Ab Mitte Oktober:Deutsche Bahn will Alkohol an allen Bahnhöfen verbieten
An mehreren großen Bahnhöfen sind Bier, Schnaps oder Wein bereits tabu - die Deutsche Bahn will das Verbot einem Bericht zufolge nun bundesweit ausweiten.
Hier gilt das Alkoholverbot bereits: Hamburger Bahnhof
Quelle: dpaDie Deutsche Bahn plant ein Alkoholverbot an allen 5.400 Bahnhöfen in Deutschland. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll es künftig bundesweit untersagt sein, auf Bahnsteigen oder in Bahnhofshallen außerhalb der Bahnhofsgastronomie Bier, Wein, Schnaps oder anderen Alkohol zu trinken.
Die flächendeckende Umsetzung soll bereits bis zum 15. Oktober dieses Jahres abgeschlossen sein. Die Bahn bestätigte die Pläne auf Nachfrage der Agentur dpa.
Zug verspätet, falsches Gleis, Ausreden ohne Ende – die Bahn nervt! Dunja Hayali blickt für "Am Puls" hinter die Kulissen. Im Exklusivinterview bezieht die neue Bahnchefin Stellung.
19.07.2026 | 43:30 minPalla: "Mehr Ordnung und Sicherheit"
Bahnchefin Evelyn Palla sagte dem Blatt:
Es reicht. Genug ist genug.
Evelyn Palla, Bahn-Chefin
"Wir greifen jetzt noch härter durch", so Palla. "Wir wollen mehr Ordnung und Sicherheit auf unseren Bahnhöfen und in unseren Zügen. Für mich zählt nur eins: der Schutz unserer Kollegen und unserer Reisenden."
Bahn hofft auf weniger Konflikte und mehr Sicherheit
Bislang gilt ein Alkoholverbot vor allem an großen deutschen Bahnhöfen wie Frankfurt, Hamburg oder Köln. Nun weite der Staatskonzern die Regelung über sein Hausrecht bundesweit aus, wie die "Bild" berichtet.
Überwachen sollen die Einhaltung demnach DB-Sicherheitskräfte und die Bundespolizei. Wer beim illegalen Alkoholkonsum erwischt werde, müsse mit einem sofortigen Platzverweis rechnen. Bei wiederholten Verstößen drohe ein dauerhaftes Hausverbot, so die Zeitung. Die lokalen Hausordnungen sollten in den kommenden Wochen in Abstimmung mit Kommunen und Behörden angepasst werden.
Ausgenommen von der Regelung solle der Ausschank innerhalb der Bahnhofsgastronomie sein. Auch das Mitführen von noch originalverschlossenen alkoholischen Getränken in Taschen bleibe den Plänen zufolge weiterhin gestattet.
Die Deutsche Bahn ist zum Sinnbild für Unpünktlichkeit geworden. @MrWissen2Go Mirko Drotschmann erklärt, wie es dazu kommen konnte und was jetzt helfen soll, das zu ändern.
09.07.2026 | 10:15 minAlkoholverbot: Gute Erfahrungen in Hamburg
Die Deutsche Bahn verspricht sich von der Ausweitung mehr Sicherheit und weniger Streitigkeiten unter Alkoholeinfluss. Entsprechende Erfahrungen hat sie unter anderem am Hauptbahnhof Hamburg gemacht.
Nachdem der Konsum von Alkohol dort im April 2024 verboten worden war, ging die Zahl der Konflikte und Auseinandersetzungen spürbar zurück. Das Sicherheitsgefühl für Reisende habe sich verbessert, zudem sei der Reinigungsaufwand zurückgegangen, hieß es damals in einer ersten Bilanz. Ein generelles Alkoholverbot in allen DB-Zügen gibt es bisher nicht.
Verbände reagieren positiv - Probleme bei Durchsetzung?
Beim Fahrgastverband Pro Bahn, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG und der Gewerkschaft der Polizei (GdP) kommt der Plan der Deutschen Bahn grundsätzlich gut an. "Entscheidend ist aber, dass es konsequent und mit Augenmaß durchgesetzt wird", sagte EVG-Chef Martin Burkert der dpa. Es brauche mehr eigenes, gut geschultes Sicherheitspersonal und eine deutlich stärkere Präsenz der Bundespolizei an den Bahnhöfen.
Die Gewerkschaft der Polizei geht nicht davon aus, dass das Verbot angesichts der aktuellen Personallage konsequent umgesetzt werden kann. "Wir sind gebunden in Veranstaltungen, Großveranstaltungen und Grenzkontrollen mit der Bundespolizei. Das wird schwer, das umzusetzen", sagte Alexander Poitz, stellvertretender GdP-Bundesvorsitzender, im "Frühstart" von RTL/ntv. Gleichzeitig plädierte er für ein Alkoholverbot auch in Zügen.
Anlass für Verbot ist gewalttätiger Vorfall am Freitag
Anlass für das geplante Verbot war laut "Bild"-Bericht ein Vorfall am Freitagabend in Baden-Württemberg. Ein 26 Jahre alter Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn wurde bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft von einem 36 Jahre alten Fahrgast geschlagen und getreten. Während des Gerangels gab die Zugtür nach und der Bahnmitarbeiter fiel durch einen Spalt aus dem fahrenden Zug. Offen ist, wieso die Tür nachgab. Der 36-Jährige soll alkoholisiert gewesen sein.
Nach der Auseinandersetzung, bei der ein Bahnmitarbeiter aus einem fahrenden Zug stürzte, ist der mutmaßliche Täter wieder auf freiem Fuß. Das Amtsgericht lehnte den Haftbefehl ab.
19.07.2026 | 0:22 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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