Femizid an Olympia-Marathonläuferin:Cheptegei stirbt nach Brandanschlag
Kurz nachdem sie bei Olympia in Paris am Marathon teilgenommen hatte, wurde Rebecca Cheptegei von ihrem Freund angezündet. Jetzt ist sie an ihren schweren Verletzungen gestorben.
Olympischer Marathon in Paris: Rebecca Cheptegei aus Uganda schaffte es auf Platz 44.
Quelle: imagoVier Tage, nachdem sie von ihrem Lebensgefährten angegriffen und in Brand gesetzt worden war, ist die ugandische Olympia-Teilnehmerin Rebecca Cheptegei ihren schweren Verletzungen erlegen.
Olympisches Komitee: "Feige und sinnlose Tat"
Cheptegei sei nach dem "bösartigen Angriff" ihres Partners gestorben, erklärte der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Uganda, Donald Rukare, am Donnerstag im Onlinedienst X. Er verurteilte den tödlichen Angriff auf die Athletin als "feige und sinnlose Tat".
Donald Rukare auf X
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Nach Polizeiangaben hatte Cheptegeis Partner die 33-Jährige am Sonntag in ihrem Haus in Kenia mit Benzin übergossen und in Brand gesetzt. Nur wenige Wochen zuvor hatte die Läuferin bei den Olympischen Spielen in Paris den 44. Platz im Marathon belegt.
Femizid bedeutet, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden – also weil sie Frauen sind. Als häufigste Form gilt die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner. Fast 89.000 Frauen und Mädchen wurden im Jahr 2022 aufgrund ihres Geschlechts getötet, wie aus einem UN-Bericht hervorgeht. Das sei die höchste in den vergangenen zwei Jahrzehnten erfasste Zahl von Femiziden, heißt es von UN Women und dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen und Verbrechensbekämpfung (UNODC) im November 2023. (Quelle: dpa/epd)
Tod durch multiples Organversagen
Durch den Angriff erlitt Cheptegei laut Medizinern Verbrennungen an 80 Prozent ihrer Hautfläche. Sie starb nach Angaben des behandelnden Krankenhauses in der Nacht zum Donnerstag nach multiplem Organversagen.
In einer Reaktion auf Cheptegeis Tod verurteilte der ugandische Leichtathletikverband den Fall von häuslicher Gewalt und forderte, den Täter zur Verantwortung zu ziehen. Kenias Nationales Olympisches Komitee kündigte an, sich der 33-Jährigen zu Ehren "für ein Ende geschlechtsspezifischer Gewalt" einzusetzen.
Ugandischer Leichtathletikverband auf X
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In Kenia ist Gewalt gegen Frauen weit verbreitet. Offiziellen Statistiken zufolge hat mehr als jede dritte Frau über 15 Jahren schon körperliche Gewalt erlebt.
Gewalt in Partnerschaften ist ein weltweites Phänomen. In Deutschland ist die Zahl der Opfer der Gewalt, die von Partnern oder Ex-Partnern verübt wird, laut Kriminalstatistik gestiegen. Hier gab es 2023 knapp 168.000 Fälle, der Großteil davon Frauen. Das sind 6,4 Prozent mehr als 2022. Im vergangenen Jahr sind laut Statistik aber auch 155 Frauen durch ihren Partner oder Ex-Partner umgebracht worden - 22 mehr als im Vorjahr.
Hier finden Sie Hilfsangebote bei häuslicher Gewalt:
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