Selenskyj bietet Putin direkte Friedengespräche an

Direktes Schreiben an Kremlchef:Selenskyj an Putin: "Ich schlage ein Treffen vor"

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert Kremlchef Wladimir Putin erstmals seit Kriegsbeginn in einem öffentlichen Brief zu direkten Friedensgesprächen auf.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte zu Besuch in Kiew

Das von Präsident Wolodymyr Selenskyj vorgeschlagene Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin solle von einem neutralen Land ausgerichtet werden, hieß es in dem Schreiben.

Quelle: ddp

Vor dem Hintergrund stockender US-Vermittlungsbemühungen hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem offenen Brief an den russischen Staatschef Wladimir Putin gewandt und direkte Friedensgespräche angeboten. Es wäre falsch, einfach darauf zu warten, dass die US-Regierung ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Konflikt in Europa richte, während sie sich auf den Krieg im Iran konzentriere, erklärte er in dem vom Präsidentenbüro in Kiew veröffentlichten Schreiben.

Ich schlage ein Treffen vor.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Das Treffen solle von einem neutralen Land ausgerichtet werden, schrieb Selenskyj. Moskau und Kiew als Orte einer Zusammenkunft schloss er aus und schlug stattdessen ein Treffen in der Schweiz, der Türkei oder einem arabischen Land vor.

Es sei Sache der Präsidenten, "Schlüsselfragen" zu lösen. Das sei immer schon so gewesen und werde immer so sein. "Ich schlage vor, ein klares Datum für ein solches Treffen festzulegen." Der Brief wurde während einer Pressekonferenz des russischen Präsidenten Wladimir Putins für internationale Journalisten im Rahmen des Wirtschaftsforums in St. Petersburg veröffentlicht.

Auf dem Bild ist Militäranalyst Hendrik Remmel zu sehen

Um Russlands Truppen zu schwächen, greift die Ukraine Versorgungsrouten an und führt zugleich "Deepstrikes” aus, die auch Moskaus Wirtschaft schwächen sollen, sagt Militäranalyst Hendrik Remmel.

04.06.2026 | 25:31 min

Selenskyj schlägt Waffenruhe und Gefangenenaustausch vor

Als ersten Schritt schlug Selenskyj darin eine Waffenruhe entlang der jetzigen Frontlinie vor, die von den Vereinigten Staaten überwacht werden soll. Dem könne ein Gefangenenaustausch "aller gegen alle" und eine Rückkehr von Zivilisten und "während des Krieges verschleppten" Kindern folgen.

An den Gesprächen sollten der Ansicht Selenskyjs nach zudem Vertreter Europas und der Vereinigten Staaten auch als mögliche Garanten beteiligt werden. "Die Welt ist der Ukraine nicht überdrüssig geworden - so, wie Sie es lange erhofft hatten", richtete er sich an Putin.

Doch gegenüber Russland macht sich eine wachsende Ermüdung breit.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Kremlsprecher Dmitri Peskow ging vor Journalisten in St. Petersburg nicht auf den Inhalt des Briefes ein. Er sagte:

Präsident Putin hat gesagt, dass Selenskyj nach Moskau kommen könne, wenn er reden möchte.

Dmitri Peskow, Kremlsprecher

Alexander Dobrindt

Die EU-Innenminister beraten darüber, wie ukrainische Geflüchtete künftig geschützt werden sollen. Bislang bekommen diese in der EU automatisch Schutz und müssen keinen Asylantrag stellen.

04.06.2026 | 0:23 min

Trump: Beide Seiten müssen Kompromisse eingehen

US-Präsident Donald Trump reagierte erfreut auf den Vorstoß aus Kiew. Ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj wäre großartig, sagte er. "Sie sollten es hinbekommen."

Auf die Frage, welche Zugeständnisse er Putin für ein Ende des Krieges abverlangt habe, wollte Trump keine konkrete Antwort geben, unterstrich aber, dass beide Seiten Kompromisse eingehen müssten.

Das werde auch geschehen, kündigte er an - und beanspruchte dieses Szenario umgehend als persönlichen Erfolg:

Ich habe diese Kompromisse vorgeschlagen.

Donald Trump, US-Präsident

Rauch steigt auf über St. Petersburg, Russland.

Bei ukrainischen Drohnenangriffen wurden kurz vor dem Start des internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg Energie- und Militäranlagen getroffen.

03.06.2026 | 2:15 min

Ukraine setzt auf Drohnen - Russland verstärkt Luftangriffe

Mit seinem Schreiben schien Selenskyj einen günstigen Moment in dem Konflikt abpassen zu wollen, in dem die Ukraine auf dem Schlachtfeld wieder Erfolge erzielt, insbesondere durch ihre verbesserte Fähigkeit, mit eigener Drohnentechnologie Ziele auch tief in russischem Territorium zu treffen.

Zugleich hat aber auch Russland die Luftangriffe auf die Ukraine intensiviert, um einen Mangel der Ukraine an Abfangraketen auszunutzen.

Große dunkle Rauchwolke nach Drohnenangriff auf St. Petersburg

Die Ukraine hat am Tag der Eröffnung des Wirtschaftsforums in St. Petersburg, an dem auch Russlands Präsident Putin teilnehmen soll, mit Drohnen ein Ölterminal in der Stadt angegriffen.

03.06.2026 | 2:02 min

Selenskyj: Russland bereitet sich auf langen Krieg vor

Selenskyj erklärte, Geheimdiensterkenntnisse deuteten darauf hin, dass Russland plane, den Krieg bis 2027 oder 2028 in die Länge zu ziehen und mit ballistischen Raketen auszugleichen, was den russischen Bodentruppen nicht gelungen sei. Zudem beschuldigte er Moskau, zu versuchen, Belarus tiefer in den Konflikt hineinzuziehen sowie die Lage rund um das Separatistengebiet Transnistrien in der Republik Moldau zu destabilisieren, das von Russland unterstützt wird.

Militäranalyst Remmel vor einer Karte der Ukraine mit einer Hornet-Drohne im Hintergrund.

Die Ukraine setzt Moskaus Kriegsnachschub für die Front massiv unter Druck und trifft Ziele tief im russischen Inland. Wie stark ist der Druck auf Putin? Militäranalyst Remmel bei ZDFheute live.

04.06.2026 | 39:14 min

Russland sei sich der Kosten des Krieges zunehmend bewusst, sagte er und verwies auf die eigenen Drohnenangriffe in Russland, Treibstoffknappheit, steigende Preise und die Notwendigkeit einer größeren Truppenmobilisierung. Allein im Mai seien mehr als 30.000 russische Soldaten getötet oder verletzt worden, was Kiew auch mit Videoaufnahmen belegen könne. Derartige Verluste gebe es jeden Monat. Auch die Ukraine erleide weiter schmerzhafte Verluste, wenngleich das Verhältnis der Opferzahlen sie begünstige.

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14.05.2026, Ukraine, Kiew: Rettungskräfte beseitigen die Trümmer eines Hauses, das nach einem russischen Angriff auf ein Wohnviertel schwer beschädigt wurde.
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Quelle: AP, dpa
Über diese Lage im Ukraine-Krieg berichtet das ZDF in vielen aktuellen Sendungen, zuletzt unter anderem am 03.06.2026 bei ZDFheute live ab 19:30 Uhr.

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