GdP: Alkoholverbot an Bahnhöfen reicht nicht - Züge müssen folgen

Interview

Gewerkschaft der Polizei:Poitz: Alkoholverbot in Zügen "muss jetzt folgen"

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Die Bahn will ein Alkoholverbot an Bahnhöfen umsetzen - auch mithilfe der Bundespolizei. Polizeigewerkschafter Alexander Poitz erklärt, warum dieser Plan nicht zu Ende gedacht ist.

Alkoholverbotsschild

Die Deutsche Bahn plant ein Alkoholverbot an allen 5.400 Bahnhöfen. Ab 15. Oktober soll das Verbot auf Bahngleisen und in Bahnhofshallen in Kraft treten. Die Bahn erhofft sich so mehr Sicherheit.

21.07.2026 | 1:54 min

Die Deutsche Bahn führt ab 15. Oktober schrittweise ein Alkoholverbot an allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland ein, so Bahn-Chefin Evelyn Palla. Für die Einhaltung der neuen Regeln soll neben den DB-Sicherheitskräften auch die Bundespolizei sorgen. Alexander Poitz von der Gewerkschaft der Polizei erklärt, wie er den Vorstoß der Bahn bewertet.

ZDFheute: Würde die Maßnahme aus Ihrer Sicht mehr Sicherheit bringen?

Alexander Poitz: Die großen Bahnhöfe in Deutschland sind zu Hotspots der Kriminalität geworden. Insbesondere die Gewaltkriminalität unter Einfluss von Alkohol hat zugenommen.

Dieser Situation muss man begegnen, deshalb ist die Forderung der Deutschen Bahn nach einem Alkoholkonsum-Verbot grundsätzlich zu befürworten. So ein Verbot muss allerdings auch konsequent verfolgt werden.

… ist Kriminalbeamter und stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, GdP.


ZDFheute: Reicht dieses Verbot für Bahnhöfe aus?

Poitz: Es bringt nichts, auf den Bahnhöfen das Verbot auszusprechen, aber in den Zügen weiterhin konsumieren zu dürfen. Das muss jetzt folgen. Natürlich muss die Deutsche Bahn jetzt ihr Hausrecht durchsetzen mit der DB-Sicherheit und muss das Verbot auch kontrollieren.

ZDFheute: Kann man so ein Verbot mit dem derzeitigen Personal überhaupt umsetzen?

Poitz: Die Lageeinschätzung ist: Diese Hotspots der Kriminalität muss in erster Linie die Deutsche Bahn mit ihrem DB-Sicherheitspersonal abdecken. Auch einschätzen, ob da aufgestockt werden muss, um das Verbot nun konsequent durchzusetzen. Unsere Kollegen und Kolleginnen der Bundespolizei werden erst einschreiten, wenn es zu Straftaten kommt. Das muss in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und den Ordnungsbehörden erfolgen.

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ZDFheute: Wer wäre denn zuständig in den Zügen?

Poitz: Letztendlich ist es das Hausrecht der DB - da muss auch die DB- Sicherheit zuständig sein und muss sich dann auch personell aufstocken. Auch bei der Bundespolizei ist das Personal endlich, auch hier muss aufgestockt werden, um alle Aufgaben zu vollziehen.

ZDFheute: Was sind Ihre Forderungen im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum-Verbot?

Poitz: In erster Linie muss in Prävention investiert werden - Kampagnen gegen überschwänglichen Alkoholkonsum. Zweitens muss die Zusammenarbeit zwischen DB-Sicherheit, Ordnungsbehörden und Bundespolizei gestärkt werden und drittens muss personell abgesichert sein, diese Aufgaben gut vollziehen zu können.

Das Interview führte Sylvia Bleßmann.

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