Irans Revolutionsgarden kommen auf Terrorliste der EU

Außenminister sind einig:Irans Revolutionsgarden kommen auf Terrorliste der EU

|

Die Revolutionsgarden Irans werden von den EU-Außenministern auf die Terrorliste gesetzt. Die Einheit gilt als besonders brutal, jüngste Proteste wurden blutig niedergeschlagen.

Käufer spazieren am 28. Januar 2026 durch den Tajrish Basar in Teheran

Am Großen Basar in Teheran stockt das Geschäft. Preise steigen rasant, Kunden bleiben aus. Viele Händler berichten von Verzweiflung und fehlender Zukunftsperspektive.

29.01.2026 | 1:51 min

Nach der Tötung Tausender regierungskritischer Demonstranten in Iran haben sich die EU-Staaten darauf verständigt, die Revolutionsgarden des Landes als Terrororganisation einzustufen. Das teilte EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas nach Beratungen der Außenminister in Brüssel mit.

X-Post von Kaja Kallas

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von X nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von X übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von X informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.

Kallas erklärte im Online-Dienst X: "Repression kann nicht unbeantwortet bleiben. Die EU-Außenminister haben gerade den entscheidenden Schritt unternommen, die iranische Revolutionsgarde als terroristische Organisation einzustufen. Jedes Regime, das Tausende seiner eigenen Bürger tötet, arbeitet auf seinen eigenen Untergang hin."

SGS Theveßen

Die USA verlegen Militär und Flugzeuge in den Nahen Osten, offenbar als Reaktion auf die Lage im Iran. Welche Pläne verfolgt Washington? Dazu ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.

29.01.2026 | 1:32 min

Teheran kritisiert EU-Einstufung scharf - und droht USA

Iran reagierte mit scharfer Kritik auf die Entscheidung der EU. Einen Teil des iranischen Militärs als terroristisch zu brandmarken, sei eine gefährliche Entscheidung, teilte das Außenministerium in Teheran mit.

"Mehrere Länder versuchen derzeit, den Beginn eines umfassenden Krieges in unserer Region zu verhindern. Europa hingegen ist damit beschäftigt, das Feuer weiter anzufachen", schrieb der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Donnerstag im Onlinedienst X mit Blick auf den drohenden militärischen Konflikt seines Landes mit den USA.

Im Falle eines Angriffs der USA werde das iranische Militär nach Angaben eines Armeesprechers "umgehend" reagieren. Mögliche Ziele könnten die US-Militärbasen in der Golfregion oder ein Flugzeugträger sein, sagte Armeesprecher Mohammed Akraminia im iranischen Staatsfernsehen.

IRAN-PROTEST-RIGHTS

Nach Angaben von Aktivisten sollen bei den Protesten im Iran deutlich mehr Menschen getötet worden sein als bislang bekannt. Gleichzeitig erhöht der US‑Präsident den Druck auf Teheran.

28.01.2026 | 2:39 min

Merz zu Protesten in Iran: "Wir stehen an ihrer Seite"

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation durch die EU als "klares Signal gegen die brutale Gewalt im Iran" bezeichnet. Merz erklärte im Onlinedienst X, die Entscheidung verdeutliche:

Die friedlich demonstrierenden Iranerinnen und Iraner dürfen nicht zum Schweigen gebracht werden. Wir stehen an ihrer Seite.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Bundesaußenminister Johann Wadephul hält die Entscheidung für überfällig: "Die Europäische Union stuft die iranischen Revolutionsgarden künftig endlich als das ein, was sie sind: nämlich als Terrororganisation", teilt er in einem schriftlichen Statement mit.

Diese heute getroffene Entscheidung ist ein starkes politisches Signal - und ein überfälliges.

Johann Wadephul, Bundesaußenminister

Damit zeige man als EU, "wir sehen, was in Iran geschieht".

Friedliche Proteste der Iraner in Lissabon

Immer mehr Videos aus Iran dringen an die Öffentlichkeit, die die Brutalität der iranischen Revolutionsgarden zeigen.

26.01.2026 | 3:06 min

Minister sprechen von bis zu 30.000 Toten

Bei den jüngsten schweren Unruhen in Iran wurden nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen Tausende Menschen getötet. Mehrere Außenminister von EU-Staaten sprachen am Donnerstag sogar von möglicherweise bis zu 30.000 Opfern. Zudem soll es Zehntausende Festnahmen gegeben haben.

Um eine Verbreitung von Informationen über Demonstrationen und Opfer zu verhindern, hat die iranische Führung bereits vor mehreren Wochen weitreichende Telefon- und Internetsperren veranlasst.

IRAN-PROTEST-RIGHTS

Der US‑Präsident erhöht den Druck auf Teheran: mit zusätzlicher Militärpräsenz in der Region.

28.01.2026 | 2:39 min

Frankreich gab Widerstand gegen Einstufung auf

Über die Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation war innerhalb der EU seit Jahren diskutiert worden. Von den 27 EU-Ländern galt insbesondere Frankreich lange als Gegner eines solchen Schrittes.

Als Gründe dafür galten "der Schutz der europäischen Bürger in Iran und die Hoffnung, so die Gesprächskanäle zum Regime offen zu halten", erklärt Isabelle Schaefers, ZDF-Korrespondentin in Brüssel. Am Mittwochabend dann sprach sich die französische Regierung doch dafür aus. Vergangene Woche hatte bereits Italien einen ähnlichen Kurswechsel vollzogen.

Die 1979 gegründeten Revolutionsgarden gelten als loyale Truppen der geistlichen Führung des Landes und kontrollieren zahlreiche Unternehmen in wichtigen Wirtschaftsbereichen in Iran. Bei der Niederschlagung der Proteste der vergangenen Wochen spielten sie eine maßgebliche Rolle.

Eine junge Frau zündet ihre Zigarette an einem brennenden Porträt des Obersten Führers des Iran an, Ajatollah Ali Chamenei.

Seit Wochen demonstrieren die Menschen in Iran gegen ihre Staatsführung. Deutschland verurteilt das Vorgehen, hält sich aber zurück.

18.01.2026 | 4:12 min

ZDF-Korrespondentin: EU zeigt "klare außenpolitische Stimme"

"In der jetzigen Lage wollte man auch international ein Zeichen setzen, denn: Wenn nicht jetzt, wann dann?", erklärt ZDF-Korrespondentin Schaefers den Schritt der EU-Außenminister. Zwar habe die Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation etwa die gleichen Auswirkungen wie Sanktionen gegen Einzelpersonen, "aber am wichtigsten ist wohl die politische Bedeutung des Schrittes".

Damit ist die Revolutionsgarde nun auf einer Stufe mit Al-Qaida, dem Islamischen Staat, der Hamas.

Isabelle Schaefers, ZDF-Korrespondentin in Brüssel

ZDF-Korrespondentin Schaefers sieht in der Entscheidung eine Botschaft der Außenminister: "Die EU will damit auch zeigen, dass sie mit einer klaren außenpolitischen Stimme spricht - und an der Seite der Opposition und der Menschen in Iran steht."

Quelle: dpa, AFP, ZDF
Über dieses Thema berichtete heute am 29.01.2026 ab 19 Uhr sowie ab 17 Uhr und heute Xpress am 29.01.2026 um 09:02 Uhr.

Mehr zur Lage in Iran

  1. Dieses Foto, das während einer Tour für ausländische Medien aufgenommen wurde, zeigt eine iranische Nationalflagge, die auf der Beheshti-Moschee angebracht wurde, die während der jüngsten öffentlichen Proteste beschädigt wurde, in Teheran am 21.01.2026.

  2. US-Präsident Donald Trump spricht mit Reportern an Bord der Air Force One

    US-Präsident erhöht Druck auf Regime:Trump: "Riesige Flotte" ist unterwegs in Richtung Iran

    mit Video0:35

  3. Iranische Mittelstreckenraketen vom Typ „Nazeat“ werden während der jährlichen Feierlichkeiten zum Tag der Armee auf einem Militärstützpunkt in Teheran, Iran, präsentiert. (Archiv)

    Verlegung von Flugzeugträgern:"Krieg mit allen Mitteln": Iran droht den USA

    mit Video0:35

  4. Eine Menschenmasse bei Protesten in Teheran.
    Interview

    Expertin über Proteste gegen Regime:Offizielle Opferzahlen in Iran "jenseits von glaubwürdig"

    mit Video13:03