45 Prozent weniger als 2024:Milliarden-Gewinnrückgang bei Bosch: Das sind die Gründe
Bosch steckt in der Krise: Der operative Gewinn des Weltkonzerns ist laut vorläufigen Zahlen um fast die Hälfte eingebrochen. Was dahinter steckt - und wie es weitergeht.
Der operative Gewinn von Bosch hat sich 2025 nach vorläufigen Zahlen auf 1,7 Milliarden Euro fast halbiert. Ein Grund sind Rücklagen für Abfindungen beim geplanten Jobabbau.
30.01.2026 | 0:25 minMilliardenkosten für den Abbau Tausender Stellen haben den Gewinn des Stuttgarter Konzerns Bosch deutlich schrumpfen lassen. Nach vorläufigen Zahlen ging das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um gut 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück, wie der Konzern mitteilte. Bereits im Vorjahr war der Wert um ein Drittel abgesackt.
Die Zahlen zeigen, unter welch hohem Druck das Unternehmen steht. Der Gewinn fällt so niedrig aus wie lange nicht - auch wenn der Umsatz im Vergleich zu 2024 leicht stieg. Die selbstgesteckten Umsatz- und Gewinnziele habe man aber nicht erreichen können, so Konzernchef Stefan Hartung.
Die wirtschaftliche Realität spiegelt sich auch in unseren Ergebnissen wider.
Stefan Hartung, Bosch-Konzernchef
Das sind die Gründe für die Flaute - ein Überblick:
Boschs Wettbewerbsfähigkeit ist geschrumpft
Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Dabei will Bosch aber in den wesentlichen Märkten zu den drei führenden Anbietern gehören. Das erfordert derzeit vor allem niedrigere Kosten und nachfrageorientierte Kapazitäten.
Um das Ruder herumzureißen, müssen die Schwaben deutlich sparen. Allein im Zulieferbereich geht es um Milliarden. Um Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft dauerhaft zu sichern, müsse man die Organisation aber auch deutlich verschlanken, so Hartung - und dazu Personal abbauen.
In Gerlingen bei Stuttgart bangen viele um ihre Zukunft - denn jede fünfte Stelle könnte bei Bosch wegfallen.
06.11.2025 | 6:15 min
Klar ist aber schon: Um langfristig beim Personal sparen zu können, muss Bosch richtig tief in die Tasche greifen.
Die Kosten für sozialverträgliche Lösungen belasten unser Ergebnis erheblich.
Markus Forschner, Bosch-Konzernchef
2025 wurden demnach rund 2,7 Milliarden Euro zur Seite gelegt - beispielsweise für Abfindungen.
Investitionen in Zukunftsprojekte haben bisher wenig gebracht
E-Mobilität, Software für das automatisierte Fahren, Wasserstoff: Bosch investiert seit Jahren zwar Milliarden in Zukunftsprojekte, bisher geht die Rechnung aber nicht auf. Denn: Die Zukunftsfelder müsse man nach wie vor erheblich vorfinanzieren, erklärt Finanzchef Markus Forschner.
Das zehrt an den Erträgen, zumal die Durststrecke mit der verzögerten Marktdurchdringung neuer Technologien länger ist als ursprünglich erwartet.
Markus Forschner, Bosch-Finanzchef
"E-Mobilität und autonomes Fahren" würden nicht so hochlaufen wie die Branche erwartet, nennt Valerie Haller als Gründe für den Stellenabbau. Es gebe "nicht genug Aufträge."
25.09.2025 | 1:43 minHaushaltsgeräte-Absatz geht zurück - Trump-Zölle drücken Gewinn
Viele Menschen halten wegen der mauen Wirtschaftslage ihr Geld aktuell aber lieber zusammen. Kühlschränke, Backöfen, Waschmaschinen, Elektrowerkzeuge und Gartengeräte verkauften sich zuletzt schlechter. Die Konsumgüterindustrie sei von einer anhaltenden Marktschwäche geprägt. Nur in diesem Bereich ging der Umsatz 2025 tatsächlich zurück.
Wenn doch geshoppt wird, dann oft günstiger - und bei Anbietern aus Fernost. Gerade in Deutschland könne man zum Beispiel beobachten, dass weniger und preiswertere Küchen gekauft werden, sagte Hartung.
Gedrückt wurde der Gewinn zudem auch von den gestiegenen Trump-Zöllen.
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11.11.2025 | 43:31 minSo geht es 2026 wohl weiter
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern keine Entspannung.
Der Wettbewerbs- und Preisdruck dürfte nochmals zunehmen und die gestiegenen Zölle sich erstmals in vollem Umfang auswirken.
Markus Forschner, Bosch-Finanzchef
"Der Wettbewerbs- und Preisdruck dürfte nochmals zunehmen und die gestiegenen Zölle sich erstmals im vollen Umfang auswirken", sagte Forschner.
Er rechnet aber mit deutlichen Fortschritten bei der Umsetzung der Sparmaßnahmen - und mit einer entsprechend besseren Ertragslage.
Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr wird im April erwartet.
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