Stargast bei Merz' Investitionsgipfel:Nvidia-Chef Jensen Huang: KI-Visionär in Lederjacke
Jensen Huang machte Nvidia zu einem führenden Chipkonzern. Nun trifft er Kanzler Merz beim Investitionsgipfel in Berlin. Wer ist der Unternehmer? Ein Porträt.
Die Bundesregierung plant einen KI-Pakt mit Nvidia. Im ZDF-Interview erklärt Konzernchef Jensen Huang, was das bedeutet - und warum die Kontrolle über Industriedaten in Deutschland bleibt.
16.10.2026 | 3:42 minBis vor wenigen Jahren war Jensen Huang dem breiten Publikum kaum bekannt. Heute kommen regelmäßig tausende Menschen, um seinen Vorträgen zuzuhören. Am heutigen Montagabend ist der Chef und Gründer des Chip-Entwicklers Nvidia der Stargast von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einem Investitionsgipfel der Bundesregierung. Der Boom der Künstlichen Intelligenz hat ihn zu einem der mächtigsten Unternehmer der Welt gemacht.
Nvidia war lange vor allem Gamern ein Begriff: Die Kalifornier machten ihr Geschäft mit Grafikkarten, die für komplexe Anwendungen wie Videospiele und Bildbearbeitungsprogramme von Bedeutung sind. So stieg der Chip-Entwickler 2024 innerhalb weniger Monate zum wertvollsten Unternehmen der Welt auf und stieß Apple und Microsoft vom Thron. Zwei Jahre später hält der Höhenflug weiter an: Im zweiten Quartal 2026 verdoppelte Nvidia seine Umsätze auf 96,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg auf 59,7 Milliarden Dollar.
Deutschland fehlt Rechenkraft für KI. Der Bund will mit Nvidia und Industrie gegensteuern und Millionen in Rechenkapazität investieren, so Stephanie Barrett an der Börse.
16.10.2026 | 1:53 minVon Taiwan nach Kentucky
Jen-Hsun Huang kam 1963 in Taiwan zur Welt. Mit neun Jahren schickten ihn seine Eltern zusammen mit seinem Bruder auf ein Internat im ländlichen Kentucky, im Glauben, bei der Schule handele es sich um eine angesehene Einrichtung. In Wirklichkeit war es eine Schule für Jugendliche mit Schwierigkeiten.
Ohnehin war Jen-Hsun, der sich später in Jensen umbenannte, noch zu jung und ging zunächst auf eine nahegelegene öffentliche Schule zusammen mit den Kindern der örtlichen Tabakbauern. Wegen seiner schlechten Englischkenntnisse wurde er von den Mitschülern gemobbt und zum Kloputzen verdonnert - eine zweijährige Tortur, die ihn veränderte.
Der US-Chipkonzern Nvidia hat seinen Quartalsumsatz dank der Nachfrage nach KI-Hardware auf 96,22 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Auch die Prognose übertraf die Erwartungen.
27.08.2026 | 0:24 minWie Jensen Huang Nvidia gründete
In einem Interview mit dem US-Sender NPR sagte er über diese Zeit:
Wir arbeiteten wirklich hart, wir lernten wirklich hart, und die Kinder waren wirklich hart.
Jensen Huang über seine Schulzeit
Er sagte das aber ohne jegliche Bitterkeit: "Das Ende der Geschichte ist, dass ich die Zeit dort geliebt habe."
Huangs Eltern zogen später in den Bundesstaat Oregon im Nordwesten der USA, wohin er ihnen folgte. Sein Studium schloss er im Alter von nur 20 Jahren ab und arbeitete zunächst beim Chip-Hersteller AMD. Später entwickelte er Chips bei LSI Logic, aus dem der Broadcom-Konzern hervorging.
1993 gründete Huang Nvidia, um "Probleme zu lösen, die normale Computer nicht lösen können", wie er rückblickend sagt. Demnach wollte er Halbleiter entwerfen, die leistungsfähig genug sind, um 3D-Grafiken zu verarbeiten. Die erste Grafikkarte brachte das Unternehmen 1999 auf den Markt. Ein erfolgreicher Unternehmer ist er somit bereits seit Jahren, doch erst der KI-Boom machte ihn zum Milliardär. Sein Vermögen wird heute auf über 150 Milliarden Dollar geschätzt.
Top-Manager in Lederjacke
Der 63-Jährige hat eine Vorliebe für Sportwagen, das Nvidia-Firmenlogo ließ er sich auf den Oberarm tätowieren. Mit seinem Auftreten - stets in schwarzem T-Shirt und Lederjacke - sticht er hervor, was ihn von diskreten Lenkern des Silicon Valley unterscheidet. Zugleich fehlt Huang die Exzentrik eines Elon Musk.
In der Debatte um die Sicherheit von Künstlicher Intelligenz gehört der Nvidia-Chef nicht zu den Warnern. Wie Mark Zuckerberg hält er nichts von einer bewussten Entschleunigung der Entwicklung. "Ich glaube, es handelt sich um ein technisches Problem", sagte Huang mit Blick auf Fälle, bei denen KI-Modelle sich selbstständig gemacht und gezielt andere Organisationen gehackt hatten. Die Verantwortung für solche Fälle müssten die Führungskräfte der jeweiligen KI-Unternehmen übernehmen. Zugleich betonte er die Bedeutung der Sicherheit der Modelle:
Das volle Potenzial der KI kann nur dann ausgeschöpft werden, wenn wir die Leistungsfähigkeit der KI und gleichzeitig ihre Sicherheit und den Schutz vor Missbrauch weiterentwickeln.
Jensen Huang über Künstliche Intelligenz
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29.09.2026 | 8:26 minHuang ist Stargast bei Merz' Investitionsgipfel
Einen bedeutenden Anteil von Umsätzen und Gewinnen macht Nvidia inzwischen über seine Beteiligung an einer ganzen Reihe von innovativen Unternehmen. In diesem Jahr übernahm der Konzern unter anderem die US-französische KI-Plattform Hugging Face, im Oktober folgte ein Einstieg bei der Arzttermin-Plattform Doctolib aus Frankreich. Nach Angaben von Huang hat Nvidia allein im vergangenen Jahr mindestens acht Milliarden Euro in Europa investiert.
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30.10.2025 | 2:48 minIn Deutschland ist Medienberichten zufolge neben Investitionen auch eine Partnerschaft mit der Bundesregierung geplant. Beim am Montag gestarteten Investitionsgipfel in Berlin ist Huang unter rund 200 Unternehmenschefs der Stargast, bei einem "Bühnengespräch" wird er sich mit dem Kanzler austauschen.
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