500 Millionen für Post-Covid-Forschung: Was die Regierung plant

500 Millionen für Forschung:Wie die Bundesregierung gegen Post Covid vorgehen will

Dorthe Ferber

von Dorthe Ferber

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Bessere Diagnostik, wirksamere Therapien: Forschungsministerin Bär will 500 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren für postinfektiöse Krankheiten wie Post Covid bereitstellen.

Die deutsche Forschungs-, Technologie- und Raumfahrtministerin Dorothee Bär nimmt am 30.01.2026 in Berlin an einer Pressekonferenz zum Thema „Nationale Dekade zur Bekämpfung postinfektiöser Erkrankungen” teil.

Für Betroffene ist das angekündigte Post-Covid-Programm ein Hoffnungsschimmer - jedoch sei es wenig konkret und dauere, analysiert ZDF-Korrespondentin Dorthe Ferber.

30.01.2026 | 0:19 min

Es geht um Hoffnung für Menschen, die nach einer Infektion aus ihrem Leben gerissen sind. Die das Bett kaum noch verlassen können, ihr Berufsleben aufgeben müssen: Post Covid hat sogenannte postinfektiöse Krankheiten in den Fokus gerückt, bei denen wirksame Therapien fehlen.

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) hat jetzt die "Nationale Dekade gegen postinfektiöse Krankheiten" ausgerufen. 500 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren will Bär aus ihrem Haushalt für Gesundheitsforschung bereitstellen:

Die Krankheiten zerstören Lebenspläne und sind eine kaum vorstellbare Aufgabe für die Betroffenen, für die Familien und damit auch für unsere Gesellschaft.

Dorothee Bär, Bundesforschungsministerin (CSU)

Erkrankte leiden unter extremer und dauerhafter Erschöpfung, Herzrasen, Reizempfindlichkeit, Wortfindungsstörungen. Und sie leiden dazu noch, weil ihre Erkrankung oft nicht diagnostiziert werden kann.

Dorothee Bär (CSU), Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt spricht vor dem Gesundheitsministerium.

Laut Schätzungen leiden 1,5 Millionen Menschen in Deutschland an Long Covid. Ihnen will der Bund mit einer neuen Forschungsinitiative zu Medikamenten und Therapieansätzen helfen.

19.11.2025 | 1:43 min

Bär: Betroffene nicht als Simulanten abstempeln

Die Diagnose sei ein "langwieriger, außerordentlich belastender Ausschlussmarathon für die Betroffenen", stellt Dr. Maria Vehreschild, Leiterin der Infektiologie am Universitätsklinikum in Frankfurt, fest. Es fehle dazu an sogenannten Biomarkern, also messbaren biologischen Merkmalen.

Nun soll es mit der Forschungsförderung groß angelegte Kohortenstudien geben. "Es ist ganz wichtig für die Betroffenen, dass sie nicht als Simulanten abgestempelt werden, so wie sie sich eben über viele Jahre gefühlt haben", betont Bundesforschungsministerin Bär.

Post-Covid-Bus

Die Post-Covid-Ambulanz ist ein Projekt der Uniklinik Jena. Seit 2023 fährt der Bus durch Thüringen und unterstützt Patienten, die an Post-Covid erkrankt sind, durch Beratung, Training und Psychotherapie.

10.03.2025 | 2:02 min

Expertin: Krankheitslast größer als angenommen

Ohne exakte Diagnosen fehlen auch Daten über Betroffene. Wie viele Menschen in Deutschland von postinfektiösen Krankheiten wie Post Covid oder chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS) betroffen sind, ist unklar. "In der Bevölkerung ist, glaube ich, die Krankheitslast größer, als wir das bisher abschätzen können", sagte Annette Peters, Direktorin des Instituts für Epidemiologie vom Helmholtz Zentrum in München.







Das soll sich ändern durch die Erforschung dieser Krankheiten im nächsten Jahrzehnt. Wobei die Forschungsministerin um Geduld wirbt: Man werde wissenschafts- und evidenzbasiert vorgehen und habe Exzellenzanspruch, gleichzeitig gehe es um Patientensicherheit.

Viele, die jetzt in einer Situation sind, die jetzt ein bettlägeriges Kind haben, wenn ich da höre, es soll zehn Jahre dauern, da weiß ich doch, wie man sich als Mutter fühlt.

Dorothee Bär, Bundesforschungsministerin (CSU)

Proteste bei ME-CFS

Für diejenigen, die an Corona erkrankt sind und seither an ME-CFS leiden, gibt es Medikamente, die von der Krankenkasse bezahlt werden.

17.09.2024 | 1:47 min

Noch keine Ausschreibungen für Forschungsgelder

Allerdings ist auch noch nichts konkret bei der "Nationalen Dekade gegen postinfektiöse Krankheiten". Das geht aus einer Antwort auf Anfrage der Partei Die Linke an die Bundesregierung vor wenigen Tagen hervor:

Etwaige Veröffentlichungen von Ausschreibungen sowie anschließende Begutachtungen- und Ausschreibungsprozesse sind noch nicht erfolgt.

Mitteilung der Bundesregierung

Bundesforschungsministerin Bär kündigt jetzt an, dass im Februar ein sogenannter Steuerungskreis dazu die Arbeit aufnehmen werde. Die Zeit drängt: 35 Millionen Euro wurden für das Prestigeprojekt im Haushalt freigegeben. Wenn sie nicht rechtzeitig vergeben werden, könnten sie am Jahresende einfach verfallen.

Dorthe Ferber ist Korrespondentin im ZDF-Hauptstadtstudio.

Über das Thema berichtete das ZDF am 30.01.2026 um 17:59 Uhr in dem Beitrag "Post-Covid-Programm ist 'wenig konkret'".

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