Bildung als Wirtschaftsfaktor: Milliarden-Förderung für Schulen

Ausbildung von Fachkräften fördern:Bildung als Wirtschaftsfaktor: Milliarden für die Schulen

von Ronja Wurm und Claudia Krafczyk

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Wenn Babyboomer in Rente gehen und weniger junge Menschen nachrücken, braucht der Arbeitsmarkt in Deutschland jede Fachkraft. Wie wichtig gute Bildung für die Wirtschaft ist.

Schüler meldet sich im Unterricht

Bisher schnitt Deutschland bei den Pisa-Studien eher schlecht ab. Bildungsförderungsprogramme sollen Abhilfe schaffen und Schülern mehr Chancengleichheit ermöglichen.

07.09.2026 | 2:19 min

Am Dienstag bekommen wir Gewissheit: Die neue Pisa-Studie, der internationale Schulleistungsvergleich, wird zeigen, wo gehandelt werden muss. Zwar investiert Deutschland jedes Jahr mehr in Bildung, doch bisher reichen 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht aus um aufzuholen, was jahrelang versäumt wurde. Seit 15 Jahren sinken laut Pisa-Studien die Schulleistungen.

Deutschland mit schwachen Leistungen im Bildungsbereich

Die Ergebnisse der letzten Pisa-Studie waren ein Schock: 2022 fehlte rund 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Basiskompetenz in Mathematik. Etwa jedes vierte Kind erreichte beim Lesen oder in den Naturwissenschaften nicht das Mindestniveau.

Lehrermangel in Brandenburg

Brandenburg kämpft mit akutem Lehrermangel, besonders in Prüfungsfächern. Bildungsministerin Hoffmann hält es für möglich, Beamte künftig an Schulen mit Personalnot zu versetzen.

08.07.2026 | 1:32 min

"Es zieht sich eine zentrale Erkenntnis durch alle Pisa-Studien", sagt Samuel Greiff vom Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) e.V. und Leiter des deutschen Pisa-Teams. In kaum einem anderen Staat seien die sozialen Unterschiede so groß wie in Deutschland.

Ob ich aus einer sozial privilegierten oder sozial benachteiligten Familie komme, hat einen starken Einfluss auf meine Bildungschancen.

Prof. Dr. Samuel Greiff, Leiter des Pisa-Teams, Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien

Die schlechten Pisa-Ergebnisse ziehen sich durch alle Schulformen, in Gymnasien allerdings weniger stark als an Schulen mit großen pädagogischen und sozialen Herausforderungen.





Das Startchancen-Programm: Förderung, wo Bedarf am größten ist

Genau dort setzt das Startchancen-Programm an, laut Bundesbildungsministerium das größte Bildungsprogramm aller Zeiten. Ziel sei es dem Ministerium zufolge, die Chancen sozial benachteiligter Schüler zu verbessern.

Kinderreport

Die Bildungsministerin und der Vorsitzende des Kinderhilfswerks stellen den Kinderreport 2026 vor. Er fordert ein chancengerechtes Bildungssystem, weil Bildungserfolg häufig vom Elternhaus abhängt.

26.05.2026 | 1:37 min

Seit dem Schuljahr 2024/25 investieren Bund und Länder jeweils eine Milliarde Euro pro Jahr, zehn Jahre lang. Insgesamt fließen 20 Milliarden Euro an rund 4.000 Schulen in Deutschland mit etwa einer Million Kindern. Viele kommen aus armen oder bildungsfernen Familien und haben eine Zuwanderungsgeschichte.

40 Prozent der Fördermittel fließen in eine bessere Lernumgebung, jeweils 30 Prozent in Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie zusätzliches Personal zur Stärkung multiprofessioneller Teams.

Bremen: Neue Arbeitszeiterfassung an Schulen

Für das Schuljahr 2026/2027 startet Bremen ein Pilotprojekt an ausgewählten Schulen. Das Projekt soll zeigen, wie hoch die tatsächliche Belastung von Lehrkräften im Schulalltag ist.

03.09.2026 | 1:49 min

Bildungssystem geprägt von Personalmangel und Bürokratie

Christina Anger, Bildungsökonomin am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, meint, Bildungsdefiziten und Fachkräftemangel ließen sich wirksamer begegnen, wenn Geld gezielt dorthin gelenkt werde, wo der Unterstützungsbedarf am größten sei.

Man kippt die Bildungsinvestition nicht mit der Gießkanne über alle Schulen aus, sondern man schaut, wo man sie wirklich braucht.

Dr. Christina Anger, Bildungsökonomin, Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Trotzdem kritisieren Schulleitungen im Onlinemagazin "News4teachers", dass Mittel über die Schulträger teils eher in Verwaltungsstrukturen als in den Unterricht gelangten. Zudem fehle qualifiziertes Personal auf dem Arbeitsmarkt.

Monika Stein von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spricht bei einer Protestaktion gegen die Entlassung von Referendaren in den Sommerferien.

In Baden-Württemberg wurden junge Lehrkräfte während der Sommerferien entlassen. Die Lehrergewerkschaft GEW protestierte gegen diese Praxis.

30.07.2026 | 1:29 min

Viele Jugendliche ohne Schulabschluss

Gerade an Schulen in besonderen sozialen Lagen sind die Schulabbrecherquoten besonders hoch. Die Bertelsmann Stiftung hat die Zahlen untersucht. Bundesweit liegt demnach die Quote bei rund acht Prozent. Unter Jugendlichen mit ausländischer Herkunft ist sie laut der Studie fast dreimal so hoch. Studienautor Klaus Klemm warnt: "Angesichts der demographischen Entwicklung und des damit verbundenen Fachkräftemangels kann sich Deutschland eine derartige Entwicklung nicht leisten."

Langfristig lohnt es sich volkswirtschaftlich, frühzeitig in gute Bildung zu investieren, sind sich die Bildungsexperten einig. Mentoringprogramme für Kinder mit Migrationshintergrund könnten den Schulstart erleichtern. Gefordert werden Frühförderung in Kitas und Sprachstandserhebungen. "Es hilft nicht, wenn das Kind mit sechs eingeschult wird und nicht genug Deutsch kann und die Klasse sofort wiederholen muss", sagt Anger und mahnt vor früher Frustration.

Auf einem Display im Jobcenter Lichtenberg werden Onlineangebote „(Arbeitslos) und (Arbeit finden“) angezeigt-

2025 waren zehn Prozent der 20- bis 24-Jährigen in Deutschland weder erwerbstätig noch in Ausbildung. Damit stieg die Quote erneut, blieb aber unter dem EU-Schnitt von 12,9 Prozent.

17.08.2026 | 0:41 min

Bildung zahlt sich aus

Bessere Bildung ist gesellschaftlich wichtig und zugleich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Das ifo Institut hat berechnet, wie sich bessere Bildungsleistungen langfristig auswirken würden. Das Ergebnis: Die heute geborenen Kinder könnten später produktiver arbeiten. Bis 2105 entstünden dadurch rund 21 Billionen Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung, etwa das Fünffache von heute.

Claudia Krafczyk ist Redakteurin beim ZDF-Wirtschaftsmagazin WISO.

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Über dieses Thema berichtete ZDFheute in dem Beitrag "Bildung: Was in Deutschland passieren muss" am 07.09.2026 um 15:23 Uhr.

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