Signal an die USA: Welche Handelsabkommen die EU plant

Abkommen mit Mexiko vor Unterzeichnung:Signal an die USA: Welche Handelsabkommen die EU plant

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Die EU und Mexiko wollen ihre Kooperation ausbauen und Handelsabkommen erweitern. Es ist eines von vielen Bündnissen, die die EU unabhängiger von den USA machen sollen.

Die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, und der mexikanische Außenminister Roberto Velasco (nicht im Bild) nehmen am 21.05.2026 in Mexiko-Stadt, Mexiko, an einer gemeinsamen Pressekonferenz teil.

Das Handelsabkommen mit Mexiko sei ein "geopolitisches Statement", sagt EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas.

Quelle: epa

Mit der Unterzeichnung eines lange verzögerten Freihandelsabkommens wollen Mexiko und die Europäische Union (EU) ein Zeichen setzen und ihre Abhängigkeit von den USA verringern. Beide Seiten hatten sich schon kurz vor dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump grundsätzlich auf eine Vertiefung ihrer Handelsbeziehungen geeinigt, doch zuvor gab es in jahrelangen Verhandlungen wenig Bewegung.

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zeigt am 28. April 2026 im Planalto-Palast in Brasília das unterzeichnete Dekret zur Inkraftsetzung des Handelsabkommens zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur.

Die EU und die südamerikanischen Mercosur-Staaten starten eine neue, große Freihandelszone. Das dafür ausgehandelte Abkommen ist seit dem 1. Mai vorläufig in Kraft.

01.05.2026 | 2:35 min

Mehr denn je bemüht sich die EU um andere Handelspartner. Allein im vergangenen Jahr brachte sie eine ganze Reihe festgefahren geglaubter Verhandlungen zum Abschluss. Ein Überblick über die neuen Freihandelsabkommen:

Mexiko

Die EU-Spitzen Ursula von der Leyen und António Costa treffen Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum am Freitag in Mexiko-Stadt. Sie sollen dort eine erweiterte Fassung des Handelsabkommens aus dem Jahr 2000 unterschreiben. Es ist der erste EU-Mexiko-Gipfel seit mehr als zehn Jahren. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte vor der Unterzeichnung des Handelsabkommens:

Dieser Gipfel bedeutet mehr als nur Handel, er ist ein geopolitisches Statement.

Kaja Kallas, EU-Außenbeauftragte

Die Neufassung schafft zahlreiche Zölle ab, insbesondere auf europäische Agrarprodukte. Europäische Firmen wie Maschinenbauer bekommen einen besseren Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen in Mexiko. Beide Seiten müssen das Abkommen im Anschluss ratifizieren.

Indien

In Neu Delhi war von der "Mutter aller Abkommen" die Rede, als die EU Ende Januar ein Handelsabkommen mit Indien schloss. Indien erklärte sich bereit, seine traditionell hohen Schutzzölle schrittweise abzubauen. Die deutsche Autoindustrie hofft auf eine deutliche Exportsteigerung.

Indien profitiert in seiner Textil-, Leder-, Pharma- und Stahlindustrie von der Vereinbarung. Außerdem sollen indische Fachkräfte einfacher in der Europäischen Union arbeiten können. Das Abkommen muss noch in alle EU-Amtssprachen übersetzt, juristisch geprüft und anschließend unterschrieben sowie ratifiziert werden.

SGS-Wehrmann-Hüther

"Wir müssen resilienter werden", sagt IW-Direktor Michael Hüther mit Blick auf die neuen EU-Handelsabkommen. Man müsse sich auf den internationalen Märkten breiter aufstellen.

28.01.2026 | 4:06 min

Mercosur

Das wohl umstrittenste Freihandelsabkommen der EU ist seit Anfang Mai vorläufig in Kraft. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hatte den Vertrag mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay nach einem Vierteljahrhundert der Verhandlungen im Januar unterzeichnet. Die vier südamerikanischen Staaten haben das Abkommen abgesegnet. Im EU-Parlament steht die Ratifizierung hingegen noch aus, weil die Abgeordneten den Europäischen Gerichtshof (EuGH) auf den Plan gerufen haben.

Das Abkommen schafft die meisten Zölle auf beiden Seiten ab. Die Europäer exportieren unter anderem Autos und chemische Produkte nach Südamerika, während die Mercosur-Länder hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse und Rohstoffe liefern. Vor allem Bauern in Frankreich protestieren deshalb gegen günstigere Rindfleisch- und Geflügelimporte aus Südamerika.

Jose Raul Mulino, Präsident aus Panama, Rodrigo Paz, Präsident aus Bolivien, Antonio Costa, Präsident des Europäischen Rates, Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, Santiago Peña, Präsident aus Paraguay, Javier Milei, Präsident aus Argentinien, Yamandu Orsi, Präsident aus Uruguay, und Mauro Vieira, Außenminister aus Brasilien, stehen für ein Gruppenfoto zusammen.

Seit Mitternacht gilt das Mercosur-Freihandelsabkommen. Noch liegt es allerdings auch beim Europäische Gerichtshof zur Überprüfung. Zuvor hatte das Abkommen viel Kritik ausgelöst.

01.05.2026 | 2:00 min

Australien

Die EU will sich in Australien den Zugang zu Rohstoffen wie Aluminium, Lithium und Mangan sichern. Australien sagt in dem im März vereinbarten Abkommen zu, die Zölle auf Rohmaterialien zu senken und keine Exportzölle und -beschränkungen einzuführen. Darüber hinaus schafft das Abkommen die Zölle auf zahlreiche weitere Produkte ab.

Wie in den Verhandlungen mit den Mercosur-Staaten gehörte Rindfleisch zu den Streitpunkten, die Verhandlungen waren deswegen schon einmal geplatzt. Es gilt nun eine Obergrenze für die Einfuhr aus Australien in die EU. Das Abkommen muss wie der Vertrag mit Indien noch in die juristische Prüfung und ist noch nicht ratifiziert.

Bremen, Bremerhaven: Containerschiffe liegen im Hafen

Die Europäische Union sucht neue Handelspartner, um weniger abhängig von den USA und China zu sein. Nach Indien und den Mercosur-Staaten hat die EU jetzt Australien im Blick.

21.03.2026 | 0:37 min

Indonesien

Die EU und Indonesien schlossen ihre Verhandlungen im vergangenen September ab - nach fast zehn Jahren festgefahrener Gespräche. Das Abkommen ist ebenfalls noch nicht in Kraft.

Auch Indonesien verfügt über wichtige Rohstoffe, die sich die europäische Industrie sichern will. Das südostasiatische Land will seine Ausfuhrzölle und -teilverbote zwar beibehalten, um den Aufbau einer eigenen Industrie im Land zu erleichtern. Die EU sicherte sich nach Angaben aus Brüssel aber eine Vorzugsbehandlung gegenüber anderen Staaten.

Gestapelte Container im Hafengebiet von Hamburg

Maximal 15 Prozent Zoll auf Exporte in die USA – das ist der Rahmen, der letzten Sommer verhandelt wurde. Bis 4. Juli müssen Details geklärt sein, dann endet Trumps Frist.

19.05.2026 | 2:18 min

Laufende Verhandlungen

Die EU verhandelt derzeit mit den Asean-Staaten Malaysia, Thailand und den Philippinen über Freihandelsabkommen. Außerdem laufen Gespräche mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Im Juli 2024 trat außerdem ein Handelsabkommen mit Kenia in Kraft.

Florian Neuhann

Der freie Welthandel steht aktuell unter Druck: durch Zölle, geopolitische Spannungen und Kriege. Werden zukünftige Märkte sich weiter abschotten oder hat die Globalisierung noch eine Chance?

24.11.2025 | 43:30 min

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Quelle: Reuters, AFP
Über das Thema berichteten verschiedene Sendungen, unter anderem die heute-Nachrichten am 01.05.2026 ab 19:00 Uhr.

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