Russischer Panzerangriff scheitert erneut :Schifffahrt zur Ukraine gestoppt
von Christian Mölling und András Rácz
Nach russischen Angriffen ruht der Seeverkehr zur Ukraine. Bei Dobropillja scheitert ein Panzerangriff. Drohnen- und Raketenangriffe sowie Angriffe auf zivile Logistik eskalieren.
Die Ukraine und Russland melden erneut gegenseitige Angriffe. In der Ukraine wurde ein Mann getötet. Russland meldet zwei Todesopfer bei ukrainischen Angriffen in mehreren Landesteilen.
27.07.2026 | 0:21 minNach wiederholten russischen Angriffen auf Frachtschiffe, die ukrainische Schwarzmeerhäfen anlaufen oder verlassen, ist die zivile Schifffahrt in die Ukraine vollständig zum Erliegen gekommen. Schiffe unter neutraler Flagge lassen sich derzeit nicht vor russischen Drohnen- und Raketenangriffen schützen.
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist laut Luftwaffe erneut Ziel russischer Raketenangriffe geworden. In mindestens drei Bezirken seien Feuer ausgebrochen, erklärt Kiews Bürgermeister Klitschko.
26.07.2026 | 0:14 minLebensmittelexporte in Gefahr
Bleiben die ukrainischen Seeexporte länger ausgesetzt, droht eine erhebliche globale Nahrungsmittelkrise: Die Ukraine ist trotz des Krieges der weltweit größte Exporteur von Sonnenblumenöl und zählt bei Mais, Gerste und Raps zu den fünf größten Exporteuren. Als 2022 infolge der groß angelegten Invasion der maritime Export ukrainischer Nahrungsmittel ausfiel, führte dies besonders in Afrika zu erheblichen Problemen.
Ob die Ukraine die Schiffe schützen kann, etwa durch Konvois und Flugabwehr, ist offen. Alternativ könnte sie den zivilen Seeverkehr zu russischen Schwarzmeerhäfen angreifen. Das könnte Moskau abschrecken, würde Engpässe bei der Lebensmittelversorgung aber weiter verschärfen.
Der russische Angriffskrieg verursacht Leid auf beiden Seiten. In Kiew setzt sich eine Russin für russische Kriegsgefangene ein und versucht, den Kontakt zu ihren Familien herzustellen.
26.07.2026 | 1:43 minPanzerangriff bei Dobropillja scheitert
Am 24. Juli starteten russische Kräfte bei Dobropillja einen groß angelegten mechanisierten Angriff mit mindestens einem Dutzend Panzern und mehreren gepanzerten Fahrzeugen. Wegen der hohen Drohnenkonzentration hatte es solche Angriffe seit Monaten nicht gegeben.
Zum Einsatz kamen an Drohnen montierte "Starling"-Störsender und ein neues aktives Abwehrsystem auf T-90-Panzern. Dennoch stoppten ukrainische Drohnen und Artillerie den Angriff und dezimierten die beteiligten Kräfte: Zerstört wurden mindestens sieben Panzer, sechs gepanzerte Fahrzeuge und mehr als 50 Angriffsdrohnen. Das deutet darauf hin, dass Russland erhebliche Kräfte zur Unterstützung des Angriffs konzentriert hatte.
Bei einem ukrainischen Angriff auf ein Ferienlager sollen im russisch besetzten Teil der Region Saporischschja acht Menschen getötet worden sein. Das berichten örtliche Behörden.
25.07.2026 | 0:16 minSuchoi 57 stürzt nahe Moskau ab
Am 23. Juli stürzte eine Suchoi 57, Russlands modernster Kampfflugzeugtyp, nahe Moskau ab. Der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz und überlebte. Da die Suchoi 57 nur in sehr kleiner Stückzahl produziert wurde, ist dies ein schmerzhafter Verlust.
Zum Vorfall widersprechen sich russische Quellen; häufig wird "Friendly Fire" als mögliche Ursache genannt. Die Ukraine behauptet, ihre Hacker hätten die russische Flugabwehr dazu gebracht, die Suchoi abzuschießen. Träfe das zu, wäre dies eine bemerkenswerte Steigerung der bislang bekannten ukrainischen Fähigkeiten zur Cyberkriegsführung.
Präsident Selenskyj sage den Protestierenden immer wieder, er höre zu, sagt ZDF-Reporterin Anne Brühl in Kiew. Diese fordern weiter, dass Ex-Verteidigungsminister Fedorow ins Amt zurückkehrt.
23.07.2026 | 6:10 minRaketenangriffe auf ukrainische Städte
Russland griff ukrainische Städte im Wochenverlauf mehrfach aus der Luft und mit Raketen an. Kiew war Ziel dreier größerer Angriffe. Die Flugabwehr neutralisierte die meisten anfliegenden Drohnen, ballistische Raketen durchdringen Kiews Luftabwehr jedoch weiterhin.
Ein besonderer Angriff ereignete sich am 24. Juli: Eine russische ballistische Rakete traf tagsüber eine Verteidigungsmesse in der Region Kiew. Mindestens zehn Menschen starben, weitere hundert wurden verletzt. Da sich die Messe mit Drohnentechnologie befasste, dürften die Getöteten und Verletzten überwiegend Drohnenspezialisten gewesen sein. Eine solche Messe tagsüber abzuhalten und öffentlich bekannt zu machen, zeugt von bemerkenswerter Nachlässigkeit bei der operativen Sicherheit.
Der Ex-Verteidigungsminister habe in kurzer Zeit viel bewegt, sagt Oberst Markus Reisner. Es gehe für die neue Spitze auch darum, das "Momentum der Innovation und der Überraschung" zu halten.
23.07.2026 | 23:27 minUkraine greift russische Ziele an
Die Ukraine setzte ihre Langstrecken-Drohnenangriffe auf die russische Ölindustrie und militärische Ziele fort. Am 25. Juli griff eine SBU-Drohne im Kaspischen Meer eine Raketenkorvette der "Molniya"-Klasse (Projekt 12418, NATO-Codename: Tarantul IV) an und beschädigte sie schwer. Setzen sich solche Angriffe fort, dürfte Russland womöglich sogar die Häfen am Kaspischen Meer räumen und seine Kriegsschiffe auf der Wolga weiter flussaufwärts und damit weiter von der Ukraine entfernt verlegen müssen.
Im Wochenverlauf setzte die Ukraine auch ihre Angriffe auf Logistikzentren des russischen Onlinehändlers Wildberries fort. In den vergangenen sieben Tagen wurden mindestens neun Lagerhäuser getroffen. Der Schaden durch zerstörte Waren übersteigt laut dem Moskauer Analyseunternehmen Data Insight 2,2 Milliarden US-Dollar.
Schon die Verteidigung seiner Ölraffinerien bereitete Russland Schwierigkeiten. Die Wildberries-Lagerhäuser und andere Logistikzentren zu schützen, lag daher eindeutig außerhalb Moskaus Möglichkeiten.
Der Verein Mainz-Odessa hat eine Ferienfreizeit für 20 ukrainische Jugendliche organisiert. Für die jungen Ukrainer, deren Alltag von Leid geprägt ist, ist dies eine Auszeit vom Krieg.
24.07.2026 | 1:55 minAngriffe auf zivile Logistik eskalieren
Russland versucht offensichtlich, die Ukraine von weiteren Angriffen abzuhalten durch symmetrische Abschreckung: Am 26. Juli traf eine russische Drohne tagsüber einen Supermarkt in Tschernihiw. Zwei Menschen wurden getötet, 23 weitere verletzt. Die Angriffsdrohne vom Typ "Geran-4" war mit einem Strahltriebwerk und einer Kamera ausgestattet. Es handelte sich daher sicherlich nicht um einen Irrtum, sondern um einen gezielten Angriff.
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