Mali: Dschihadisten und Tuareg greifen landesweit an

Verteidigungsminister getötet:Mali: Dschihadisten und Tuareg greifen landesweit Armee an

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In Mali werden landesweit die Streitkräfte angegriffen. Viele Städte sind betroffen, der Verteidigungsminister des Landes wurde getötet.

Colonel Sadio Camara, Verteidigungsminister von Mali

Der Verteidigungsminister von Mali, Sadio Camara, ist bei koordinierten Angriffen von Dschihadisten und Separatisten getötet worden. Es sind die größten abgestimmten Angriffe seit Jahren.

26.04.2026 | 0:37 min

In Mali haben Dschihadisten und Tuareg-Rebellen am Wochenende landesweit Angriffe die herrschenden Militärs angegriffen. Bei einer Attacke nahe der Hauptstadt Bamako wurde Verteidigungsminister Sadio Camara getötet.

Die Tuareg-Rebellengruppe FLA erklärte, die Stadt Kidal im Norden Malis eingenommen zu haben. Die Kämpfe dauerten am Sonntag an. Neben Kati waren Gao, Sévaré und Kidal Schauplatz heftiger Gefechte. Ein Einwohner in Kati sagte, die Kämpfe seien "überall" wieder aufgeflammt und die Dschihadisten "auf dem Hügel" über dem Ort. Ein anderer Einwohner berichtete von Flugzeugen über der Stadt.

Angriffe in Mali haben neue Qualität

Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime (JNIM) teilte mit, sie koordiniere die Angriffe mit der FLA. "Gemeinsam führen wir eine wahrhaftige Transformation aus, im Dienste der Religion, des Landes und des Volkes", erklärte der Al-Kaida-Ableger.

Aus Bamako sowie zahlreichen weiteren Städten des westafrikanischen Krisenstaates wurden heftige Gefechte zwischen der Armee und den Angreifern gemeldet. Die Angriffe auf Regierungstruppen am Wochenende hatten nach Einschätzung von Beobachtern eine neue Qualität.

Wir haben es mit einer riesigen koordinierten Offensive im ganzen Land zu tun, wie wir es seit 2012 nicht mehr gesehen haben, als die Regierung das halbe Land verloren hat.

Charlie Werb vom Sicherheitsberatungsunternehmen Aldebaran Threat Consultants

Angriffe auf internationalen Flughafen Bamako

Die JNIM erklärte am Samstag, ihre Kämpfer hätten in Kati die Wohnhäuser von Junta-Chef Assimi Goita und des Verteidigungsministers angegriffen. Auch der internationale Flughafen von Bamako und weitere Ziele seien attackiert worden. Anwohner in Kati berichteten von heftigen Explosionen an der Residenz von Camara.

Die malischen Streitkräfte hatten am Samstag mitgeteilt, "terroristische Gruppen" hätten am frühen Morgen Kasernen und andere Punkte in Bamako und weiteren Landesteilen angegriffen. Die Situation sei "unter Kontrolle" und mehrere "Terroristen" "neutralisiert" worden. 16 Zivilisten und Soldaten seien verletzt worden, und es gebe "begrenzte Sachschäden".

Malische Armee von Russland unterstützt

Die Tuareg-Rebellengruppe FLA erklärte allerdings am Samstag, sie habe die Stadt Kidal eingenommen. Am Sonntag gab die Gruppe dann eine "Einigung" mit russischen Streitkräften bekannt, welche die malische Junta unterstützen.

Das direkt dem russischen Verteidigungsministerium unterstellte Afrikakorps hat die Aufgabe der einst als Gruppe Wagner bekannten Söldnertruppe übernommen und unterstützt die malischen Streitkräfte im Kampf gegen Dschihadisten.

Mali: Seit Jahren Gewalt und Putsche

Die EU verurteilte die "Terroranschläge" in Mali aufs Schärfste, wie es in einer Erklärung der Außenbeauftragten Kaja Kallas hieß. Auch UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die "Gewalttaten" in Mali.

Mali wird seit vielen Jahren von massiver Gewalt erschüttert. Die seit zwei Putschen in den Jahren 2020 und 2021 herrschenden Militärs sehen sich unter anderem mit einer Rebellion islamistischer Extremisten konfrontiert, die immer wieder Anschläge und Angriffe auf Regierungstruppen verüben. Auch sind kriminelle Banden im Land aktiv.

Quelle: AFP, dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 26.04.2026 um 19:15 Uhr.

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