Röttgen: Halte Sicherheitsgarantien von Trump für ausgeschlossen

CDU-Außenpolitiker zu Ukraine-Frieden:Röttgen: Sicherheitsgarantien "nur ein Selbstbetrug"?

von Felix Rappsilber

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Norbert Röttgen (CDU) zweifelt an europäischen und amerikanischen Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Bei "Lanz" fordert er Realismus in der Debatte um einen möglichen Frieden.

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Zu den Verhandlungen in Abu Dhabi zwischen den USA, Russland und der Ukraine, zu den Chancen auf eine Friedenslösung und wie es mit der europäischen Unterstützung der Ukraine weitergeht.

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"Russland hat etwas mehr als eine Million Soldaten im Feld. Und darum ist ja die Frage: Was können wir überhaupt? Und zweitens: Was wollen wir überhaupt?" CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen beklagte fehlenden Realismus in der Debatte um Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Mit Blick auf die Kapazitäten der Bundeswehr sagte er am Mittwochabend bei "Markus Lanz": "Wir haben nicht einmal das Potenzial dafür."

Wenn es zwischen Russland und der Ukraine zu einer Vereinbarung über einen Waffenstillstand käme, brauche es eine Sicherheitsgarantie - für den Fall, dass der "vereinbarte Waffenstillstand von Russland gebrochen wird":

Dann ist die Aussage der Garantie der Sicherheit, dass diejenigen, die diese Garantie übernommen haben, den russischen Soldaten entgegentreten.

Norbert Röttgen, CDU-Politiker

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Britische und französische Friedenstruppen - irrelevant?

Großbritannien und Frankreich hatten Truppen zur Absicherung eines möglichen Friedens in der Ukraine angeboten. Diese Truppen habe US-Außenminister Marco Rubio daraufhin "wörtlich und wiederholt" als "irrelevant" bezeichnet. Röttgen betonte:

Irrelevant, es sei denn, es ist die amerikanische Garantie dahinter - das ist die Einschätzung des amerikanischen Außenministers über das, was die Europäer als Sicherheitsgarantie anbieten.

Norbert Röttgen, CDU-Politiker

Auch der CDU-Außenpolitiker zweifelte an der Schlagkraft britischer und französischer Friedenstruppen: "Man redet da über ein paar Tausend Soldaten. Die sollen jetzt eine Garantie der Sicherheit der Ukraine übernehmen?"

Röttgen hinterfragte die Vorschläge der Briten und Franzosen - für den Fall, dass sie tatsächlich entscheiden würden, den Frieden in der Ukraine mit Truppen zu sichern: "Ist eigentlich die politische Frage mal erörtert worden, ob wir das wirklich schon entschieden haben, in Großbritannien, in Frankreich oder sonst wo, in den Krieg gegen Russland zu ziehen? Und dann mit 5.000 Soldaten?"

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Röttgen: Halte US-Sicherheitsgarantien für ausgeschlossen

Entscheidend dafür, dass Sicherheitsgarantien "überhaupt eine Relevanz" bekommen könnten, sei die "amerikanische Bereitschaft", so der CDU-Politiker.

Doch Röttgen zweifelte nicht nur an europäischen, sondern auch an amerikanischen Sicherheitsgarantien. Er hielt es für "ausgeschlossen", dass von Trumps Regierung "wirkliche Sicherheitsgarantien zur Verfügung gestellt werden". Denn:

Die Regierung Trump will mit Russland Geschäfte machen. Sie möchte nicht Krieg gegen Russland führen, sondern Öl-Geschäfte machen.

Norbert Röttgen

Röttgen: Vorschläge für Sicherheitsgarantien auf Realitätsgehalt bemessen

Er forderte: "Man muss das (...), was von Politikern und Regierungschefs gesagt wird, mal wirklich auf den ganz nüchternen Realitätsgehalt bemessen." Und weiter: "Wir wollen das Ende dieses Krieges, gar keine Frage. Ich glaube, dass Putin es nicht will."

Einen Frieden in der Ukraine zu erreichen, sei eine "europäische Angelegenheit". Wenn Nato-Mitgliedstaaten Angebote für Sicherheitsgarantien machten, müsse man fragen: "Ist das etwas, worauf die Ukrainer sich verlassen können? Oder ist das einfach nur ein Selbstbetrug, der dazu führt, dass der Krieg programmiert wieder anfängt, nur dass wir ihn dann noch mit verloren haben? Oder sind wir dann mit drin?" Das seien Fragen, "die wir entscheiden müssen, die man auch diskutieren muss".

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Röttgen sagte ernüchtert: "Ich habe meine Einschätzung über den Realitätsgehalt dieser Vorschläge ja gegeben."

Es schien, als sehe Röttgen einen Frieden in der Ukraine in weiter Ferne: Wenn Putin erkläre, "erstens kriege ich sowieso den Donbass und zweitens kommt es überhaupt nicht in Frage, dass irgendwelche Nato-Truppen auf ukrainischem Territorium stationiert sind und drittens ist es sowieso für die Zukunft ausgeschlossen, dass die Ukraine jemals in die Nato kommt", dann seien das Bedingungen, die einen Waffenstillstand unmöglich machten. Er sagte: "Das ist der Stand der realen Situation."

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Markus Lanz" am 04.02.2026 ab 23:35 Uhr.

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