Update am Morgen:Vorsprung durch Frust - Arbeiter und die AfD
von Daniel Pontzen
Quelle: ZDF
Guten Morgen,
früher waren es oft Momente der Freude, des Stolzes, wenn, wie heute, ein deutscher Autokonzern seine Jahreszahlen vorlegt. Inzwischen schauen Beschäftigte vielfach mit Sorge darauf. Heute ist Audi dran. Zwei in diesem Zusammenhang politisch relevante Zahlen sind bereits bekannt: 7.500 und 57,5.
7.500, das ist die Zahl der angekündigten Stellenstreichungen. Damit liegt Audi gewissermaßen im Trend der deutschen Industrie - im traurigen Trend, vor allem aus Sicht der Beschäftigten. Was uns zur zweiten Zahl führt.
57,5 Prozent holte die AfD jüngst bei den bayerischen Kommunalwahlen im Stimmbezirk 0213 in Ingolstadt. Dort, im Nordwesten der Audi-Stadt, wohnen viele Arbeiter - jene also, die sich seit Generationen abmühen, damit der beworbene "Vorsprung durch Technik" tatsächlich auf die Straße kommt.
Über die Konzernbilanz von Volkswagen berichtete das heute journal am 10.03.2026 ab 21:45 Uhr.
10.03.2026 | 2:50 minNun, so scheint es, erreicht die AfD hier einen Vorsprung durch Frust (wie auch der bayerische Ministerpräsident Söder zur Kenntnis nehmen musste). Womit der Stimmbezirk exemplarisch steht für einen bundesweiten Trend: In klassischen Arbeiterhochburgen strömen Wähler scharenweise zur AfD - ganz offenbar unbeeindruckt von Radikalisierungstendenzen, juristischen Einstufungen und einer Einstellungspraxis von Mitarbeitern, die man bei anderen Parteien selbst gern als schmierigsten Filz bezeichnete.
Warum wählen Arbeiter AfD? Und vor allem: Warum wählen sie nicht mehr SPD, wie es jahrzehntelang bundesrepublikanische Gewissheit schien? Sind die einst betonharten Bindungskräfte vollständig erodiert? Und: Wie stark lassen sich ähnliche Tendenzen bei Betriebsratswahlen beobachten?
Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns heute bei "frontal". Es geht um Vertrauensverlust, Ernüchterung - und darum, dass der Begriff De-Industrialisierung für sehr viele Menschen in Deutschland nicht bloß ein Wort aus den Nachrichten ist, sondern als Bedrohung des eigenen Lebensentwurfs wahrgenommen wird.
Über die Sorgen der Automobilbranche berichtete das heute journal am 05.03.2026 ab 21:45 Uhr.
05.03.2026 | 4:22 minDass dies auch mit einem Zickzackkurs der Politik zu tun hat, lässt sich auch an einer anderen Branche ablesen - die vor nicht allzu langer Zeit für eine glänzende Zukunft Deutschlands zu stehen schien und nun bereits wie Vergangenheit wirkt. Auch hierauf schauen wir heute ab 21 Uhr im ZDF - oder später wie immer auch im Stream.
Einen guten Start in den Tag wünscht
Daniel Pontzen, Moderator "frontal" und Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio
Was im Iran-Krieg passiert ist
Sicherung der Straße von Hormus: US-Präsident Trump forderte Unterstützung von Nato-Ländern. Bundeskanzler Merz und Außenminister Wadephul lehnen das strikt ab.
Warnung vor Bodenoffensive im Libanon: Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada und Großbritannien haben Israel eindringlich vor den "verheerenden humanitären Folgen" einer größeren Bodenoffensive im Libanon gewarnt.
Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zum Angriff auf Iran. Alle Berichte rund um Iran finden Sie hier.
Was heute noch wichtig ist
Was heute wichtig wird - der Überblick vom heute journal update.
16.03.2026 | 0:54 minSchufa-Score einsehbar: Ab heute sollen Verbraucherinnen und Verbraucher leichter nachvollziehen können, wie die einflussreichen Berechnungen der Schufa zur Kreditwürdigkeit zustande kommen. Die Auskunftei führt ein neues Score-System ein.
Cyber-Security-Messe in Hannover startet: Die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens (SPD) wird heute die Kongressmesse eröffnen, die sich gezielt an IT-Sicherheitsbeauftragte, Rechenzentrumsleiter und Netzwerkadministratoren richtet. 166 Aussteller in vier Hallen wollen in Zeiten wachsender Cyber-Bedrohungen Orientierung bieten.
Ausführlich informiert
Warum bleibt die Gegenwehr der Golfstaaten nach den Angriffen Irans aus? Nahost-Experte Daniel Gerlach blickt bei ZDFheute live auf die Gründe und Strategien dahinter - zu sehen im Video und nachzulesen unter dem Link:
ZDFheute live vom 16.03.2026.
16.03.2026 | 28:53 minSport
In der Champions League kämpft Bayer Leverkusen heute Abend in London um den Einzug ins Viertelfinale. Die Ausgangslage vor dem Rückspiel beim FC Arsenal ist nicht optimal, das 1:1 im ersten Aufeinandertreffen lässt die Werkself aber auch nicht chancenlos in die englische Hauptstadt reisen. Autor Stephan Klemm erklärt, wie es Leverkusen angehen will:
Zahl des Tages
12 - so viele Kriterien werden für die Berechnung des neuen Schufa-Scores herangezogen. Die Auskunftei hat versprochen, ihr Scoring-System verständlicher zu machen und zu vereinheitlichen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen zudem leichter Zugriff auf die Daten bekommen, die die Schufa im Laufe der Zeit über sie gesammelt hat.
Über dieses Thema berichtete ZDFheute am Montag um 08:05 Uhr.
16.03.2026 | 1:20 minGesagt
Ein Grabstein für diese Zeit könnte die Inschrift tragen: Jeder wollte das Beste - für sich.
Siegfried Lenz, deutscher Schriftsteller
Diese Worte sprach der Schriftsteller Siegfried Lenz in seiner Dankesrede bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Jahr 1988. Heute wäre Lenz, einer der bedeutendsten deutschen Nachkriegsautoren, 100 Jahre alt geworden. Seine Werke und Worte bleiben hochaktuell, wie die 3sat-Dokumentation "Siegfried Lenz und die Kraft des Gewissens" zeigt:
14.03.2026 | 37:28 min
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17.03.2026 | 1:40 minWenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.
So wird das Wetter heute
Heute zeigt sich im Osten und im Südwesten lange die Sonne. Sonst ist der Himmel stark bewölkt oder bedeckt und es kann vor allem am Vormittag leicht regnen, in den Alpen auch schneien. Die Höchstwerte liegen zwischen 8 Grad ganz im Süden und 16 Grad ganz im Westen.
Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie hier im Video.
Quelle: ZDF
Zusammengestellt von Torben Heine.
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