Putin in Alaska: Als Gewinner gekommen, als Gewinner gegangen

Analyse

Putin beim Treffen in Alaska:Als Gewinner gekommen, als Gewinner gegangen

Felix Klauser

von Felix Klauser

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Große Inszenierung, keine Fortschritte. Vom Treffen mit Trump profitiert vor allem Wladimir Putin. Er kehrt auf die politische Weltbühne zurück - ohne Zugeständnisse zu machen.

 Der russische Präsident Wladimir Putin lächelt am Ende einer Pressekonferenz mit US-Präsident Trump auf der Joint Base Elmendorf-Richardson, Alaska aufgenommen am 15.08.2025.

Eine große Inszenierung: Das Gipfeltreffen in Alaska mit Trump ist vor allem ein Erfolg für Wladimir Putin.

Quelle: dpa

Wladimir Putin hatte schon gewonnen, da hatte er Donald Trump noch gar nicht begrüßt. Als der Kremlchef seine Maschine auf dem US-Stützpunkt in Alaska verlassen hatte und kurz davor war, auf den mächtigsten Präsidenten der Welt zu treffen, klatschte der mehrfach in die Hände und setzte dann zu einer herzlichen Begrüßung an.

Der applaudierende US-Präsident und Wladimir Putin: Diese Bilder werden bleiben.

Donald Trump zum Gipfel: Weiß nicht, was das Ziel ist

Es war der Auftakt eines Gipfels, auf den die Welt seit Tagen gleichermaßen gespannt und besorgt geblickt hat. Eines Treffens, das in Erinnerung bleiben wird. Kurzfristig anberaumt, das Programm bis zuletzt fast minütlich verändert. Die Gipfelbedeutung und sein Ziel: vom Gastgeber mehrfach umgedeutet.

Mal galt dem US-Präsidenten alles außer einem Waffenstillstand als Enttäuschung, mal ging es ihm nur darum, die Positionen Wladimir Putins besser zu verstehen. In der Air Force One, noch im Anflug auf Anchorage, sagt Donald Trump dann selbst:

Ich weiß nicht, was das Ziel ist. Wir werden sehen.

Donald Trump, US-Präsident vor dem Gipfel-Treffen

Für einen wie Putin, seit 25 Jahren der mächtigste Mann Russlands - und entsprechend erfahren auf internationalem Parkett - ein denkbar einfaches Spiel.

Und doch: Die in Europa und der Ukraine so gefürchtete Sprunghaftigkeit Trumps macht auch vor dem Kremlchef nicht halt. Nach einem gemeinsamen Foto bugsierte Trump Putin in den schon wartenden Präsidenten-Cadillac - wohlgemerkt: den der USA. Dabei hatte Putin extra sein eigenes Auto einfliegen lassen.

Putins Rückkehr auf die politische Weltbühne

Den kleinen Bruch des Protokolls dürfte Putin bei seiner Rückkehr auf die politische Weltbühne verschmerzen können. Eingeladen und (eben mit Applaus) empfangen, vom mächtigsten Präsidenten der Welt. Allein das war schon Triumph genug - an einem Tag, an dem es für den Kremlchef an Triumphen wahrlich nicht mangelt.

Der nächste: der Name des Gipfels. "Pursuing Peace" (zu Deutsch etwa: "Streben nach Frieden") mit dem Präsidenten eines Landes, das seit Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Wie viel Zynismus in dieser Inszenierung liegt, wurde spätestens deutlich, als klar wurde, dass die russischen Angriffe selbst am Gipfeltag andauerten.

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Russland bleibt bei Maximalforderungen

Zugeständnisse vor dem Treffen gab es dabei von russischer Seite nicht, während Trump schon im Vorfeld immer wieder über mögliche Gebietsabtretungen der Ukraine sinnierte. Auch das: ein Gewinn für den Kremlchef - und kein Hinweis darauf, dass sich an den Maximalforderungen Russlands durch den Gipfel irgendetwas geändert hätte.

Inhaltlich ging es dem Kremlchef dabei nicht nur um Fragen der Ukraine. Vielmehr war die Kreml-Delegation auch an Business-Deals und einer Normalisierung des US-russischen Verhältnisses interessiert. Putin hat es geschafft, die Ukraine-Frage in ein ganzes Paket an Fragen zu integrieren.

Trump verkündet "sehr produktives" Treffen

Ob Russland es auch geschafft hat, in Business-Fragen voranzukommen, blieb dabei offen. Ebenso blieb nebulös, ob es etwaige Fortschritte im Hinblick auf den Krieg gab - beim "Streben nach Frieden".

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz verkündeten Trump und Putin keine konkreten Ergebnisse, auch wenn Trump von einem sehr "produktiven" Treffen sprach.

Wir haben eine sehr gute Chance, unser Ziel zu erreichen.

Donald Trump, US-Präsident

Gipfel in Alaska - eine große Inszenierung

Putin ist damit gelungen, was Beobachter schon seit Tagen befürchtet hatten: keine klaren Zugeständnisse zu machen und weiter Zeit zu gewinnen - während seine Truppen in der Ukraine momentan deutlich größere Geländegewinne erzielen als zuletzt.

Kein Schweigen der Waffen, nicht einmal ein konkreter Ausblick auf ein Treffen mit Wolodymyr Selenskyj - die Drohung mit Sanktionen möchte Donald Trump trotz alldem zunächst nicht wahrmachen.

Das erste Treffen eines US- und russischen Präsidenten seit Russlands Angriff auf die Ukraine ist damit vor allem ein Erfolg für Wladimir Putin. Der Gipfel selbst bleibt vor allem eine große Inszenierung. Bezeichnend, dass in der gemeinsamen Pressekonferenz das Wort "Waffenruhe" kein einziges Mal fiel.

Felix Klauser berichtet über Russland, den Kaukasus und Zentralasien.

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