Ukraine-Verhandlung in Florida: Moskau dämpft Hoffnung

Treffen zu Ukraine-Krieg in Florida:Gespräche mit USA "konstruktiv", doch Moskau dämpft Hoffnung

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Konstruktiv und produktiv seien die Gespräche über den Ukraine-Krieg in Florida gewesen - heißt es von mehreren Seiten. Details gab es nicht, der Kreml dämpft die Erwartungen.

Ukraines Präsident Selenskyj

Nach den Gesprächen in Miami zeigt sich der US-Sondergesandte Steve Witkoff zufrieden. Auch der russische Unterhändler Dimitrijew bezeichnete die Verhandlungen als konstruktiv.

22.12.2025 | 0:19 min

Die Gespräche in den USA über eine Friedenslösung für den Ukraine-Krieg sind nach Angaben verschiedener Seiten positiv verlaufen, ohne dass Details oder konkrete Fortschritte bekannt wurden. An den Unterredungen in Miami im US-Bundesstaat Florida waren in wechselnden Konstellationen Delegationen beziehungsweise Unterhändler aller Seiten beteiligt, auch die Europäer.

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats Rustem Umjerow teilten jeweils wortgleich auf der Plattform X mit, ihre Gespräche seien "produktiv und konstruktiv" gewesen.

Standbild David Sauer aus Miami

"Inhaltlich haben wir bisher relativ wenig gehört", berichtete ZDF-Korrespondent David Sauer aus Miami am Vorabend.

21.12.2025 | 0:53 min

Selenskyj: Arbeit an Sicherheitsgarantien und Wiederaufbau

"Unsere gemeinsame Priorität ist es, das Töten zu beenden, eine garantierte Sicherheit zu gewährleisten und die Voraussetzungen für die Erholung, Stabilität und den langfristigen Wohlstand der Ukraine zu schaffen", erklärten Witkoff und Umjerow. Frieden bedeute nicht nur das Ende der Feindseligkeiten, sondern auch eine "würdevolle Grundlage für eine stabile Zukunft".

Über die Inhalte der Gespräche war zunächst nicht viel bekannt. Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner abendlichen Videoansprache, dass "die Arbeit an den Dokumenten über die Beendigung des Kriegs, über Sicherheitsgarantien und den Wiederaufbau" weiter gehe. "Jeder Punkt wird detailliert durchgesprochen." Bei den Verhandlungen in Miami sei auch über einen Zeitplan gesprochen worden.

Schaltgespräch Sauer und Sievers

"Alles deutet darauf hin, dass die diplomatischen Positionen noch sehr weit auseinanderliegen", sagt David Sauer über die Verhandlungen in Miami über einen Frieden in der Ukraine.

21.12.2025 | 1:39 min

Keine direkten Gespräche zwischen Russland und Ukraine

Zu den erhofften direkten Dreiergesprächen zwischen der Ukraine, Russland und den USA kam es allerdings nicht. "Die wurden von den Russen abgelehnt", berichtet ZDF-Korrespondent David Sauer. Es habe separate Gespräche zwischen den USA und Russland sowie den USA und der Ukraine gegeben.

Zuvor hatte die US-Regierung direkte Gespräche zwischen Unterhändlern der beiden Länder vorgeschlagen.

Putin bereit zu Gespräch mit Macron

Sowohl Kiew als auch Moskau warteten auf die ausführlichen Berichte ihrer Delegationen. Der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew wurde am Montag in der russischen Hauptstadt erwartet. Erst dann werde Moskau prüfen, welche Vorschläge zum Plan für eine Lösung der Ukraine-Krise angenommen werden können und welche nicht, teilte Putins Berater Juri Uschakow mit.

Kreml-Unterhändler Kirill Dmitrijew begrüßt in St. Petersburg den Sondergesandten des damaligen US-Präsidenten, Steve Witkoff, zu Gesprächen mit dem russischen Präsidenten. (Archiv)

Kreml-Unterhändler Kirill Dmitrijew (l.) und Trumps Sondergesandter Steve Witkoff bei Gesprächen in St. Petersburg im April (Archiv).

Quelle: dpa

Zuvor erteilte der Kreml auch Änderungen an den ursprünglichen US-Friedensvorschlägen für die Ukraine eine Absage. Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte sich jedoch zu einem bilateralen Gespräch mit Emmanuel Macron bereit. Der französische Präsident hatte am Freitag gesagt, dass es für Europa und die Ukraine nützlich sein könnte, wieder mit Putin zu sprechen, um direkt an der Diskussion beteiligt zu sein.

Schaltgespräch Sievers und Sauer

Beim Treffen in Miami zwischen Vertretern der USA und Russland gehe es um "die Frage nach Sicherheitsgarantien" und "die territoriale Frage", sagt ZDF-Korrespondent David Sauer.

20.12.2025 | 2:32 min

Gabriel: Europäer sitzen "am Katzentisch"

Für Deutschland war der außenpolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Günter Sautter, in Florida.

Der frühere Bundesaußenminister und Chef der Atlantikbrücke, Sigmar Gabriel, kritisierte am Sonntag im Interview mit dem heute journal, die Europäer säßen bei den Verhandlungen "am Katzentisch".

Trump verhandelt, und die europäischen Interessen können wir nur noch schwer einbringen.

Sigmar Gabriel, früherer Bundesaußenminister

SGS Gabriel - Sievers

"...aber dafür müssen erstmal die Waffen schweigen", sagt der Vorsitzende der Atlantik-Brücke Sigmar Gabriel. Und er könne aktuell "nicht erkennen, dass Russland das will".

21.12.2025 | 6:57 min

Die amerikanische Seite wolle keine Verhandlungen zwischen mehreren Ländern, sondern "bilaterale Deals", warnte Gabriel, "weil sie sich dabei immer in der stärkeren Position fühlt und meint, für die USA am meisten rausholen zu können".

Nato-Generalsekretär Mark Rutte lobte hingegen die Bemühungen des US-Präsidenten, den Ukraine-Krieg zu beenden. "Trump ist in dieser Frage absolut engagiert", sagte der Nato-Chef der "Bild am Sonntag".

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Russland greift die Ukraine an
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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
Rettungskräfte räumen am 21.11.2025 die Trümmer eines Wohnhauses in Ternopil weg, das bei einem russischen Angriff schwer beschädigt wurde.
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Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichten verschiedene Sendungen, u.a. ZDFheute Xpress am 22.12.2025 um 07:32 Uhr, das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF ab 7:14 Uhr und das heute journal am 21.12.2025 um 21:45 Uhr.

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