Ukraine greift Russland in Afrika an: Das steckt dahinter

Analyse

Russische Finanzquellen austrocknen:Ukraine greift Russland in Afrika an: Das steckt dahinter

von Christian Mölling, András Rácz

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Die Ukraine schwächt Russlands Quellen zur Kriegsfinanzierung durch Angriffe auf Minen und Öltanker in Afrika. Die Operationen könnten sich wahrscheinlich sogar noch ausweiten.

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Ukrainische Einheiten führen von Libyen aus Drohnenangriffe auf Öltanker aus, die zur russischen "Schattenflotte" gehören. Ende 2025 beispielsweise auf Russlands größten LNG-Tanker, die Arctic Metagaz.

Quelle: AFP

Russland finanziert einen wesentlichen Teil des Krieges gegen die Ukraine aus Geschäften auf dem afrikanischen Kontinent. Deshalb gab es seit Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 Überlegungen der Ukraine, russische Interessen auch auf dem afrikanischen Kontinent anzugreifen.

Kiew verfügt über gewisse Kenntnisse vor Ort - durch tausende ukrainische, ehemals sowjetische, private Militärdienstleister, die in den 1990er und 2000er Jahren in Afrika tätig waren. Diese Präsenz war jedoch weder so dauerhaft, noch so umfangreich wie Russlands Expansion in Afrika, die offiziell und über die Wagner-Gruppe durchgeführt wurde.

Ukrainische Rettungskräfte arbeiten an einem schwer beschädigtem Gebäude.

In der Nacht hat Russland die Ukraine erneut mit massiven Angriffen überzogen. Die Ukraine meldet mehr als 360 Drohnen und über 20 Raketen.

16.04.2026 | 1:41 min

Ukraine greift 2024 russische Ziele in Mali und Sudan an

Die erste erfolgreiche ukrainische Operation gegen russische Vermögenswerte fand 2024 in Mali statt. Dort unterstützten ukrainische Spezialeinheiten Tuareg-Rebellen dabei, einen Konvoi russischer privater Militärunternehmen anzugreifen, unter anderem unter Einsatz von Drohnen.

Im Sudan führte die mit der Ukraine verbundene Spezialeinheit "Tymur" eine Reihe von Angriffen auf von Russland betriebene Goldminen und Logistikzentren durch.



2025 startet Ukraine Angriffe auf russische Öltanker aus Libyen

Seit der zweiten Hälfte des Jahres 2025 operieren ukrainische Einheiten auch von Libyen aus. Neben der Ausbildung der Regierungstruppen in der Drohnenkriegsführung führen sie auch Drohnenangriffe auf Schiffe durch, vor allem auf Öltanker, die zur sogenannten russischen "Schattenflotte" gehören.

Am 18. Dezember 2025 wurde zunächst ein unter omanischer Flagge fahrender Tanker der Schattenflotte, die Qendil, getroffen. Danach erlitt am 4. März einer der größten russischen LNG-Tanker, die Arctic Metagaz, einen katastrophalen Drohnenangriff, der schließlich zur schweren Havarie des Schiffes führte. In beiden Fällen wurden die Überwasserdrohnen von ukrainischen Streitkräften von der libyschen Küste aus gestartet.

Ukraine plant keine dauerhafte Präsenz in Afrika

Das ukrainische Vorgehen in Afrika weicht wesentlich vom russischen ab: Ein wichtiger Unterschied besteht darin, dass die Ukraine nicht beabsichtigt, eine dauerhafte Präsenz in Afrika aufzubauen. Stattdessen handelt es sich um begrenzte Missionen, die sich insbesondere gegen die russischen Aktivitäten im jeweiligen Land richten.

Oberst Markus Reisner zu den ukrainischen Erfolgen mit Kampfrobotern

Die Ukraine schaffe es, durch innovative unbemannte Waffensysteme zu verhindern, dass Russland weiter Raum gewinnt, erklärt Oberst Markus Reisner bei ZDFheute live.

16.04.2026 | 26:34 min

Schwächung Russlands auch in europäischem Interesse

Das strategische Ziel besteht darin, Russlands Fähigkeit zu schwächen, den Krieg durch Vermögenswerte aus Afrika zu finanzieren, einschließlich der Tanker der Schattenflotte.

Darüber hinaus unterstützt Kiew damit europäische Verbündete: Diese können derzeit nicht direkt gegen die russische Einflussnahme in Afrika vorgehen. Dieser Einfluss birgt ein erhebliches Risiko für Europa, denn Russland erhält dadurch die Möglichkeit, Migration nach Europa zu steuern.

Russland hat kein Rezept gegen ukrainische Angriffe

Bislang waren alle ukrainischen Angriffe erfolgreich und Russland offenbar nicht in der Lage, seine afrikanischen Vermögenswerte vor diesen Angriffen zu schützen.

Die russische Präsenz in Afrika besteht ohnehin aus verstreuten Einnahmequellen, die durch lange und anfällige logistische Verbindungen zusammengehalten werden. Derzeit scheinen diese nicht dafür ausgelegt, anhaltendem Druck standzuhalten.

Mehr Aktivitäten der Ukraine wahrscheinlich

Daher gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass die Ukraine diese Operationen in absehbarer Zeit zurückfahren würde. Tatsächlich ist das Gegenteil wahrscheinlicher, nämlich eine Ausweitung, insbesondere von Operationen mit Drohnenangriffen aus der Luft und vom Meer aus.

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