FAQ
Herbstwelle und neue Variante:Was Sie zur Corona-Saison wissen müssen
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Aktuell sind viele Menschen krank. Nicht wenige haben einen positiven Covid-Test. Grund ist auch eine neue Corona-Variante. Die aktuelle Lage im Überblick.
Bei vielen Symptomen lässt sich Corona inzwischen kaum von der klassischen Erkältung unterscheiden. Im Zweifel hilft noch immer ein Covid-Test. (Symbolbild)
Quelle: dpaIn der vergangenen Woche lag die geschätzte Zahl der Corona-Erkrankungen nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 900 pro 100.000 Einwohner - insgesamt bislang 11.580 laborbestätigte Fälle.
Damit lag die Zahl aller akuten Atemwegserkrankungen in Deutschland auf einem für die Jahreszeit vergleichsweise hohen Niveau. Das RKI geht von rund 6,9 Millionen Betroffenen aus. Proben aus Arztpraxen wiesen am häufigsten Rhinoviren (29 Prozent), also die klassischen Erkältungsviren, und Coronaviren (19 Prozent) auf.
Ist die Zahl an Atemwegserkrankungen ungewöhnlich?
"Wenn man sich die Zeit vor Corona als Referenz nimmt, ist es schon ungewöhnlich. Da waren die Zahlen immer deutlich geringer", sagt der Dortmunder Immunologe Carsten Watzl. Das habe sich in den letzten zwei Jahren verändert.
Inzwischen litten in Herbst und Winter rund zehn Prozent der Bevölkerung an einer Atemwegserkrankung. "Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass wir jetzt mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 einen weiteren Atemwegserreger haben", erklärt der Immunologe. Man müsse sich auch in den kommenden Jahren auf ähnlich hohe Infektionszahlen einstellen.
Eine Erkrankung kann bei jedem Menschen unterschiedliche Symptome auslösen. Für manche fühle es sich wie eine normale Erkältung oder ein Schnupfen an. Andere können schwerer erkranken. Manche Menschen bekommen Fieber oder Atemnot. Ein eindeutiges Anzeichen ist ein Geruchs- oder Geschmacksverlust. Das sei aber sehr selten geworden. Um sicherzugehen, hilft oft nur ein Corona-Test.
Quelle: dpa
Welche Varianten herrschen derzeit vor?
Seit einigen Wochen verbreitet sich die Corona-Variante XEC in Deutschland. Zuletzt wurde sie mit einem Anteil von 39 Prozent nachgewiesen. Häufigster Corona-Typ war die Sublinie KP.3.1.1 mit einem Anteil von 40 Prozent. Beides sind Sublinien der Omikron-Variante.
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzten das Risiko für die öffentliche Gesundheit weiterhin als gering ein. Die Variante verursache gewöhnlich keine besonders schweren Krankheitsverläufe.
Ausführliche Informationen zur neuen Variante XEC:
Wie gefährlich ist eine Corona-Infektion?
Von einer schweren Erkrankung sind vor allem Menschen über 60 betroffen. Laut RKI gibt es inzwischen aber deutlich weniger schwere Verläufe und Langzeitfolgen als noch in den Jahren 2020 und 2021.
Für die allermeisten Menschen ist eine Corona-Infektion zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht lästig und unangenehm, aber nicht mehr so bedrohlich für die Gesundheit, dass man damit ins Krankenhaus müsste.
Carsten Watzl, Immunologe
Todesfälle gebe es nach wie vor, ähnlich wie bei der Grippe oder dem RS-Virus, erklärt Watzl. Die Zahlen seien aber deutlich geringer als in Pandemie-Zeiten. Betroffen sind laut Watzl meistens Menschen, die wegen einer Vorerkrankung oder einer Organtransplantation ein sehr schwaches Immunsystem haben.
Wie sollte man sich und andere schützen?
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Menschen ab 60 Jahren und Erwachsenen mit Grunderkrankungen, sich im Herbst eine Auffrischungsimpfung zu holen. Leider habe das Risikobewusstsein deutlich nachgelassen, die Impfquote sei niedrig, sagt Watzl.
Auch wenn wir für den größeren Teil der Bevölkerung Entwarnung geben können, gibt es immer noch einen Teil, den wir schützen müssen. Wir sollten nicht aufhören, das den Leuten zu sagen und sie zu ermuntern, sich impfen zu lassen.
Carsten Watzl, Immunologe
Zum eigenen Schutz und dem von anderen seien außerdem das freiwillige Tragen von Atemschutzmasken und Abstandhalten weiterhin sehr effektiv. Das könnte auch helfen, die hohen Infektionszahlen ein bisschen niedriger zu halten, so der Immunologe.
Hunderttausende leiden unter der chronischen Erschöpfung ME-CFS. Aber nur die, die wegen Corona daran erkrankt sind, bekommen Medikamente bezahlt.
17.09.2024 | 1:35 minWas ist für diese Saison zu erwarten?
Watzl rechnet damit, dass die Zahlen bis Weihnachten weiter ansteigen werden. "Wir werden auch auf den Intensivstationen wieder mehr Fälle von schweren Erkrankungen haben. Das sind meistens die hochbetagten Vorerkrankten." Zum Jahreswechsel werde sich die Lage voraussichtlich beruhigen, so sei es zumindest in den vergangenen Jahren gewesen.
Quelle: dpa
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