Auto fährt in feiernde Menge:Liverpool: Fahrer offenbar unter Drogen
Bei der Meisterfeier des FC Liverpool ist ein Pkw in eine Menschenmenge gefahren. Es gab viele Verletzte. Der Fahrer stand offenbar unter Drogen.
In Liverpool ist gestern Abend ein Brite mit dem Auto in feiernde Fußballfans gefahren – nun wird gegen ihn ermittelt. 65 Menschen wurden teils schwer verletzt.
27.05.2025 | 1:37 minDer Mann, der mit seinem Auto während der Meisterfeier des FC Liverpool in die Menge gefahren war, stand offenbar unter Drogen. Dem 53-Jährigen werde versuchter Mord sowie Fahren unter Drogeneinfluss vorgeworfen, erklärte die Polizei in der nordwestenglischen Stadt am Dienstag.
Elf Verletzte im Krankenhaus - Zustand stabil
Bei dem Vorfall am Montagabend waren Dutzende Menschen verletzt worden, elf Verletzte lagen am Dienstag weiterhin im Krankenhaus. Zahlreiche Sport-Stars wie Ex-Liverpool-Trainer Jürgen Klopp sprachen den Betroffenen ihr Mitgefühl aus. Auch König Charles III. äußerte sich schockiert.
Die Meisterfeier mit einer Siegesparade der Fußballmannschaft im offenen Bus quer durch die Hafenstadt ging am Montagabend gerade zu Ende, als der Fahrer mit seinem Auto einem Krankenwagen durch eine kurz zuvor aufgehobene Straßensperre folgte und in die Menge fuhr.
Bei dem Vorfall wurden laut Polizei 65 Menschen verletzt, darunter vier Kinder. Elf Menschen wurden am Dienstag weiter im Krankenhaus behandelt. Sie seien in stabilem Zustand, erklärte die Polizei.
Am Abend gab es zunächst keine Informationen zu Opfern und nur Spekulationen zur Tat, sagte ZDF-Korrespondent Hehrlein.
26.05.2025 | 1:32 minFestnahme vor Ort
Polizisten nahmen den Fahrer noch vor Ort fest. Ein terroristisches Motiv schloss die Polizei aus. In einem ungewöhnlichen Schritt hatten die Ermittler noch am Montagabend mitgeteilt, dass es sich bei dem Festgenommenen um einen 53-jährigen weißen Briten handele. Üblicherweise äußert sich die britische Polizei nicht zur ethnischen Herkunft von Tatverdächtigen - nun wollte sie offenbar Gerüchten in Onlinenetzwerken entgegenwirken.
Im vergangenen Jahr waren nach dem Messerangriff eines jungen Mannes auf Kinder in einem Taylor-Swift-Tanzkurs im nahegelegenen Southport online Gerüchte zur Identität des Täters verbreitet worden. Daraufhin hatte es tagelange gewalttätige Krawalle gegeben, die sich auch gegen Asylbewerber richteten.
Der Vorfall in Liverpool löste Erschütterung aus. König Charles III. äußerte sich "zutiefst schockiert und traurig". Es sei "wirklich erschütternd zu sehen", dass die Meisterfeier unter solchen Umständen geendet sei, erklärte er. Der britische Premierminister Keir Starmer sprach von "entsetzlichen Szenen".
Ex-Trainer Klopp schockiert
Der ehemalige deutsche FC-Liverpool-Trainer Jürgen Klopp erklärte auf Instagram, er und seine Familie seien "schockiert und am Boden zerstört", seine Gedanken seien "bei allen Verletzten und Betroffenen". Seine Solidaritätsbotschaft schloss Klopp mit dem Vereinsmotto "You'll Never Walk Alone".
Auch Manchester United, ansonsten der erbittertste Rivale von Liverpool in der englischen Premier League, sprach der Stadt und ihrem Club sein Mitgefühl aus. US-Basketball-Star LeBron James, der einen kleinen Anteil am FC Liverpool hält, verurteilte die "sinnlose Tat". Der Präsident des Fußball-Weltverbands FIFA, Gianni Infantino, erklärte: "Der Fußball steht zusammen mit dem FC Liverpool und allen Fans des Vereins." Die britische Premier League sagte dem FC Liverpool ihre "volle Unterstützung" zu.
Mehr aktuelle Nachrichten
- Faktencheck
"Corona 2.0" und "Plandemie":Diese Fake-News kursieren zum Hantavirus
von Jan Schneider und Oliver Kleinmit Video10:09 Filmfestspiele gehen in die zweite Woche:Sandra Hüller und das deutsche Kino in Cannes
Gudula Moritz, Cannesmit Video6:31Nobelpreisträgerin in Iran:Mohammadi verlässt Klinik: Tochter warnt vor weiterer Haft
mit Video3:11- Interview
ZDF-Expertin Kromp übers DFB-Team bei WM:"Wir haben eine außerordentliche Qualität"
mit Video1:57 - Update
"Klare Kante gegen hybride Bedrohungen":Dobrindt plant Milliardenpaket für Zivilschutz
mit Video1:09Auftritt bei Digitalkonferenz re:publica:Was Merkel zur AfD, Putin und dem Bundespräsidenten-Amt sagt
von Jan Henrichmit Video1:53Wirtschaftsministerin polarisiert:Katherina Reiche: Lobby-Ministerin oder Hoffnungsträgerin?
von Johannes Liebermit Video13:53Rückschlag für Unicredit:Commerzbank weist Übernahme-Angebot als unattraktiv zurück
mit Video2:36Heim-Weltcup in Brandenburg:Medaillenregen für die deutschen Kanuten
mit Video0:16- Liveblog
Aktuelle Entwicklungen der Eskalation:Iran-Krieg: Alle Nachrichten im Liveblog
- Analyse
Massive Gegenangriffe der Ukraine:Attacken aus Kiew: Politische Blamage für den Kreml
von Christian Mölling, András Ráczmit Video2:33 Raubtier verletzt 72-Jährigen schwer:Tiger-Attacke: Tierschützer fordern Verbot privater Haltung
mit Video2:13