Russlands Interessen in Mali: Das bedeuten die Angriffe für Putin

Interview

Verbündeter Russlands :So treffen die Rebellen-Angriffe in Mali den Kreml

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Die Militärregierung in Mali steht nach Angriffen von Islamisten und Rebellen vor dem Kollaps. Das schadet auch den russischen Interessen in der Region. Wie steht es um das Land?

Der russische Präsident Putin. Hinter ihm eine Karte des afrikanischen Kontinens, bei der das Land Mali gelb markiert ist.

Die Angriffe auf die Militärregierung in Mali setzen auch Russland unter Druck. Moskau gilt als wichtiger militärischer Partner. Die Analyse bei ZDFheute live mit Mali‑Experte Ulf Laessing.

27.04.2026 | 16:19 min

In Mali haben separatistische und islamistische Kräfte am Wochenende eine der bislang größten Angriffswellen auf Regierungsstellungen gestartet. Die Entwicklung in dem westafrikanischen Land setzt auch Russland unter Druck, das mit seinem Afrikakorps eng an der Seite der Militärregierung steht.

Ulf Laessing leitet das Regionalprogramm Sahel der Konrad-Adenauer-Stiftung und ist in Bamako, Malis Hauptstadt, stationiert. Im Interview mit ZDFheute erklärt er, welche Gruppen in die Kämpfe involviert sind, welche Interessen Russland in der Region verfolgt und wie es in Mali nun weitergehen könnte.

Sehen Sie das Interview in voller Länge oben im Video und lesen Sie hier eine Zusammenfassung. Das sagt Ulf Laessing von der Konrad-Adenauer-Stiftung zu der Frage ...

… gegen wen sich die Angriffe richten

Primär habe der gemeinsame Überraschungsangriff der Tuareg-Rebellen und der Al-Kaida nahen Islamisten der herrschenden Militärregierung in der Hauptstadt Bamako gegolten, sagte Laessing. Diese erhalte jedoch immense Unterstützung aus Moskau, auch militärisch.

Die Russen sind die eigentlichen Gegner.

Ulf Laessing, Mali-Experte

Die Gegner der Militärregierung betrachteten Russland daher als Feind, so Ulf Laessing. Deshalb sei auch gezielt der Verteidigungsminister getötet worden. Er sei der erste Ansprechpartner des Kremls in Mali gewesen. Russland richte sich mit seinem Engagement in Mali wegen der dort verlaufenden Migrationsrouten in erster Linie gegen Europa - zugleich sei das aber auch eine willkommene Einnahmequelle.

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… ob sich die Ukraine an den Kämpfen in Mali beteiligt

Für die Ukraine seien die Kämpfe in Mali eine Chance, Russland zu schaden. Von einer direkten Unterstützung der Rebellengruppen in Mali seitens der Ukraine könne man allerdings nicht sprechen, befand Laessing. Es habe zwar Trainings in Kiew für Tuareg-Rebellen gegeben, aber keine direkte Unterstützung vor Ort.

Der Ukraine gehe es in Mali eher um die symbolische Wirkung, russische Truppen überall zu bekämpfen. Das sei als Botschaft an die eigene Bevölkerung und an die Verbündeten in Europa zu verstehen.

… wie es in Mali weitergehen könnte

Alleine in den letzten zwei Jahren hätten mehr als 100.000 Menschen Mali verlassen - nicht zuletzt auch, um der Gewalt im Umfeld der russischen Kämpfer zu entkommen. Das Leid der Bevölkerung sei groß, berichtete Laessing. Schon seit Monaten gebe es kaum Zugang zu Strom oder Benzin.

Mali hält gerade noch so zusammen.

Ulf Laessing, Mali-Experte

Nach den jüngsten Angriffen sei eine Spannung in der Luft spürbar, es brauche nicht mehr viel, bis die Militärregierung stürze, so die Einschätzung Laessings. Schon mit der Machtübernahme durch das Militär im Jahr 2020 sei ihm klar gewesen, dass die hohe Korruption im Land der neuen Regierung kaum eine Chance ließ. Dass sie scheitern würde, sei lediglich "eine Frage der Zeit" gewesen.

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Die Islamisten hätten gleichzeitig einen funktionsfähigen Parallelstaat aufgebaut. Dass sie allerdings eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung bekämen, kann sich Ulf Laessing nicht vorstellen. Viel eher sei davon auszugehen, dass die derzeitige Militärregierung bei weiteren Angriffen fallen würde. Eine Folgeregierung müsse dann den Forderungen der Islamisten entgegenkommen.

Das Land ist verloren.

Ulf Laessing, Mali-Experte

Letztendlich sei damit zu rechnen, dass ein Sturz der Regierung in Mali eine neue Migrationsbewegung in Richtung Europa auslösen würde, so die Prognose von Laessing.

Das Interview bei ZDFheute live führte Alica Jung. Zusammengefasst hat es Carsten Heckes.

Über dieses Thema berichtete ZDFheute live in dem Beitrag "Rückschlag für Putins Afrikakorps" am 27.04.2026 um 18:30 Uhr.

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