Frankreich beschließt Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige

Erstes EU-Land:Frankreich beschließt Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige

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In Frankreich soll schon nach den Sommerferien ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren gelten. Es ist das erste EU-Land, in dem eine solche Regelung eingeführt wird.

Ein Teenager guckt auf ein Handy, während er auf Boden auf einer Matratze liegt.

In Frankreich haben Senat und Nationalversammlung mit großer Mehrheit für einen Gesetzesvorschlag gestimmt, der die Nutzung von Social Media für unter 15-Jährige verbietet.

21.07.2026 | 0:32 min

Frankreich führt als erstes EU-Land ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren ein. Ein entsprechendes Gesetz, das nach den Sommerferien greifen soll, verabschiedete das Parlament in Paris mit großer Mehrheit.

Die Nationalversammlung stimmte am Abend mit 279 zu 81 Stimmen für das Verbot. Der Senat hatte sich am Nachmittag mit 243 zu zwei Stimmen für den Entwurf ausgesprochen.

Für neue Social-Media-Konten soll das Gesetz ab dem 1. September gelten, für bestehende Konten soll es eine Übergangsfrist von vier Monaten bis zum 1. Januar 2027 geben. Zuvor dürfte das Gesetz allerdings noch auf seine Vereinbarkeit mit der französischen Verfassung geprüft werden. Dadurch könnte sich die Umsetzung verzögern.

A 13-year-old boy poses at his home as he looks at social media on his mobile phone in Sydney on December 8, 2025. Australia will ban young teenagers from social media on December 10, 2025, launching a world-first crackdown designed to unglue children from addictive scrolling on the likes of Facebook, Instagram and TikTok.

Eine Expertenkommission der Bundesregierung hat Empfehlungen vorgelegt, um Kinder und Jugendliche im Internet mehr zu schützen. Auch ein Social-Media-Mindestalter wird diskutiert.

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Macron hatte sich für Social-Media-Verbot eingesetzt

In der Übergangszeit "werden wir die schon existierenden Konten von unter 15-Jährigen schließen", hatte Präsident Emmanuel Macron vergangenen Monat gesagt. Ausgenommen von dem Verbot sind unter anderem Online-Enzyklopädien sowie Bildungs- und Wissenschaftsangebote.

Das Gesetz sieht außerdem eine Ausweitung des Verbots von Mobiltelefonen in Schulen von der Grund- und Mittelstufe auch auf die Oberstufe vor. Ausnahmeregelungen sind aber erlaubt.

Ziel des Gesetzes ist es, gesundheitsschädliche Auswirkungen der Onlinenetzwerke auf Heranwachsende zu vermeiden. Laut einem Bericht der nationalen Gesundheitsbehörde schadet die Nutzung der mentalen Gesundheit von Jugendlichen erheblich. Zu den Risiken zählen etwa Cybermobbing, das ständige Vergleichen mit anderen oder mit teils unrealistischen Vorbildern sowie brutale Inhalte. Zudem saugen die Algorithmen laut der Studie die Aufmerksamkeit junger Menschen ein und bringen sie häufig um ihren Schlaf.

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Strafen für Kinder und Eltern nicht vorgesehen

Strafmaßnahmen für Kinder und Eltern sind in dem Gesetzentwurf nicht vorgesehen. Noch im Einzelnen geklärt werden muss, wie das Verbot in der Praxis tatsächlich umgesetzt und durchgesetzt werden soll.

Die EU-Kommission hatte Frankreich vor zwei Wochen aufgefordert, es müsse sein Gesetz für ein Social-Media-Verbot nachbessern. Verhindert werden müsse eine Zersplitterung in nationale Systeme, die zur Rechtsunsicherheit führen oder die Rechtsdurchsetzung schwächen könnte, hatte ein Sprecher der EU-Kommission erklärt.

Eine Frau öffnet auf ihrem Smartphone einen Ordner mit Apps verschiedener sozialer Medien (Archivfoto)

Ein europäisches Expertengremium ist dafür, den Social-Media-Zugang für Kinder unter 13 EU-weit zu beschränken. Die Nutzung solle nur unter Aufsicht und zeitlich begrenzt stattfinden dürfen.

13.07.2026 | 1:34 min

Mehrere Mitgliedsländer, darunter Spanien, Griechenland und Österreich, wollen ein Social-Media-Verbot für Minderjährige bis zu einem bestimmten Alter gesetzlich festlegen. Auch Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) kündigte an, ein solches Verbot in Deutschland einführen zu wollen.

Umsetzung könnte schwierig werden

Für einzelne Mitgliedsländer ist die Umsetzung nicht ohne Weiteres möglich. Denn wer digitale Altersgrenzen auch technisch durchsetzen will, kommt um die großen Online-Plattformen kaum herum. Diesen Regeln vorzuschreiben und diese durchzusetzen, ist aber die alleinige Zuständigkeit der EU-Kommission.

Frankreich, Deutschland und andere Mitgliedsländer dürften TikTok, Instagram, Snapchat und Co. also gar keine zusätzlichen Pflichten auferlegen. Das müsste auf EU-Ebene entschieden werden. Ob und bis zu welchem Alter soziale Medien für Minderjährige dann wiederum verboten sein sollten, könnte nationalstaatliche Kompetenz bleiben - ihren Bürgern dürfen die Mitgliedstaaten schließlich Vorschriften machen.

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Quelle: dpa, AFP, AP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Frankreich: Social-Media-Verbot für Kinder" am 21.07.2026 um 20:29 Uhr.

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