Unterstützung für Verbündete:Ukraine schickt Anti-Drohnen-Teams in den Iran-Krieg
von Christian Mölling, András Rácz
Russische Schiffe geraten durch ukrainische Angriffe unter Druck. Die Ukraine schickt Anti-Drohnen-Teams in den Iran-Konflikt, worauf Teheran die Ukraine als Bedrohung bezeichnet.
Nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen mindestens vier Menschen getötet worden. Getroffen wurden laut Polizei auch Schulen und Wohngebäude.
14.03.2026 | 0:18 minIm Laufe der Woche hat die Ukraine Drohnenabwehrteams nach Katar, Saudi-Arabien sowie in die Vereinigten Arabischen Emirate entsandt, um dort bei der Verteidigung der US-Stützpunkte gegen anfliegende iranische Drohnen zu helfen. Die Größe und genaue Zusammensetzung der Teams sind unbekannt, doch es verlautete, dass die USA für die eingesetzten Abwehrdrohnen sehr großzügig bezahlen.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass die ukrainischen Anti-Drohnen-Teams bereits in wenigen Tagen ihren ersten Kampfeinsatz haben werden.
Russland profitiert zwar von hohen Ölpreisen, aber Iran fällt als Waffenlieferant für Putin aus.
04.03.2026 | 2:28 minIran droht der Ukraine
Als Reaktion darauf erklärte Iran, die Ukraine stelle eine legitime militärische Bedrohung dar. Diese Erklärung richtet sich jedoch in erster Linie an das heimische Publikum und stellt keine echte Bedrohung dar.
Tatsächlich verfügt Iran nur über sehr wenige ballistische Raketen, die die Ukraine theoretisch überhaupt erreichen könnten, und für diese Waffen dürfte Iran derzeit weitaus wichtigere Ziele haben als die weit entfernte Ukraine.
„Das hat damit zu tun, dass am Golf aktuell sehr viele Flugabwehrraketen des Typs Patriot verwendet werden“, so ZDF‑Korrespondent Lessmeister zur aktuellen Lage in der Ukraine.
11.03.2026 | 2:34 minRussische Krim-Fähren getroffen
Am 13. und 14. März ist es Spezialeinheiten des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR) gelungen, eine Eisenbahnfähre schwer zu beschädigen, die Russland zur Verbindung der Krim mit dem russischen Festland einsetzt. Das Schiff "Slawjanin" wurde außer Gefecht gesetzt, während eine weitere Fähre, die "Avantgarde", beschädigt wurde.
Russland hatte insgesamt drei Eisenbahnfähren in der Straße von Kertsch im Einsatz, und die dritte, die "Conro Trader", war bereits 2024 durch einen Raketenangriff beschädigt worden. Daher dürfte der jüngste Treffer auf die beiden anderen Schiffe Russlands zivile und militärische Logistik auf der Krim erheblich beeinträchtigen.
... ist Senior Advisor beim European Policy Centre. Er forscht und publiziert seit über 20 Jahren zu den Themenkomplexen Sicherheit und Verteidigung, Rüstung und Technologie, Stabilisierung und Krisenmanagement. Für ZDFheute analysiert er regelmäßig die militärischen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt.
... ist Associate Fellow im Programm Sicherheit und Verteidigung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin. Er forscht und publiziert zu Streitkräften in Osteuropa und Russland und hybrider Kriegsführung.
Ukraine trifft griechischen Öltanker in Russland
Am 14. März wurde ein weiterer Öltanker in der Nähe des Hafens von Noworossijsk beschädigt. Die unter griechischer Flagge fahrende "Maran Homer" wurde in der Nähe der Einfahrt zum Hafen des Caspian Pipeline Consortium von einem "unbekannten Objekt" - wahrscheinlich einer Meeresdrohne - getroffen. Der Tanker erlitt zwar keine schweren Schäden, doch der Vorfall zeigt dennoch, dass selbst das Innere des Hafens vor ukrainischen Marine-Drohnen derzeit nicht sicher ist.
Das unterstreichen auch andere Bilder: das russische Patrouillenboot der Raptor-Klasse vom Typ "Projekt-03160" war bereits am 7. März bei einem ukrainischen Drohnenangriff getroffen worden. Ein neu aufgetauchtes Video zeigt, wie das gesunkene Schiff aus dem Hafenwasser geborgen wird - offenbar vollständig zerstört.
Selenskyjs Hilfsangebot an die Golfstaaten zur Drohnenabwehr sei auch ein „diplomatischer Schachzug“, so ZDF-Reporter Lessmeister in Odessa. In über vier Jahren habe die Ukraine viel gelernt.
05.03.2026 | 4:26 minRussische Angriffe ohne Erfolg
Russische Streitkräfte führten im Laufe der Woche mehrere Angriffe durch, erzielten jedoch keine Fortschritte. Der einzige Ort, an dem die Russen vorrücken konnten, liegt in Richtung Slowjansk, wo sie Teile des Dorfes Fedorivka Druha einnahmen.
Der Verlust von Starlink verursacht nach wie vor ernsthafte Probleme für die russischen Kommando- und Kontrollstrukturen, und derzeit scheint Moskau über keine sinnvollen Ersatztechnologien zu verfügen.
Die Drohnen stammen aus Iran, wurden von Russland weiterentwickelt und von den USA kopiert. Sie kommen im Ukraine- und im Iran-Krieg zum Einsatz. Das Grafikvideo erklärt die Waffe in 3D.
06.03.2026 | 0:57 minRussische Logistik immer häufiger Ziel
Die ukrainischen Angriffe mit Mittelstreckenraketen und Drohnen gegen die russische Logistik beeinträchtigen zunehmend die Kampfhandlungen der russischen Fronttruppen.
Russische Militärblogger und Experten beklagen bereits seit zwei bis drei Wochen, dass die massiven, häufigen ukrainischen Drohnenangriffe, darunter immer mehr Glasfaserdrohnen, die Logistik der russischen Streitkräfte erheblich beeinträchtigt haben.
Der Ukraine-Krieg tritt angesichts des neuen Iran-Konflikts in den Hintergrund. Doch Kiew fordert einen neuen Termin für Gespräche im Dreier-Format mit Russland und den USA.
15.03.2026 | 0:18 minRussland setzt Infrastrukturangriffe fort
Unterdessen setzte Russland im Laufe der Woche seine konzentrierten Drohnen- und Raketenangriffe auf die zivile und energetische Infrastruktur der Ukraine fort. In der Nähe von Kiew wurde das Kraftwerk Trypylska erneut getroffen. Ein weiterer Angriff beschädigte ein Umspannwerk, welches das Kernkraftwerk Riwne mit dem Hauptstromnetz verbindet.
Da die Temperaturen in den letzten Wochen jedoch gestiegen sind, haben diese Angriffe geringere soziale Auswirkungen als während der strengen Wintermonate.
Ukraine leidet unter akutem Mangel an Flugabwehr
Die ukrainische Luftabwehr leidet zunehmend unter dem Mangel an modernen PAC-3-Raketen für die Patriot-Systeme.
Während Abfangdrohnen, Kampfflugzeuge und Hubschrauber gegen Drohnen und Marschflugkörper immer noch eine durchschnittliche Effizienz von 80-85 Prozent erreichen, durchbrechen die meisten russischen ballistischen Raketen sowie die Hyperschallraketen vom Typ Zirkon die Verteidigungslinien.
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