue Ansätze zu erproben.
Neue russische Drohne mit chinesischen Komponenten
Russland hat Berichten zufolge eine neue Langstrecken-Angriffsdrohne, die Garpiya-A1 (Harpyie auf Englisch), hergestellt und bereits eingesetzt. Die Drohne arbeitet mit einem in China hergestellten Motor und anderen Komponenten und hat eine Reichweite von etwa 1.500 Kilometern. Bislang wurden etwa 2.500 solcher Drohnen hergestellt, seit die Produktion im letzten Sommer begonnen hat.
Russland setzt also nicht nur Drohnen aus iranischer Produktion ein, sondern auch China trägt aktiv zur Entwicklung der russischen Drohnenkapazitäten bei.
Entlang der gesamten Frontlinie setzt die ukrainische Armee hoch spezialisierte Drohnen ein. Soldaten einer gesonderten Elite-Einheit sollen so auf präzise Weise Ziele aufspüren.
23.06.2024Noch keine Aufhebung der Beschränkungen für westliche Waffen
Presseberichten zufolge stehen Großbritannien und Frankreich kurz vor einer Einigung über die Aufhebung des Verbots für die Ukraine, ihre Storm Shadow/SCALP-Marschflugkörper gegen militärische Ziele tief im Inneren der Russischen Föderation einzusetzen. Sollte dies geschehen, könnte die Ukraine insbesondere Militärflughäfen, Luftverteidigungsanlagen, Kommandozentralen und befestigte Munitionsdepots sowie Brücken innerhalb Russlands effizienter angreifen.
Inzwischen verfügt die Ukraine nur noch über eine begrenzte Anzahl solcher Raketen, da viele von ihnen gegen die russische Schwarzmeerflotte und Militärflughäfen auf der Krim eingesetzt wurden.
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