"Maskenmann" in Frankreich zu lebenslanger Haft verurteilt

Mord an zehnjährigem Jonathan:"Maskenmann" in Frankreich zu lebenslanger Haft verurteilt

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Der als "Maskenmann" bekannte Martin N. ist in Frankreich zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht sprach den Deutschen wegen des Mordes an einem Jungen schuldig.

"Maskenmann"-Prozess in Frankreich

In Frankreich wurde der sogenannte Maskenmann wegen eines weiteren Mordes schuldig gesprochen. In Deutschland war der 55-jährige Täter bereits wegen dreifachen Kindsmordes verurteilt worden.

05.06.2026 | 0:42 min

Der als "Maskenmann" bekannte deutsche Serientäter Martin N. ist in Frankreich wegen Mordes an einem zehn Jahre alten Jungen 2004 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Angeklagte, der bis zuletzt seine Unschuld beteuert hatte, nahm das Urteil des Schwurgerichts am Donnerstag in Nantes regungslos auf. Das Gericht verurteilte ihn zudem zu einer anschließenden Sicherungsverwahrung und verbot ihm endgültig den Aufenthalt in Frankreich.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer betont, der Mord an dem zehn Jahre alten Jonathan trage die "kriminelle Handschrift" des Angeklagten. Zahlreiche Indizien sprächen zudem für dessen Täterschaft. Es bestehe "überhaupt kein Zweifel" an seiner Verantwortung.

"Maskenmann" bereits wegen Mordes an drei Kindern verurteilt

Der heute 55-jährige N. aus Bremen war 2012 in Deutschland wegen der Ermordung von drei Jungen im Alter von acht, neun und 13 Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Strafe des französischen Gerichts werde künftig "berücksichtigt werden, falls es in Deutschland um eine Straferleichterung gehen sollte", betonte die Staatsanwältin.

"Aktenzeichen XY... gelöst!": Eine dunkel gekleidete und mit einer Sturmhaube vermummte Person nähert sich von hinten einem schlafenden Jungen, der in der unteren Etage eines Stockbettes schläft.

Über den Fall des "Maskenmanns" berichtete auch Aktenzeichen XY... Ungelöst im Juli 2020.

15.07.2020 | 88:51 min

Die Familie des getöteten Jungen brach nach dem Urteil in Tränen aus. "Endlich wurde Gerechtigkeit für unseren Sohn geschaffen", sagte sein Stiefvater vor Journalisten. Die Anwältin von Jonathans Mutter, Catherine Salsac, sprach von einer "Erleichterung". "Endlich wissen wir die Wahrheit", sagte sie. Für den neuen Prozess in Frankreich war der Angeklagte aus deutscher Haft überstellt worden.

Der Fall Jonathan ähnelt den Taten, die N. in Deutschland gestanden hatte: Der Junge war nachts aus einem Landschulheim im westfranzösischen Saint-Brévin-les-Pins verschwunden. Seine unbekleidete Leiche wurde anderthalb Monate später mit einem Betonblock beschwert in einem See gefunden.

Mithäftling: "Maskenmann" hat Ermordung von Jonathan gestanden

Ein ehemaliger Mithäftling von N. hatte im Prozess ausgesagt, dass dieser ihm die Tat gestanden habe. Er schilderte zudem, dass N. ihm von einer Begegnung mit einem Mann mit Hund kurz nach der Tat berichtet habe. Dies deckt sich mit der Aussage eines Zeugen, der in der Nähe des Tatortes mit seinem Hund unterwegs gewesen war und einen Mann an einem Auto mit deutschem Kennzeichen gesehen hatte. N. sagte dazu, dass der ehemalige Mithäftling dies alles erfunden habe.

Die Richterin hatte zudem mehrere Nachrichten verlesen lassen, die N. nach Jonathans Tod in einem Online-Forum gepostet hatte. Der "schwarze Mann" habe wieder zugeschlagen, schrieb er damals - zu einem Zeitpunkt, als in Deutschland noch nach dem "schwarzen Mann" gefahndet wurde.

"Aktenzeichen XY... Ungelöst vom 03. Mai 2026": Rudi Cerne steht im Studio, im Hintergrund ein Bildschirm, auf dem ein Fall der Sendung abgebildet ist.

In der aktuellen Sendung "Aktenzeichen XY... Ungelöst" ging es unter anderem um den Raubüberfall auf einen Lkw-Fahrer mit Narkosegas. Alle Informationen zu den Fällen finden Sie unter faelle-aktenzeichenxy.de.

03.06.2026 | 92:51 min

Der Name geht darauf zurück, dass N. meist schwarze Kleidung und eine Sturmhaube trug, wenn er in Schullandheime und Zeltlager in Norddeutschland eindrang und dort Jungen sexuell missbrauchte. Als betroffene Kinder von einem "schwarzen Mann" berichteten, wurden ihre Aussagen zunächst nicht ernst genommen.

Zwischen 1992 und 2001 tötete Martin N. drei Jungen im Alter zwischen acht und 13 Jahren. 2012 wurde er vom Landgericht in Stade zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Prozess hatte der ehemalige Jugendbetreuer die Morde gestanden.

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Quelle: AFP, dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Lebenslange Haft für deutschen "Maskenmann"" am 05.06.2026 um 14:59 Uhr.

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