Ermittlungen gegen Halterin :Tiger-Attacke in Sachsen: Helfer stirbt an Verletzungen
Zwei Monate nach der Attacke eines Tigers in Sachsen ist der angegriffene Helfer an seinen schweren Verletzungen gestorben. Wie es zu dem Angriff kam, ist immer noch unklar.
Zwei Monate nach dem Angriff eines Tigers ist ein 72-jähriger Helfer seinen Verletzungen erlegen. Das Tier war Mitte Mai bei Leipzig entkommen und wurde später von der Polizei erschossen.
14.07.2026 | 0:27 minNach dem Angriff eines ausgebrochenen Tigers kämpfte ein 72-Jähriger zwei Monate lang mit dem Tod - nun ist er gestorben. Der knapp 300 Kilogramm schwere Tiger "Sandokan" hatte den Helfer Mitte Mai attackiert, verletzte ihn schwer und entkam aus der Anlage einer ehemaligen Zirkus-Artistin in einem Gewerbegebiet in Dölzig nahe der Autobahn 9. Die Polizei erschoss das Tier.
Hergang des Angriffs wird noch ermittelt
Was genau zur Attacke führte, ist nach wie vor unklar. "Der Mann war so schwer verletzt, dass er in der ganzen Zeit nicht vernommen werden konnte", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Die Obduktion sei angeordnet worden, die Ergebnisse lägen aber noch nicht vor.
Der 72-Jährige war alleine mit dem Tiger, die ehemalige Dompteurin und Halterin der Anlage war bei dem Angriff nicht vor Ort. Nach dem Tod des Mannes ermittelt die Staatsanwaltschaft Leipzig nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassung gegen die Halterin der Anlage.
In der Anlage hatten vor dem Angriff neun ausgewachsene Raubkatzen gelebt. Die Rettungskräfte waren unter Polizeischutz in das Gehege gegangen und hatten den 72-Jährigen gerettet. "Wir wussten zu diesem Zeitpunkt ja nicht, ob noch weitere Tiere frei herumlaufen", hatte der Einsatzleiter der Feuerwehr Dölzig, Patrick Siebeck, gesagt. Der Verletzte hatte demnach mehrere Biss- und Kratzverletzungen erlitten.
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28.04.2026 | 2:04 minBesucher von Kleingartenanlage wurden gewarnt
Parallel zu der Rettungsaktion begann für die Polizeibeamten die gefährliche Suche nach "Sandokan". Neben mehreren Großfahrzeugen der Feuerwehr kam auch eine Drohne zum Einsatz, um die Lage aus der Luft zu überwachen. Das Tier hatte sich an dem sonnigen Sonntagmittag auf eine gut besuchte Kleingartenanlage zubewegt.
Deren Besucher waren durch Lautsprecheransagen der Polizei über die besonders gefährliche Lage informiert worden. Sie sollten in ihren Gartenlauben bleiben oder sich in ihren Autos verschanzen. Eine 68-Jährige hatte beobachtet, wie Polizisten auf ein Autodach gestiegen waren und dreimal auf den Tiger geschossen hatten. Dieser lag nur wenige Meter von dem Zaun der Gartenanlage entfernt. Das Tier starb.
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06.02.2026 | 5:40 minHalterin weist Verantwortung von sich
Die Halterin hatte in einem Interview gesagt, dass sie keine Erklärung dafür habe, wie es zu dem Ausbruch kommen konnte. "Ich habe nichts falsch gemacht. Meine Helfer sind zu 100 Prozent instruiert. Ich verstehe nicht, was hier passiert ist." Ihre Anlage sei sicher. Die Dompteurin hatte in der Vergangenheit sogar private Vorführungen, auch für Kinder, mit ihren Tigern veranstaltet.
Zugleich hatte es aber auch seit 2024 Streit mit den Behörden gegeben. Die Tigerhaltung genüge nicht den Anforderungen, hieß es vonseiten des Landratsamtes Nordsachsen, und die Shows in dem Gewerbegebiet wurden untersagt. Generell ist die Haltung von Raubkatzen in Sachsen aber erlaubt.
Im sogenannten Säugetiergutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums heißt es, dass für ein oder zwei Tiger ein Außengehege von mindestens 200 Quadratmetern Fläche zur Verfügung stehen muss. Für jedes weitere ausgewachsene Tier müssen es je 100 Quadratmeter mehr sein.
Tiger nach Spanien transportiert
Anfang Juli wurden dann sechs Tiger abtransportiert. Das Areal sei für die Anzahl der Tiger zu klein gewesen, hieß es vom Landratsamt. Die Tiere wurden an die Tierschutzorganisation Animal Advocacy and Protection (AAP) übergeben und in eine Auffangstation nach Spanien gebracht. Dort sollen die Tiere nach einer Quarantäne in einem rund 3.000 Quadratmeter großen Außengehege mit Naturboden, Badebecken und Rückzugsmöglichkeiten leben. Die Organisation hatte von der größten Tigerrettung, die sie bislang in Deutschland durchgeführt hat, gesprochen.
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